Dickes Auftragspolster und ein Milliardengewinn: Eigentlich hätten die Manager des Luftfahrtkonzerns EADS allen Grund zur Freude - wäre da nicht ein altes Sorgenkind.
EADS stellt sich auf turbulente Zeiten ein. Nach einem erfolgreichen Jahr 2008 schauen die Manager des Luft- und Raumfahrtkonzerns mit Sorge in die Zukunft.
Sorgenkind A400M: Airbus stellt sich auf weitere Verzögerungen bei dem Militärflieger ein. (© Foto: AP)
Anzeige
Schwierigkeiten machen vor allem die erneuten Verzögerungen beim Militärtransporter A400M, teilte das Unternehmen mit.
Die Verspätungen beim A400M könnten 2009 zu hohen Sonderaufwendungen führen, hieß es weiter. 2008 waren bereits rund 700 Millionen Euro an Belastungen durch den Militärflieger angefallen.
Theoretisch hätten die Auftraggeber nun das Recht, den Vertrag zu kündigen. Dann wäre die Rückzahlung der bisher geleisteten Anzahlungen in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro fällig. Dieses Szenario sei aber unwahrscheinlich, betonte EADS. Zunächst werde mit den Kunden über den Zeitplan gesprochen. Das operative Ergebnis vor Einmaleffekten werde 2009 daher wahrscheinlich niedriger ausfallen als 2008.
Airbus kämpft bereits seit längerem mit Schwierigkeiten bei der Produktion des neuen Transportflugzeugs. Unter anderem gibt es Probleme mit der Software zur Triebwerksteuerung.
Ende des dritten Quartals hatte das Unternehmen für Verspätungen bei dem Militärtransporter bereits gut 1,75 Milliarden Euro zur Seite gelegt. Die Auslieferung der Maschine klappt voraussichtlich nicht vor 2012. Geplant war ursprünglich Ende 2009.
Geringerer Auftragseingang
Hinzu kommen steigende Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, sinkende Preise am Markt, steigende Kosten und nicht zuletzt die Wirtschaftskrise. Für 2008 wies der Konzern aber noch gute Umsatz- und Gewinnzahlen aus.
Das vergangene Jahr lief allerdings noch gut für EADS. Nach einem Verlust von 446 Millionen Euro wurde wieder ein Gewinn von fast 1,6 Milliarden Euro eingefahren.
Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Unternehmenswerte und außerordentlichen Posten, erreichte 2,8 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um elf Prozent auf 43,3 Milliarden Euro.
Nach unten zeigte allerdings der Auftragseingang. Er sank im Vergleich zum Vorjahr von knapp 137 auf 99 Milliarden Euro. Dafür bleibt dem Konzern ein dickes Auftragspolster.
Mit zuletzt rund 400 Milliarden Euro war es so dick wie noch nie in der Unternehmensgeschichte. Die EADS-Aktie reagierte mit einem deutlichen Kursplus auf die Nachrichten. Zu Handelsbeginn legte das Papier um 2,94 Prozent auf 10,945 Euro zu.
- Thema
- Unternehmen RSS
- Airbus Rückendeckung für das Sorgenkind 02.03.2009
- Airbus A400M Erfolgreich abgehoben 11.12.2009
- Boeing Der Präsident fliegt amerikanisch 29.01.2009
- Nach Hilferuf des EADS-Chefs Berlin springt Airbus bei 27.01.2009
- Airbus-Militärtransporter A400M "Mission Impossible" 20.01.2009
- Interview: Beiersdorf-Chef Quaas "Die Haut ist doch überall gleich" 17.05.2010
- Luxuskonzerne Italienischer Chic für China 15.05.2010
(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/tob/hgn)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
Zitat:"Es geht doch hier nicht nur um einen modernes Transportflugzeug zu haben, es geht auch um die kompetenz Europa eigenständig so ein Flugzeug selber zu bauen.."
Ich bin da völlig ihrer Meinung. Aber was macht man, wenn man dafür den nötigen Sachverstand nicht hat? Muß man dann partout das Rad noch ein zweites Mal erfinden? Kann man nicht einmal anerkennen, das es Gebiete gibt, in denen uns der ehemalige Ostblock überlegen war?
