Die Pin Group will die Einführung eines Post-Mindestlohns nicht widerstandslos hinnehmen. Der Konzern hat das Bundeskartellamt eingeschaltet - und kündigt weitere Entlassungen an.

Der private Briefzusteller Pin Group geht gegen den vereinbarten Post-Mindestlohn beim Bundeskartellamt vor. Pin beantragte ein Eilverfahren gegen den Tarifvertrag zum Post-Mindestlohn, weil er den Wettbewerb behindere. Daher müsse das Kartellamt die gesetzliche Ausweitung des Vertrags auf die gesamte Branche über das Entsendegesetz zum 1. Januar 2008 untersagen, argumentierte das Unternehmen am Donnerstag.

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Außerdem gab das Unternehmen unter Hinweis auf den Mindestlohn die Entlassung von 880 Mitarbeitern bekannt. Die Kündigungen seien bei den Arbeitsagenturen angezeigt worden, teilte das Unternehmen in Luxemburg mit.

Von den Entlassungen sind zunächst 100 Mitarbeiter in Hamburg, 230 in Niedersachsen, 250 in Hessen und 300 in Nordrhein-Westfalen betroffen. Geprüft würden weitere Personalmaßnahmen bei den Pin-Gesellschaften in Bayern sowie in anderen Bundesländern.

"Nach heutigem Kenntnisstand müssen wir leider davon ausgehen, dass wir in den nächsten Tagen weitere Massenentlassungen anzeigen müssen", sagte Pin-Chef Günter Thiel. In der Aufbauphase der Pin Group könne sich das Unternehmen "einen Blockadelohn" von 9,80 Euro pro Stunde nicht leisten. Pin hatte bereits die Entlassung von mehr als 1000 Mitarbeitern angekündigt.

Die Pin Group, die mehrheitlich dem Medienhaus Axel Springer (Bild, Die Welt) gehört, ist mit 9000 Mitarbeitern nach eigenen Angaben der größte private Briefzusteller in Deutschland.

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(dpa/AFP/mah/woja)