Einigung im Tarifstreit Job-Garantie für Lufthansa-Flugbegleiter

Über ein Jahr zog sich der Tarifstreit zwischen Lufthansa und seinem Kabinenpersonal, selbst der Streik im September brachte keine Einigung. Doch nun scheint der Konflikt beigelegt: Bis 2014 wird kein Flugbegleiter mehr entlassen.

Die Lufthansa-Flugbegleiter haben es geschafft. Nach wochenlangen Verhandlungen haben sie ein deutlich höheres Gehalt durchgedrückt - 2013 erhält das Kabinenpersonal fast 4,6 Prozent mehr als noch in diesem Jahr. Gefordert hatten sie fünf Prozent, Lufthansa hatte 3,5 geboten. Außerdem zahlt Deutschlands größte Fluglinie einmalig jedem Angestellten 320 Euro, auf Kündigungen wird bis Ende 2014 komplett verzichtet. "Das ist gerade in Zeiten, wo in anderen Teilen des Konzerns Arbeitsplätze abgebaut werden, sehr wichtig", sagte der Chef der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies. Lufthansa hatte im Gegenzug durchgesetzt, dass die Gehaltsstufen über die Jahre hinweg langsamer ansteigen und die Mitarbeiter flexibler eingesetzt werden können.

Schlichter Bert Rürup hat damit den langen Tarif-Streit zwischen der deutschen Lufthansa und der Kabinengewerkschaft Ufo beigelegt. 15 Monate rangen die Parteien bereits um eine Einigung - bisher immer erfolglos. Das Kabinenpersonal wehrte sich vor allem gegen die geplante Vergrößerung von Germanwings. Lufthansa-Vorstandschef Christoph Franz hatte angekündigt die Billigflieger sollen ab 2013 alle innerdeutschen und europäischen Verbindungen übernehmen, die nicht über die Drehkreuze abgewickelt werden. Deshalb werden 35 Lufthansa-Jets ab dem neuen Jahr unter dem Logo von Germanwings fliegen.

Die Flugbegleiter befürchteten aufgrund dieser Umstrukturierungen ihre Arbeitsplätze zu verlieren oder Gehaltseinbußen durch den möglichen Wechsel zu Germanwings. Mit einem bundesweiten dreitägigen Streik wollte das Kabinenpersonal im September den Druck auf die Unternehmensführung erhöhen, doch das Managment ließ sich in seinen Plänen nicht beirren.

Nun haben sich die Parteien drauf verständigt, dass auch all diejenigen, die zur Billigtochter Germanwings wechseln müssen, weiterhin Mitarbeiter der Lufthansa bleiben und damit zu den gleichen Konditionen arbeiten.

Die Gewerkschaft der Flugbegleiter muss sich in einer Urabstimmung noch die Zustimmung aller Mitglieder einholen. Das hatte Ufo-Chef Baublies schon vor Beginn der Schlichtungsgespräche angekündigt. Zu erwarten ist aber, dass der Beschluss angenommen wird.