Die Niederlande verkaufen traditionell viel Gemüse nach Deutschland - pro Woche exportieren sie Grünzeug im Wert von circa zehn Millionen Euro nach Deutschland.  Doch auch Bleker äußert angesichts von mittlerweile elf EHEC-Toten Verständnis für das Vorgehen der deutschen Behörden.

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Das Robert-Koch-Institut hatte am Mittwochabend erstmals vor dem Verzehr roher Gurken, ungekochter Tomaten und von Salat gewarnt. Diese Warnung gilt weiterhin, da die Quelle des Erregers bislang nicht zweifelsfrei feststeht. Der Darmkeim EHEC breitet sich seit Mitte Mai in Deutschland ungewöhnlich rasch aus.

Der Rheinländer Driessen baut seit acht Jahren nur Tomaten an - es ist ein hoch spezialisiertes Geschäft. Sein Gewächshaus ist 12.500 Quadratmeter groß. Überall ragen in langen Reihen die Pflanzen hinauf zum Glasdach. Es gibt immer gleichzeitig reife Tomaten, aber auch grüne, die noch Zeit brauchen.

So können der Landwirt, seine Frau und die sieben Angestellten ständig ernten, so können die Kunden stetig beliefert werden. Jetzt allerdings ist die Nachfrage zusammengebrochen, und keiner weiß, wohin mit der Ware.

Auch die Kollegen nicht, mit denen Driessen immer wieder telefoniert. "Wir haben Riesenprobleme."

Der Landwirt rechnet vor: Allein die Energie fürs Treibhaus kostet 6000 Euro die Woche, dazu kommen Lohnkosten für die Angestellten und Investitionen in ein neues Gewächshaus, das gerade entsteht. Auf der Einnahmeseite dagegen Leere.

Ernte, aber wozu?

"Wenn das so weitergeht, dann gehen hier in vier Wochen die Lichter aus", sagt er. "Dann ist Schluss." Doch erstmal werden nun die 30 Tonnen geerntet, wenn auch nicht klar ist, wozu.

Zwei bis drei Tage können sie noch in Kisten lagern, dann sind die Tomaten unverkäuflich. Aufs Feld kippen? Oder Biogasanlagen? "Nehmen die das?" fragt der Landwirt. Und in ein paar Tagen sind wieder 30 Tonnen Tomaten rund und schön - reif für den Verkauf - oder die Entsorgung. 

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  1. Die Angst des Käufers vor der Tomate
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(sueddeutsche.de/dpa/pak)