Ecuadors Präsident behält fällige Zinszahlungen an ausländische Geldgeber in der Staatskasse. Die Begründung: Ein angeblich rechtswidriges Verhalten der Gläubiger.

Ecuador verweigert Zinszahlungen für Auslandskredite. Der linksgerichtete Staatschef Rafael Correa sagte, er habe angeordnet, am Montag fällige Zahlungen in Höhe von 30,6 Millionen Dollar (knapp 23 Millionen Euro) nicht vorzunehmen. In einer Ansprache am Samstag forderte Correa einen deutlichen Schuldenerlass für sein Land.

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Ecuadors Präsident Correa fordert einen massiven Schuldenerlass. (© Foto: AFP)

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Die verweigerten Zinszahlungen sind im Rahmen einer 2012 auslaufenden Anleihe fällig, die Ecuador infolge einer Wirtschaftskrise um die Jahrtausendwende aufgenommen hatte. Der Kurs für diese Staatsanleihen mit einem Volumen von 510 Millionen Dollar ist seit September auf ein Viertel des damals erreichten Wertes gefallen. Correa kündigte an: "Wir wollen einen Vorschlag vorlegen, wonach ein Teil der Schulden anerkannt wird, aber zu einem viel niedrigeren Preis." Zur Begründung seiner Entscheidung sagte der studierte Wirtschaftswissenschaftler Correa, die Zinszahlungen seien "nicht rechtens". Die Regierung richte sich auf Prozesse und Sanktionen ein.

"Ernsthafte Hinweise"

Bei seiner wöchentlichen Rundfunkansprache am Samstag forderte Correa, die Summe von Ecuadors Auslandsschulden bei Banken in Höhe von derzeit 3,8 Milliarden Dollar müsse neu festgelegt werden. Er werde eine "sehr deutliche" Verringerung der Schuldensumme vorschlagen.

Bereits vergangenen Monat hatte die Regierung in Quito angekündigt, knapp 40 Prozent der Ausslandsschulden von rund zehn Milliarden Dollar nicht zu zahlen, da die Höhe der Summe durch Korruption und illegale Machenschaften zustande gekommen sei. Die Rückzahlungen sind in den Jahren 2012, 2015 und 2030 fällig. Ecuador hat die Folgen des gefallenen Ölpreises zu tragen. Das Land bestreitet rund 40 Prozent seines Haushalts durch den Handel mit Öl.

Die deutsche Entschuldungsinitiative erlassjahr.de begrüßte die Zahlungsverweigerung Correas. Es gebe "ernsthafte Hinweise" auf rechtswidriges Verhalten der Gläubiger bei der Umwandlung alter Bankschulden in die aktuellen Schuldenbeträge, teilte die Initiative am Samstag in Düsseldorf mit. "Ecuador hat bereits Millionen für überteuerte Exporte, verfehlte Entwicklungsprojekte und zweifelhafte Bankenforderungen gezahlt." Mit seinem "mutigen Schritt" öffne Ecuador den Weg zu einer verantwortlicheren Kreditvergabe in der Zukunft, erklärte erlassjahr.de-Koordinator Jürgen Kaiser.

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(sueddeutsche.de/AP/AFP/tob)