Gewinnrückgang bei Technologiekonzern Siemens stellt sich auf harten Sparkurs ein

Der Gewinn bei Europas größtem Elektrokonzern ist geschrumpft: Zum Auftakt der Jahreshauptversammlung präsentiert Siemens durchwachsene Ergebnisse. Vorstandschef Peter Löscher warnt die Aktionäre vor einer schwierigen Zeit und strikten Sparmaßnahmen.

Siemens ist mit einem durchwachsenen Ergebnis in sein neues Geschäftsjahr gestartet. Vorstandschef Peter Löscher legte die Zahlen vor Beginn der Siemens-Hauptversammlung in München vor und stimmte die Aktionäre auf eine schwierige Wegstrecke ein. Von der Weltwirtschaft erwarte er im weiteren Jahresverlauf keine Zugkraft, sagte er. Er richte seine volle Aufmerksamkeit jetzt auf das Sparprogramm.

In den Monaten Oktober bis Dezember des Geschäftsjahres 2012/13 fiel der Gewinn von Europas größtem Elektrokonzern um zwölf Prozent auf 1,214 Milliarden Euro. Der Umsatz legte dagegen dank eines guten Auftragspolsters und neuer Bestellungen aus Schwellenländern leicht zu auf 18,1 Milliarden Euro.

Doch erneut drückten Sonderbelastungen auf das Ergebnis. Die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn kostete Siemens 116 Millionen Euro, bei der Solarsparte fielen wegen weiterer Abschreibungen 150 Millionen Euro Verlust an. Der Auftragseingang lag erstmals seit drei Quartalen wieder über dem Umsatz, blieb allerdings deutlich hinter dem Vorjahresquartal zurück.

Einen Lichtblick bot der Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemens Networks (NSN), der nach einer langen Phase mit roten Zahlen 50 Millionen Euro Gewinn beisteuerte. Der Leuchtmittelherstelelr Osram machte ein Plus von 80 Millionen Euro. Die Hauptversammlung soll am Nachmittag über die Abspaltung der Lichtsparte und die Ausgabe von gut 80 Prozent der Osram-Aktien an die Siemens-Aktionäre abstimmen.

An der Prognose für das Geschäftsjahr von einem Gewinn aus fortgeführtem Geschäft zwischen 4,5 bis fünf Milliarden Euro hielt Löscher fest. Im Gesamtjahr rechnet der Konzern mit Belastungen von einer Milliarde Euro durch die Sparaktionen. Siemens will mittelfristig seine jährlichen Kosten um sechs Milliarden Euro drücken.