Airbus will die horrenden Mehrkosten für den A400M auf die Besteller abwälzen. Doch ein vertraulicher Bericht vergiftet die Atmosphäre zwischen den Parteien.
"Das wird wirklich ein spannender Tag", sagt ein Beteiligter. In Berlin treffen sich die Kunden des Militärtransporters A400M mit Vertretern von EADS und Airbus, um sich endlich auf den Preis für die 180 bestellten Flugzeuge zu einigen und das Programm vor dem Aus zu bewahren.
Nur Ärger mit dem A400M: Wer bezahlt die hohen Mehrkosten? (© Foto: AP)
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Ob es den Durchbruch gibt? Da wagt keiner einer Prognose. Die Atmosphäre ist aber vergiftet. Ein bis dahin "streng vertraulicher" Bericht der Prüfer von Pricewaterhouse Coopers (PwC) fand seinen Weg ins Handelsblatt.
PwC untersucht darin die Vorgänge rund um die A400M und kommt darin im Wesentlichen zu zwei Schlussfolgerungen: Erstens seien es vor allem Management-Fehler und fehlende Kontrollmechanismen gewesen, die zu den bis zu vier Jahren Verspätung und Mehrkosten in Milliardenhöhe geführt hätten.
Zweitens seien diese zusätzlichen Kosten - PwC kommt auf 7,6 Milliarden Euro - für EADS und Airbus mühelos verkraftbar.
EADS erbost
Die Veröffentlichung hat eingeschlagen wie eine Bombe. Industrievertreter toben, weil sie dies als gezielte Indiskretion werten, um ihre Verhandlungsposition zu schwächen.
In Unternehmenskreisen heißt es, die EADS wolle gar rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen einleiten, die sie im deutschen Verteidigungsministerium vermuten. Ein Ministeriumssprecher sagte, das Dokument sei vertraulich, deswegen könne man inhaltlich keine Stellung dazu nehmen. Der Bericht liege seit Dezember 2009 vor und sei eine von mehreren Grundlagen für die Entscheidung der Bundesregierung.
Airbus und EADS fordern, dass die sieben Besteller-Länder für die 180 Flugzeuge statt 20 Milliarden Euro 25 Milliarden zahlen.
Selbst dann macht Airbus nach eigenen Angaben noch einen Verlust von mindestens 2,4 Milliarden Euro mit dem Projekt. Vor allem die Bundesregierung pocht darauf, dass der Vertrag von 2003 erfüllt wird und weist darauf hin, dass die Kunden der Industrie schon dadurch entgegenkommen, dass sie auf Schadensersatzansprüche wegen der Verspätung verzichten. Airbus-Chef Thomas Enders hat für diesen Fall mehrfach damit gedroht, das Projekt fallenzulassen.
Dass das ursprüngliche Management bei der A400M versagt hat, bestreitet auch bei EADS niemand mehr. Die heutigen Verantwortlichen hätten das Programm "komplett neu aufgestellt und das Flugzeug fliegt." Zudem hätten auch politische Zwänge und die Lieferanten zu dem Desaster beigetragen. Völlig unerklärlich sei aber, wie PwC zu dem Schluss komme, die 7,6 Milliarden Euro seien zu verkraften.
Zwar hat die EADS derzeit Reserven in Höhe von gut acht Milliarden Euro, doch das Geld wird dringend anderweitig benötigt, besonders für die Entwicklung des Langstreckenflugzeuges Airbus A350XWB. In Branchenkreisen heißt es, EADS steuere auf eine Kapitalerhöhung zu, wenn es bei dem alten A400M-Vertrag bleibt.
Dies aber ist das Letzte, was die Bundesregierung, die beiden privaten Hauptaktionäre Daimler (15 Prozent) und Lagardère (7,5 Prozent) sowie das EADS-Management wollen: Denn vermutlich würde der französische Staat, der 15 Prozent hält, als einziger dabei mitmachen und seinen Einfluss in dem Konzern weiter erhöhen.
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(sueddeutsche.de/hgn)
Streit um Parteispitze bei der Linken
Statt Puma (combat) und Dingo (combat) meine ich den Puma (combat) und den neuen Boxer (combat).
Ich glaube, da irren Sie. Der Airbus hat ganz sicher keine guten Marktchancen.
