Milliardenteure Verzögerungen beim Militärtransporter Airbus A400M haben EADS in die roten Zahlen gedrückt. Ein weiteres Problem wirkt sich noch nachhaltiger aus.

Neben den milliardenschweren Zusatzkosten für den Militärtransporter A400M bereitet vor allem der schwache Wechselkurs des Dollar dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS große Schwierigkeiten.

Der Militärtransporter Airbus A400M bringt den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS in die finanzielle Schieflage. (© Foto: AP)

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Der Dollarkurs hänge "wie ein Damoklesschwert" über dem Konzern, sagte EADS-Chef Louis Gallois am Donnerstag im französischen Radiosender BFM. "Jedes Mal, wenn der Dollar um zehn Cent fällt, verlieren wir auf Dauer mehr als eine Milliarde Euro." Diese Lage sei "unerträglich" für EADS. Der Konzern müsse deshalb noch mehr sparen und seinen Sparplan Power8 erweitern. In den kommenden drei bis vier Jahren müsse EADS "rund eine Milliarde zusätzlich" einsparen.

Unter dem Strich verzeichnete EADS bis zum September einen Fehlbetrag von 705 Millionen Euro gegenüber einem Nettogewinn von 867 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2006. Der Umsatz belief sich auf 27,8 (Vorjahr: 27,5) Milliarden Euro.

Belastet wurden die Zahlen auch von den Sonderaufwendungen für den A350XWB und den weltgrößten Passagierjet A380, der vor zwei Wochen den Liniendienst aufgenommen hat. EADS-Tochter Airbus hatte im Oktober eingeräumt, die bisher für Ende 2009 geplante Erstauslieferung seines Militärtransporters erfolge nun frühestens April 2010. Eine weitere Verspätung um ein halbes Jahr sei möglich. Schon zuvor hatten monatelange Lieferverzögerungen beim A380 Airbus und die Muttergesellschaft EADS in eine tiefe Krise gestürzt.

2006 war das EADS-Ebit von 2,8 Milliarden im Vorjahr auf nur noch 399 Millionen Euro eingebrochen. Wegen der Probleme beim A400M senkte der Konzern auch für dieses Jahr die Prognose. Erwartet werde jetzt ein Ebit "an der Gewinnschwelle", hieß es. Grundlage ist die Auslieferung von 440 bis 450 Flugzeugen. Zuvor war der Vorstand noch von einem operativen Gewinn von gut 400 Millionen Euro ausgegangen.

Bis September hat Airbus 330 Flugzeuge (Vorjahr: 320) ausgeliefert und Brutto-Bestellungen über 854 Flugzeuge erhalten. Für den A380 lagen zu diesem Zeitpunkt 173 Festbestellungen und Kaufzusagen vor.

Zum 30. September belief sich der Auftragsbestand von Airbus auf 248,5 (Jahresende 2006: 210,1) Milliarden Euro basierend auf Listenpreisen. Das entspreche 2 994 Flugzeugen (Jahresende 2006: 2533), hieß es weiter.

"Die Regierungen können nicht abseits stehen"

Airbus-Chef Tom Enders und sein Team arbeiteten derzeit daran, das Sparprogramm "Power 8" um einige Maßnahmen zu erweitern. Die Wechselkursentwicklung ist vor allem für Airbus problematisch, weil die wichtigste Sparte des EADS-Konzerns vorwiegend im Euro-Raum produziert.

Flugzeuge werden aber international in Dollar abgerechnet. Das vor gut einem Jahr verkündete Sanierungsprogramm sieht den Abbau von gut 10.000 Stellen und den teilweisen oder vollständigen Verkauf von mehreren Standorten vor. Der Verkaufsprozess ist allerdings ins Stocken geraten. Gallois sagte, es würden "bald" Entscheidungen bekanntgegeben.

Mit Blick auf die Probleme beim A400M machte Gallois seine Erwartung deutlich, dass es auch von Seiten der involvierten Regierungen einen Beitrag zur Lösung geben müsse. "Die Regierungen können nicht abseits stehen." Die ersten Maschinen des A400M sollten Ende 2009 an die französische Luftwaffe gehen. Die Bundeswehr ist mit 60 Maschinen der größte Abnehmer. Insgesamt lagen bis Ende Juni 192 Bestellungen für den Militärtransporter aus neun Nationen vor.

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(sueddeutsche.de/dpa/AFP/woja/mah)