Von S. Haas

Vor einem Jahr flog der Überwachungsskandal beim Discounter Lidl auf - Betriebsrätin Ulrike Schramm-de Robertis bilanziert, was sich geändert hat.

Ulrike Schramm-de Robertis klingt heute gelassener als vor einem Jahr. Damals kam heraus, dass der Lebensmittel-Discounter Lidl mit Hilfe von Detektiven und Videokameras Beschäftigte in zahlreichen Filialen monatelang überwacht hatte.

Vor einem Jahr wurde der Überwachungsskandal bei Lidl bekannt. (© Foto: AFP)

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"Das Verhalten der Führungskräfte ist besser geworden. Lidl achtet mehr darauf, dass sie sich ihren Mitarbeitern gegenüber korrekt verhalten", sagt die 44-Jährige. Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi registriere "kleine Verbesserungen", da Überstunden aufgeschrieben und bezahlt würden, so die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane zur SZ.

Als Betriebsrätin eine "Exotin"

Ulrike Schramm-de Robertis arbeitet seit 2001 bei Lidl, leitet heute eine Filiale in Bamberg und ist Chefin von 17 Mitarbeitern. Gleichzeitig ist sie Betriebsratsvorsitzende in der Filiale. "Betriebsräte haben nach wie vor kein leichtes Leben bei Lidl. Bis zur gesetzlich vorgeschriebenen vertrauensvollen Zusammenarbeit von Geschäftsleitungen und Betriebsräten ist es noch ein langer, steiniger Weg", sagt Gewerkschafterin Mönig-Raane. Als Betriebsrätin ist Schramm-de Robertis bei Lidl immer noch eine "Exotin".

Nach Angaben des Unternehmens gibt es nur in acht von etwa 3000 Filialen eine solche Arbeitnehmervertretung. Die Frau ist inzwischen aber auch so etwas wie das Gesicht der Lidl-Belegschaft. Wann immer es darum geht, die Rechte der Arbeitnehmer öffentlich "einzuklagen", ist Schramm-de Robertis an vorderster Front, wie beispielsweise am Sonntag in der Talkshow von Anne Will. Im Anschluss an einen Tatort-Krimi, der im Discounter-Milieu spielte, wurde über die Arbeitsverhältnisse bei den Billigheimern diskutiert.

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