Erstens liegt er mit nur 31t Nutzlast gerade zwischen den beiden attraktiven Gruppen mit 20-25t und 35-50t Nutzlast.
Zweitens ist der Airbus extrem teuer. Für das gleiche Geld bekommt man drei C130J oder drei An70 oder vier bis fünf Il76Mxx (oder Il476) oder zwei An124 mit jeweils mehr als der vierfachen Nutzlast oder selbst bei der C17 etwa 50% mehr Nutzlast.
Drittens wären die Fertigungskapazitäten bei Airbus alleine schon mit den Flugzeugen für die aktuellen Kunden über fünf bis zehn Jahre ausgelastet. Diese Zeit arbeitet für die Konkurrenz, die Fertigungskapazitäten der An70 und der C17 liegen fast brach, die Fertigungskapazität der C130J wurde kürzlich verdoppelt und auch die Produktion der An124 und Il76Mxx (oder Il476) wird gerade angekurbelt.
Das alles spricht gegen Folgeaufträge für den Airbus.
Auch kann der Airbus mangels Nutzlast weder den Puma (combat), noch den Dingo (combat) transportieren. Dabei dürften gerade diese beiden Fahrzeuge in Zukunft den meisten Transportbedarf bei der Bundeswehr haben. Dazu kommt in 15 Jahren bestimmt auch noch eine Kampfwertsteigerung, was erfahrungsgemäß die Fahrzeuge nur noch schwerer macht. Dafür ist der Airbus also völlig untauglich und trotzdem unverhältnismäßig teuer.
Airbus hat in der Tat genug zu arbeiten,insbesondere an den neuen A-350 Modell um es Fristgerecht auf dem Markt zu bringen. Der A-400 M da sind die allermeisten Probleme und vor allen Dingen,die Digitale Flugsteuerung der Triebwerke,die viel Zeit und geld gekostet haben zu Ende gebracht worden. Nun geht das ganz normale Testprogramm weiter,die Umschulung der Besatzungen und des Wartungpersonales sind fuer Airbus Rutine. Das schimmste ist vorbei,ein Leser merkte an und erinnerte an die Kabelbaeume und die Startschwirigkeiten am A-380 Programm,dass stimmt,es war die fehlende Softwaere gewesen,die neueste Version,stand fuer die meissten Werke damals nicht zur Verfuegung. Das waren klare Managementfehler gewesen,siehe Boeing,da laeuft auch nicht alles glatt und die kochen ja bekanntlich nicht mit Wasser.
An serrax:@,Ich versuche immer wieder so gut es geht Leserbriefe zu beantwoten. Auch respecktiere ich die Meinung der anderen,auch deine. Die Auschreibung der Tankflugzeuge hat Airbus zwar gewonnen,doch es nuetzt nichts,weil Boeing seine alte 767 dort unterbringen will. Die alte Herkules J Modell da habe ich mich gesten vertippt,ist fuer heutige Zwecke zu nicht zu gebrauchen,da haetten wir ja noch die Ju 52 der 40 ger Jahre haben koennen. Auch die C-17 ein ueberteuertes Produckt aus dem Hause Duglas,jetzt Boeing ist in einer anderen Klasse angesiedelt. Ich frage mich schon,warum sollen wir deren Produckte kaufen,wenn sie selber nicht beriet sind mit uns zu kooperieren ? Der A-400 M wenn er denn gebaut wird,hat dann viel groessere Marktchancen als die US Produckte,abgesehen von deren Qualitaeten,die denen der US Autobauer in keiner weise nachstehen.
Entschuldigung, aber haben Sie auch ein Argument, auf welches sich einzugehen lohnt? Ich habe nicht den Eindruck. Vielleicht lesen Sie einfach meine Kommentare nochmals und äußern sich dann spezifischer.
Aber schön, daß Sie mich an die Lufttanker der USAF erinnern. Airbus hatte die Ausschreibung doch gewonnen, nur wurde diese auf Druck von Boeing ausgesetzt. Das wäre doch ein Möglichkeit um für einen Ausgleich für Airbus zu sorgen. Immerhin geht es bei einem Auftragsvolumen von etwa 200 C130J30 und 30 oder 40 C17 für die amerikanischen Flugzeughersteller um etliche Miliarden.
Paging