Gezockt, verhandelt, Kompromiss gefunden: Die IG Metall verständigt sich mit den Arbeitgebern auf eine ordentliche Lohnerhöhung. Doch die Einigung gefällt keiner der Tarifparteien.
Mächtig geheult hatten in den vergangenen Wochen beide Tarifparteien - die Arbeitnehmer wie auch die Arbeitgeber. Acht Prozent mehr Lohn forderte die in der Republik immer noch am besten organisierte Industriegewerkschaft Metall. Doch die Arbeitgeber boten gerade mal 2,1 Prozent plus Einmalzahlung. Die Metaller - seit Jahrzehnten streik- und kampferprobt - wollten sich nicht so billig abspeisen lassen. Sie übten den Aufstand in Form von Warnstreiks. Ihr gutes Recht.
Echte Freude sieht anders aus: Gesamtmetallchef Martin Kannegiesser (l.) und IG-Metall-Vorsitzender Berthold Huber nach der Einigung. (© Foto: AP)
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Nach rund 22 Stunden dauernden Verhandlungen ist nun also ein Kompromiss gefunden. Von Februar 2009 an erhalten die Beschäftigten in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie 2,1 Prozent mehr Lohn, drei Monate später in einer zweiten Stufe nochmals 2,1 Prozent. Für den Extremfall haben die Arbeitgeber den Gewerkschaftern einen Puffer abgerungen - die zweite Erhöhung kann um bis zu sieben Monate geschoben werden. Und ehe die erste Lohnerhöhung greift, freuen sich die Metaller über eine Einmalzahlung in Höhe von 510 Euro. Als Übergangslösung sozusagen. Das Modell aus Baden-Württemberg wird bundesweit Nachahmer finden.
Doch echte Freude wird der Kompromiss nicht bringen - weder bei den Arbeitgebern noch bei den Arbeitnehmern. Weil die Republik vor dem Abschwung und damit vor einer besonders schwierigen Situation steht, gleicht diese Einigung eher einer Notgeburt. Der Deal kam quasi auf Biegen und Brechen und unter massivem Zeitdruck auf die Welt, damit beide Seiten ihr Gesicht wahren können.
Die Arbeitgeber mussten flächendeckende Streiks verhindern, denn in der Metallbranche sind die Auftragsbücher derzeit noch gutgefüllt - obwohl schon vielerorts die hässlichen Wörter Konjunkturabschwung und Rezession gefallen sind. Und was hätte wohl die Politik gesagt, wenn produktionslose Arbeitstage aus der Streikkasse der IG Metall bezahlt worden wären, die Arbeitgeber sie letzendlich aber dazu genutzt hätten, um Überkapazitäten zu Lasten der Arbeitnehmer abzubauen?
Unter Druck stand aber auch IG-Metall-Chef Berthold Huber. Es war klar, dass er die Tarifrunde angesichts der immer wieder geforderten acht Prozent niemals unter vier Prozent abschließen würde. Dafür ist die Streikkasse der größten deutschen Gewerkschaft einfach zu gut gefüllt. Auch eine bis zu den Zulieferern ausgetüftelte Streikstrategie dürfte die Zahlungsbereitschaft der Arbeitgeber positiv beeinflusst haben. Für Huber allerdings war es die erste Tarifrunde in seiner Funktion als Erster Vorsitzender - er selbst wollte seinen Metallern ein Signal senden.
Mit einer längeren Laufzeit des Tarifvertrags von nunmehr 18 Monaten kommt die IG Metall den Arbeitgebern einen großen Schritt entgegen. Neue Tarifgespräche - ein Kernanliegen der Gewerkschaften - wird es so schnell nicht geben. Aber eben auch keine neuen Arbeitsplätze, denn die Arbeitgeberseite spricht schon unmittelbar nach der Einigung vom Jobabbau. Treffen wird es in erster Linie die Geringqualifizierten. Aber die sind ja irgendwie auch die Stiefkinder der Gewerkschaft.
