Pleiten, Pech und Pannen: Die Bilanz des A400M gleicht einem Desaster, für Rüstungsstaatssekretär Wolf ist ein Ausstieg inzwischen eine ernsthafte Option.
Die Bundesregierung und ihre Partner beim Projekt des Militär-Airbus A400M erhöhen den Druck auf die in Lieferverzug geratene Herstellerfirma EADS. Dabei ist der Ausstieg aus dem Kaufvertrag eine ernsthafte Option. Das sagte Rüstungsstaatssekretär Rüdiger Wolf der Süddeutschen Zeitung.
So sollte es eigentlich aussehen, wenn der Militärtransporter A400M abhebt. (© Foto: ddp)
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Die bisherige Bilanz des Projekts A400M ist eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen. Im Mai 2003 wurde der Vertrag zwischen dem Rüstungskonzern EADS und den Ländern Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Türkei, Belgien und Luxemburg über die Lieferung von insgesamt 180 Maschinen des neu zu entwickelnden Militärtransporters geschlossen. Deutschland will 60 Flugzeuge beschaffen. Doch bislang gibt es kein einziges flugfähiges Exemplar. Die Verzögerungen haben bisher bei EADS einen Verlust von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht.
Der A400M-Vertrag räumt den Bestellernationen, vertreten durch die europäische Rüstungsagentur Occar, ein Kündigungsrecht zum 31. März dieses Jahres ein, wenn sich der Erstflug eines Prototyps um mehr als 14 Monate verzögert. Dies ist eingetreten. Die Occar sollte in den zurückliegenden Wochen den Entwicklungsstand des Projekts prüfen und eine Empfehlung abgeben, ob sich die Fortsetzung des Programms lohnt oder ob die beteiligten Nationen besser aussteigen sollten. "Dies ist uns bedauerlicherweise bis zum heutigen Tage nicht gelungen", sagte am Mittwoch der für Rüstung zuständige Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Rüdiger Wolf. "Es liegen uns bis heute keine in ausreichender Qualität bewertbare Informationen zum Programmstand vor."
Verlängerte Kündigungsfrist
Die Verteidigungsminister der beteiligten Staaten haben deshalb in der vorigen Woche in Prag beschlossen, mit der für den A400M zuständigen EADS-Tochter AMSL eine Verlängerung der Kündigungsfrist auszuhandeln. Von mindestens drei Monaten ist die Rede, Wolf hält sechs Monate für realistischer. Der Staatssekretär zeigte sich nach einem Telefonat mit EADS-Chef Tom Enders zuversichtlich, dass AMSL diesem Ansinnen zustimmen werde. Andernfalls müssten die Partnernationen spätestens bis Ende April über den Ausstieg aus dem Projekt entscheiden, sagte der Staatssekretär.
Eine Verlängerung der Kündigungsfrist kommt für die Bestellernationen laut Wolf nur in Betracht, "wenn damit alle Rechte aus dem Vertrag für die Nationen gesichert bleiben". Sie soll AMSL Gelegenheit geben, die Fragen der Besteller endlich zu beantworten. Dabei sei klar, dass nur dann wirksam Druck auf AMSL ausgeübt werden könne, "wenn eine ernsthafte Option am Ende dieser drei oder auch sechs Monate tatsächlich die Kündigung ist".
Wolf sagte, es gebe bei den Partnernationen übereinstimmend einen "Grundoptimismus", dass die technischen Herausforderungen des Flugzeugs zu bewältigen seien. Die Bestellernationen dürften jedoch kein "Endlosrisiko" eingehen. Darin sei er sich mit Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) einig. "Wir sehen zwar die industriepolitische Bedeutung dieses Vorhabens, aber das heißt nicht, dass wir uns von EADS auf der Nase herumtanzen lassen", sagte Wolf.
Die FDP fordert unterdessen die Reduzierung des Lieferumfangs von 60 Maschinen für die Bundeswehr. Außerdem müssten die seit Jahren bestehenden Fähigkeitslücken beim Lufttransport angesichts der zunehmenden Belastungen in den Auslandseinsätzen schnellstmöglich geschlossen werden, sagte die FDP-Wehrexpertin Elke Hoff.
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(SZ vom 19.03.2009/mel)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Ein Glück, daß hier "nur" die A400-M im Gespräch ist. Das Gerät der Flugbereitschaft ist ja nu auch nicht grade state of the art.
Das die FDP Wehrexpertin sag ,weniger als 60 A-400 zeugt von sehr viel Dummheit,in den vergangenen Jahren seit 1990,hat sich diese Splitterpartei, bei Fragen der Ruestung als total Unfaehig erwisen. Es gab sogar einen FDP Experten der keine neuen Jagtflugzeuge kaufen wollte und die Bundeswehr auf 100.000 Mann mit allen drei waffengattungen absenken wollte. Die 60 Flugzeuge sind das Minimum der Luftwaffe,es gaebe da noch die Alternatieve der AN- 7 oder der IL-76 M die C-117 ist viel zu teuer. Das Airbus in der Planung total versagt hat ist Eindeutig,nur Militaertransporter sind nicht viele auf dem Markt,da auch die C-130 aus den Jahre 1954 stammt und viel zu schmal ist. Vieleicht hat die sogenannte FDP Wehrexpertin den Rat,die Bundeswehr mit Pfeil und Bogen auszuruesten.
Denn Russland hat längst ein Transportflugzeug, das so u^ziemlich alle vernünftigen Anforderungen der Militärs erfüllt. Würde EADS mit dem russischen Konkurrenten zusammen arbeiten, dann ätten BEIDE sehr viel davon, nämlich
- Knowhow Transfer statt extrem teuerer unabhängiger eigener Forschung!
- weitaus kostengünstiger herstellbare Grosstransporter!
- Unabhängigkeit vom -unfairen- US-Konkurrenten Boeing!
Wie in solchen Fällen leider üblich, werden sich die Deutschen nicht getrauen, diesen Ausweg zu beschreiten, obwohl nur der, und DAS ist besonders wichtig, die sofortige Verfügbarkeit der dringend notwendigen Lufttransportkapazität zur Folge hätte, um bei Bedarf die deutsche Bundeswehr sozusagen autonom und relativ schnell aus Afghanistan ausfliegen zu können!
Nachdenken vor dem schreiben...
Völlig richtig, dass man sich darüber streiten kann, ob Interventionspolitik seitens der Bundeswehr/Bundesregierung richtig ist.
Aber was bitte beuten wir in Afghanistan, dem Kosovo, im Mittelmeer vor dem Libanon oder in den internationalen Gewässern am Horn von Afrika aus?
Es ist niemandem mit plattem Populismus geholfen - also wenn man Kritik an etwas, zum Beispiel der Verteidigungspolitik üben will, dann sollte man sich erst darüber informieren.
... sollte man "Verteidigungspolitik" neu definieren??
Solche Fluggeräte braucht nur der, der eine Invasions-, Besetzungs- und Ausbeutungspolitik a la US-Gov betreiben will und "humanitäre Hilfe" als moralisches Feigenblatt vor seine eigentlichen Ziele hält.
Und wir sind nicht der 51. Bundesstaat der USA!