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Ein Jahr nach Insolvenz – Der Investor

Der Investor

Wenige Monate ist es her, da interessierte sich auf einmal ein Mann für Schlecker, den niemand kannte bislang: der Österreicher Rudolf Haberleitner. Unternehmenssanierer nennt er sich, verspricht Anlegern seines Private-Equity-Fonds "TAP 09" 20 Prozent Rendite und will ein europäisches Nahversorger-Netz unter dem Phantasienamen "Dayli" aufbauen: "3000 Filialen in 20 Ländern, von Süddeutschland bis Ex-Jugoslawien. Ich will den ganzen Balkan, so schaut's aus." In Deutschland will er mehr als 500 alte Filialen anmieten und 3000 Stellen schaffen. Manche, die sein Umfeld kennen, warnen vor einem "seltsamen Auftreten"; so versuchten Mitarbeiter, sich ohne Gegenleistung existierende Listen der lukrativsten Schlecker-Filialen zu besorgen. Auch der Blick nach Österreich kann nachdenklich machen: Dort hat Haberleitner bereits mehrere Hundert Schlecker-Filialen übernommen. Doch außer neuen Logos hat sich wenig getan: Oft sind die Regale leer, und mitunter tragen die Verkäuferinnen noch ihren alten Schlecker-Kittel.

Bild: dapd 19. Januar 2013, 18:372013-01-19 18:37:05 © SZ vom 19.01.2013/soli