Ende des Gas-Streits: Nach fast zweiwöchiger Lieferblockade pumpt der russische Monopolist Gazprom wieder Gas für Westeuropa in die Transit-Pipelines der Ukraine.
Russland nimmt offenbar am Dienstagvormittag die Gaslieferungen über die Ukraine nach Westeuropa wieder auf. Um acht Uhr MEZ werde man beginnen, wieder Gas in die Transit-Pipelines zu pumpen, teilte der russische Gasmonopolist Gazprom am Dienstag mit. Damit widersprach der Konzern einer früheren Äußerung der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, nach der das Gas bereits seit 02.00 Uhr MEZ wieder fließen sollte.
Russland pumpt wieder Gas in die ukrainischen Transit-Pipelines. (© Foto: Reuters)
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Russland hatte die Erdgaslieferungen in die Ukraine am 1. Januar gestoppt. Am 7. Januar wurde auch der Erdgastransit in die EU-Länder eingestellt. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, für das Dilemma verantwortlich zu sein. Die Unterbrechung der Lieferungen am 7. Januar hatte in mehreren europäischen Ländern zu Engpässen geführt.
Am Montag legten die beiden Länder den seit zwei Wochen schwelenden Streit jedoch mit einem neuen Abkommen bei. Die Nachbarstaaten unterzeichneten in Moskau einen Gasliefervertrag für eine Laufzeit von zehn Jahren. Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin kündigte anschließend an, das Gas werde in Kürze wieder fließen. Experten zufolge dürfte es ein bis zwei Tage dauern, bis das erste russische Gas Europa erreicht.
In Anwesenheit von Putin und Timoschenko unterschrieben die Chefs von Gazprom und Naftogaz, Alexej Miller und Oleg Dubina, das Abkommen am russischen Regierungssitz. Dabei handle es sich um einen Vertrag mit einer zehnjährigen Laufzeit, sagte Putin im russischen Fernsehen.
Das Abkommen wurde nicht veröffentlicht, Einzelheiten blieben unklar. Timoschenko sagte, die Ukraine werde in diesem Jahr pro 1000 Kubikmeter im Schnitt 230 Dollar zahlen, auch 2010 werde der Preis für ihr Land noch "zehn Prozent" unter dem Preis liegen, den die westeuropäischen Länder zahlen. Ein Energie-Berater des ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko sprach hingegen von einem Preis von 360 Dollar, der in den ersten drei Monaten dieses Jahres gelten werde.
Im vergangenen Jahr musste die Ukraine 179,50 Dollar für 1000 Kubikmeter Gas bezahlen. Am Montag hatte es geheißen, die Ukraine werde ab 2010 die in Europa üblichen Gaspreise zahlen.
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/AFP/Reuters/aho/mel)
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