Von Michael Bauchmüller und Klaus Ott

Auf Grund der milliardenschweren Bundesmittel für den Regionalverkehr der Bahn erwirtschaftet der Bereich inzwischen unerwartet hohe Gewinne. Auch beim Güter- und Fernverkehr kommt die Sanierung des Staatsunternehmens voran.

Das Staatsunternehmen will beim Streit um die Verlegung der Konzernzentrale von Berlin nach Hamburg angeblich hart bleiben

Der Regionalverkehr ist inzwischen der lukrativste Geschäftsbereich der Bahn. (© Foto: dpa)

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Berlin/München - Die Geschäfte der Deutschen Bahn laufen besser als kalkuliert. Die höchsten Gewinne fallen im staatlich unterstützten Regionalverkehr an. Vorstandschef Hartmut Mehdorn will die Konzernzentrale offenbar trotz der Einwände der Bundesregierung von Berlin nach Hamburg verlegen.

Die Sanierung des Staatsunternehmens Deutsche Bahn (DB) kommt schneller voran, als vom Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn und Verkehrspolitikern ursprünglich erwartet. Nach Angaben aus der Konzernspitze werden die Betriebsergebnisse für 2005 beim Regionalverkehr und bei den Fernzügen deutlich über der ursprünglich Kalkulation liegen. Auch bei den zuletzt stark defizitären Gütertransporten auf der Schiene gebe es erhebliche Fortschritte.

Sieben Milliarden Euro Unterstützung

Die höchsten Gewinne fallen weiterhin bei den Regionalzügen und S-Bahnen an, deren Betrieb vom Eigentümer der Bahn, dem Bund, finanziell stark unterstützt wird. Die Bundesregierung gibt den Ländern fast sieben Milliarden Euro pro Jahr für den Nahverkehr. Die Länder bestellen und bezahlen mit diesem Geld die von ihnen gewünschten Zugverbindungen bei der DB sowie privaten und kommunalen Eisenbahnen. Der größte Teil der Bundesmittel, mehr als vier Milliarden Euro, fließt am Ende in die Kasse der DB.

Das Staatsunternehmen hatte im vergangenen Jahr beim Regionalverkehr fast eine halbe Milliarde Euro Gewinn erwirtschaft. Für 2005 hatte der Vorstand mit einem Überschuss von 475 Millionen Euro gerechnet. "Wir werden aber deutlich über dem Plan liegen", verlautete am Mittwoch aus der Konzernspitze. Das Betriebsergebnis werde dieses Mal sogar höher als eine halbe Milliarde Euro ausfallen.

In den kommenden Jahren muss die DB aber ausgerechnet bei ihrem lukrativsten Geschäftsbereich finanzielle Einbußen befürchten. Die Kooalition von Union und SPD will die Mittel des Bundes für den Regionalverkehr nach und nach deutlich reduzieren und bis einschließlich 2009 hier insgesamt 3,1 Milliarden Euro einsparen. Das könnte den geplanten Börsengang der Bahn beeinträchtigen.

Weitere Verluste vermeiden

Andererseits entwickelt der Fernverkehr, bei dem die DB ohne Mittel des Staates auskommen muss, ebenfalls besser als erwartet. Nach großen Defiziten in den vergangenen Jahren hatte der Vorstand bei den Fernzügen (ICE, IC, EC) für 2005 ein Minus zwischen 165 und 175 Millionen Euro kalkuliert. Stattdessen wird es den Angaben aus den Konzernspitze zufolge schon in diesem Jahr gelingen, weitere Verluste zu vermeiden. 2006 könne ein Gewinn eingefahren werden. Ursprünglich war erst für 2007 ein ausgegliches Ergebnis erwartet worden.

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