Bei der bisher größten international koordinierten Aktion gegen Raubkopierer hat die Polizei mehrere Personen festgenommen. Hunderte Mitglieder eines Internetforums sollen tausende Server geknackt und eine illegale Tauschbörse betrieben haben.

Dem Internetforum "Liquid FXP" gehören 476 Mitglieder in 33 Ländern an, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag in Wiesbaden mit. Alleine in Deutschland wurde bei 469 Durchsuchungen in 15 Bundesländern während der vergangenen zwei Tage umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt.

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Die Video- und DVD-Piraten sollen sich weltweit in insgesamt 11.820 Server gehackt und im Internet eine illegale Tauschbörse für Raubkopien eingerichtet haben. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden auf diesen Servern mehr als 2500 verschiedene Computerprogramme, Spielfilme und Musikdateien gespeichert. Dabei handelt es sich nach Angaben der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen überwiegend um Raubkopien.

In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln nun gegen 126 Mitglieder des Internetforums. Gegen sie laufen Ermittlungsverfahren wegen des Verdacht der Computersabotage, Datenveränderung und anderer Straftaten.

Bei den Razzien in Nordrhein-Westfalen wurden speziell dafür ausgebildete Computerexperten der Polizei eingesetzt. In Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster wurden dezentrale Informations- und Servicecenter Computerkriminalität eingerichtet, die die einzelnen Ermittlungsstellen unterstützen. Landesweite Koordinierungsstelle ist das "Zentrale Informations- und Servicecenter" beim Landeskriminalamt in Düsseldorf.

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(sueddeutsche.de/dpa/AP)