(sueddeutsche.de/bgr)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Die Zeit und die Voraussetzungen für eine Lohnerhöhung für den Arbeitnehmer hätte nicht schlechter sein können. Nachdem die Spieler des größten Monopoly, das Weltfinanzsystem, es geschafft haben aus purer Sucht nach noch mehr Geld und Vermögen gepaart mit purem Egoismus und Dummheit die Weltwirtschaft in die Knie zu zwingen waren die Voraussetzungen für eine angemessene Lohnerhöhung der Arbeitnehmer aus der Metall- u. Elektroindustrie mehr als schlecht. Es immer das gleiche Spiel. Die das Geld verdienen durch ihrer Hände Arbeit müssen um angemessenen Lohn streiten und die Leute die es in der Hand haben setzen es aufs Spiel durch hochrisikobehaftete Anlageformen. Auch jetzt nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist werden dem kleinen Mann noch Anlageformen angeboten bei denen das Geld von Anfang an verloren ist, zumindest für den Anleger. Die Opfer sind immer die kleinen Leute die durch solche Ereignise um ihr sauerverdientes Geld gebracht werden. Die hochdotierten Betrüger laufen weiterhin strafrei herum und spähen ihre nächsten Opfer aus. Die Politik wird dafür sorgen das es so ist und bleibt.
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Nachdem der Bereich Arbeitspolitik von Südwestmetall bereits schon vor mehreren Jahren eigenmächtig sich über Wirklicheit hinwegsetzend entschied, den Fötus moderner Arbeitsstrukturen nicht mehr zu nähren, musste er sich im Uterus in ein Steinkind wandeln. Weniger eine Notgeburt fand daher gestern statt, sondern eine lebensrettende Maßnahme für die Mutter.
sagte Herr Huber,"Wir zahlen die Wirtschftskrise nicht",nach diesem Ergebnis kann man darüber nur lachen.Huber lässt "seine Arbeiter" zahlen!!!
Der Tarif-Abschluss ergibt eine jährliche Lohnerhöhung von 3,5% zzgl. Einmalzahlungen.
Rechenweg:
Tarif vertr. Laufzeit vom 01.01.2009 bis 30.06.2010 also 18 Monate.
1. Erhöhung 01.02.2009 30.06.2010 also 17 Monate x 2,1% = 35,70%
2. Erhöhung 01.06.2009 30.06.2010 also 13 Monate x 2,1% = 27,30%
1. und 2. Erhöhung 35,7% + 27,30% = 63% geteilt durch Tariflaufzeit 18 Monate =
3,50% Erhöhung pro Jahr.
Haben sich mal die Gewerkschaftsfunktionäre Gedanken darüber gemacht, wie ein Familienvater bei der sog. Gefühlten-Inflation von jährlich 20% seine Familie durch bringen soll???
Meiner Meinung nach wird dieser Abschluss mit einer Lohnerhöhung von ca. 2,8% p.a. (Laufzeit 18 Monate) bei vielen Gewerkschaftsmitgliedern einige Fragen aufwerfen.
Zum Beispiel:
Wieso bin ich Mitglied bei einer Gewerkschaft?
Wie ist sichergestellt, dass die Gewerkschaftsfunktionäre nicht bestochen wurden?
Vertritt die Gewerkschaft inzwischen wie SPD die Interessen ihrer Anhänger und Mitglieder,
nämlich gar nicht?
In der vorletzten IG-Metall Zeitschrift, forderte ein Vorstandsmitglied sogar, die Abschaffung der Erbschaftssteuer und erhob ernstliche bedenken, gegen die Widereinführung der Pendlerpauschale.
Wundert sich noch irgendjemand, dass der IG-Metall die Mitglieder davon laufen und sich die letzten 4 Jahre um die Hälfte dezimiert haben??????
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