Der Airbus A 320 wird in Zukunft wohl nur noch in Hamburg produziert und nicht mehr in Toulouse. Doch Deutschland könnte einen hohen Preis bezahlen: den Verlust der Produktion des A 380.
EADS- und Airbus-Chef Louis Gallois soll gegenüber Gewerkschaftern bestätigt haben, dass die A320-Baureihe, also das erfolgreiche Mittelstreckenflugzeug des Unternehmens, von Toulouse nach Hamburg verlagert wird, berichteten französischen Zeitungen am Montag.
Die Produktion des Airbus A320 - wie hier in Toulouse - könnte schon bald vollständig in Hamburg angesiedelt werden. (© Foto: AFP)
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Dies könnte ab 2013 geschehen, wenn eine neue Version des A320 auf den Markt kommen soll. Deutsche Luftfahrt-Experten und Gewerkschafter in Toulouse bezeichnet dies als logischen Schritt, damit der Konzern Kosten sparen kann.
Im Gegenzug würde das Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder aber seine Anteile bei der Produktion des A380 verlieren. Auch der neue Langstreckenjet A350 würde dann künftig in Frankreich produziert.
Skepsis bei französischen Gewerkschaften
Die mögliche Neuaufteilung wird von Gewerkschaftern in Frankreich kritisch gesehen, weil die A320-Familie mehr als die Hälfte zum Umsatz von Airbus beiträgt und dies ein sinkendes Arbeitsaufkommen und entsprechende Stellenstreichungen für die Franzosen bedeuten könnte.
EADS wollte die Berichte nicht kommentieren, Airbus nannte sie ,,Spekulationen.'' Es sei noch keine Entscheidung gefallen, sagte eine Sprecherin in Toulouse.
Würden die Überlegungen umgesetzt, wären in Toulouse 2000 Arbeitsplätze gefährdet. Hamburg könnte zwar Jobs in ähnlicher Größenordnung hinzugewinnen, müsste jedoch in anderen Bereichen voraussichtlich reduzieren.
Vier Standorte stehen zur Disposition
Airbus will den Berichten zufolge zudem vier Produktionsstandorte streichen, zwei davon in Frankreich und zwei in Deutschland.
Betroffen sollen die Werke in Saint-Nazaire Stadt, Méaulte, Nordenham und Varel sein. Die Werke sollen in Zulieferbetriebe verwandelt und ausgegliedert werden. Weitere Standorte in Deutschland sollen dem Modell folgen.
In den Werken werden Einzelteile wie Cockpits für die Endmontage hergestellt. Allein an den beiden deutschen Standorten sind 3300 Mitarbeiter beschäftigt.
Analysten fordern mehr
Damit bliebe Airbus hinter den Forderungen von Finanzanalysten zurück. Goldman Sachs hatte zuletzt in einer Studie sogar sieben Standorte zur Disposition gestellt.
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