Einkaufsmanagerindex fällt Deutsche Industrie wächst kaum noch

Die Euro-Schuldenkrise und die abkühlende Weltkonjunktur schaden dem Wachstum der deutschen Industrie: Der vom Markit-Institut erhobene Einkaufsmanagerindex fiel im September um 0,6 Punkte auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren - laut Markit-Experten ein Warnsignal dafür, dass die Industrie sich der Stagnation nähert.

Die deutsche Industrie wächst kaum noch. Im Sog der Euro-Schuldenkrise und der sich abkühlenden Weltkonjunktur fiel der vom Markit-Institut erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) im September um 0,6 Punkte auf 50,3 Zähler. Er hielt sich damit nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und markierte den tiefsten Stand seit zwei Jahren.

Container am Hamburger Hafen: Die abkühlende Weltkonjunktur und die Euro-Schuldenkrise schaden der deutschen Industrie.

(Foto: dapd)

Mit den am Montag veröffentlichten endgültigen Daten der Umfrage unter 500 Firmen wurde allerdings eine erste Schätzung um 0,3 Zähler überboten. Während die Produktion noch moderat zulegte, war der Auftragseingang bereits den dritten Monat in Folge rückläufig. Das Minus war sogar so hoch wie seit Juni 2009 nicht mehr. "Der September-PMI ist ein weiteres Warnsignal, dass sich die deutsche Industrie der Stagnation annähert", sagte Markit-Ökonom Chris Williamson.

Bei den Auslandsbestellungen mussten die Firmen das größte Minus seit Mitte 2009 hinnehmen. Weniger gefragt auf den Weltmärkten waren die Produkte aller drei Hauptbereiche der deutschen Industrie. Der Vorleistungsgüterbereich vermeldete den stärksten Rückgang bei den Exportorders. Auch die lange Zeit erfolgsverwöhnte Stahlbranche spürt einen Umschwung: Nach starken Zuwächsen im ersten Halbjahr fährt die Branche um Weltmarktführer ArcelorMittal die Produktion etwas zurück.

Auch der deutsche Branchenprimus ThyssenKrupp drosselt seinen Ausstoß. Wie aus der Markit-Umfrage hervorgeht, sorgte die gedämpfte Nachfrage nach Vormaterialien und Rohstoffen dafür, dass sich die Liefersituation merklich veränderte. So verkürzten sich die durchschnittlichen Lieferzeiten in der deutschen Industrie erstmals seit 25 Monaten wieder. Der Beschäftigungsaufbau blieb robust. Allerdings ließ das Tempo zum zweiten Mal hintereinander nach, der Jobindex gab auf den tiefsten Wert seit Oktober 2010 nach.