Die Entwicklung des letzten Militärtransporters (der Transall) liegt nun fast 50 Jahre zurück. Die Bundeswehr fliegt jetzt diese Vögel seit fast 45 Jahren. An die Firmen, die damals an Bau und Entwicklung beteiligt waren, erinnert sich heute keiner mehr. Die Ingenieure, die die Transall konstruiert haben, sind längst im Ruhestand.
Bei EADS hat man wohl erstmal in den Gleisen eines Airbus gedacht und dem dann die Form eines Militätransporters gegeben hat. Mit anderen Worten man hat ein Rennpferd (mit all den Anfälligkeiten) konstruiert und später gemerkt, das man eigentlich einen Kaltblüter braucht.
Eine Kooperation mit Antonov wie von mir skizziert, hätte genau diesen Wissentransfer nach Deutschland bewirkt. Und neue Arbeitsplätze wären auch in Deutschland entstanden. Aber nein, der Staatskonzern EADS musste ja mit Aufträgen gefüttert werden.
Wenn ich so die Kommentare hier lese , nur Vorurteile , ich bin ganz und garnicht dafür das man den AN70 hätte kaufen müssen. Es geht doch hier nicht nur um einen modernes Transportflugzeug zu haben, es geht auch um die kompetenz Europa eigenständig so ein Flugzeug selber zu bauen , immerhin beschafft das Projekt zigtausende von Arbeitsplätzen . Die Politiker reden immer wieder von einer unabhängigkeit Europa in der Verteidigung , dazu gehört aber auch der Wille eine europäische Rüstungsindustrie zu haben die unabhängig von den USA oder Russland ist und das kostet was. Wer die Anfänge in den 70er mit Airbus und Ariane kennt weiss von was ich rede.
A.Q
Sieht man duch am A 400M. Die Aufträge gibt es da schon lange aber bis jetzt fliegt ja noch nicht mal ein Prototyp.
Weswegen der Satz, "Airbus kämpft bereits seit längerem mit Schwierigkeiten bei der Produktion des neuen Transportflugzeugs", auch völlig falsch ist. Es gibt keine Probleme bei der Produktion weil der Vogel immer noch in der ENTWICKLUNG ist.
Die Bundesregierung hätte 1997 die An-70 kaufen sollen. Die war zwar damals auch noch ein Prototyp, aber dafür einer der schon tatsächlich geflogen ist. Was wäre daran so schlimm gewesen? Antonov hat die An-70 von vorne herein so ausgelegt, das sie auch mit westlicher Avionik und westlichen Triebwerken augerüstet werden kann. Im ubrigen schlägt die An-70 den A 400M auf fast allen Gebieten. Bei der Größe von Nutzlasten, beim Gewicht der Nutzlasten, bei der Reichweite und der Geschwindigkeit. Nur der Preis inst viel niedriger als der vom A 400M. Aber darüber wird sich wohl niemand beschweren. Und auch Antonov Flugzeuge sind für ihre Langlebigkeit bekannt.
Es wäre sicher auch eine Lizenzproduktion in Deutschland möglich gewesen (natürlich nicht bei EADS). Warum auch nicht? Die Rümpfe würden dann in der Ukraine gefertigt. Und der Einbau von Triebwerken und Avionik erfolgt in Deutschland. leider kam es dazu nicht und deshalb wartet die Bundeswehr noch heute auf ein neues Transportflugzeug.
Übrigens, auch die Anschaffung AN-124 wäre für die Bundeswehr sinnvoll. Die Bundeswehr ist einer der intensivsten Nutzer jener sechs Maschinen, diesen Typs, die von der NATO gechartert wurden. Der Wartungsstützpunkt dieser Maschinen ist auch auf dem Flugplatz Leipzig/Halle.
"Nach unten zeigte allerdings der Auftragseingang. Er sank im Vergleich zum Vorjahr von knapp 137 auf 99 Milliarden Euro. Dafür bleibt dem Konzern ein dickes Auftragspolster. Mit zuletzt rund 400 Milliarden Euro war es so dick wie noch nie in der Unternehmensgeschichte."
Demnach arbeiten die Ihre Aufträge nicht ab?
Hat jemand eine bessere Erklärung?
Was sagt uns das? Auf die von EADS und Airbus versprochende Entwicklungszeit muss man 2 bis 6 Jahre hinzurechnen, um annähernd den Kern zu treffen.