Düstere Prognose Deutschland droht enormer Arbeitskräftemangel

  • Auf Deutschland kommt bis 2030 ein gravierender Arbeitskräftemangel zu. Das ist das Ergebnis einer Studie der Boston Consulting Group.
  • Die Autoren der Studie errechneten daraus auch den wirtschaftlichen Schaden - dieser könnte bis zu 550 Milliarden Euro betragen.

Schon in 15 Jahren könnten in Deutschland zwischen 6,1 und 7,8 Millionen Arbeitskräfte fehlen - mit gravierenden Folgen für das Wirtschaftswachstum. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor. Durch den Arbeitskräftemangel könnte der deutschen Wirtschaft 2030 im schlimmsten Fall ein Schaden von 550 Milliarden Euro entstehen. Das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands im Jahr 2014.

Am stärksten betroffen vom Arbeitskräftemangel könnte demnach Thüringen sein. Die Autoren der Studie errechnen für das Bundesland eine Lücke von 28 Prozent der eigentlich benötigten Arbeitskräfte. In diesem Fall würde die Wirtschaftsleistung um rund zehn Milliarden Euro zurückgehen.

Bayern droht großer wirtschaftlicher Schaden

Doch auch wirtschaftlich bislang sehr gut aufgestellte Bundesländer wie Bayern droht ein großes Defizit an Arbeitskräften. Dem Freistaat könnte dadurch ein finanzieller Schaden von 100 Milliarden Euro entstehen. Im März kam bereits eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey zu dem Ergebnis, dass Bayern für künftige Herausforderungen - etwa wegen eines großen Einkommensgefälles oder ungleicher Bildungschancen - nicht optimal aufgestellt ist.

Grundlage für die aktuelle BCG-Studie sind die im April veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts zur Bevölkerungsentwicklung inklusive der prognostizierten Einwanderungszahlen nach Deutschland.

Deutschland braucht doppelt so viele Migranten wie bisher

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, fordern die Autoren eine deutliche Ausweitung der Erwerbsquoten von Älteren, Frauen und Migranten. Konkret heißt das: Die Menschen sollen insgesamt länger arbeiten, Frauen bessere Arbeitsbedingungen bekommen und mehr als doppelt so viele Zuwanderer in Deutschland aufgenommen werden wie bislang. Doch auch die Arbeitgeber müssen sich bewegen: BCG fordert deutsche Unternehmen unter anderem dazu auf, Mitarbeiter mit besseren Konditionen langfristig zu binden.