Düsseldorf und Köln/Bonn Flughafen-Security streikt auch Freitag

Streik am Flughafen Düsseldorf: Das Sicherheitspersonal hat seit Donnerstagfrüh die Arbeit niedergelegt.

(Foto: dpa)

Fluggäste an den Airports Düsseldorf und Köln/Bonn müssen auch am Freitag geduldig sein: Das Sicherheitspersonal will seinen Streik trotz massiver Kritik fortsetzen. Bereits am Donnerstag mussten Hunderte Flüge gestrichen werden.

Reisende an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn müssen sich auch am Freitag auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen. Der Streik des Sicherheitspersonals der beiden Airports soll an diesem Freitag fortgesetzt werden, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Die Arbeitgeber hätten die Frist verstreichen lassen und kein verbessertes Angebot vorgelegt.

Nun werde in Düsseldorf bis Freitag um 22 Uhr gestreikt und Köln/Bonn bis Freitag um 20 Uhr. Erst danach werde die Nachtschicht die Arbeit wieder aufnehmen. Der Ausstand begann am Donnerstag mit der Frühschicht um 04 Uhr.

Die Arbeitsniederlegungen haben zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Von den in Düsseldorf ursprünglich geplanten 528 Starts und Landungen mussten nach Angaben eines Flughafensprechers 189 annuliert werden. Als annullierte Flüge seien dabei auch diejenigen gezählt worden, die wegen des Streiks ohne Passagiere starten mussten.

In Köln wurde etwas mehr als jeder vierte Flug gestrichen: Von den 88 geplanten Starts fielen 26 aus, von den 83 geplanten Landungen 22. Dazu kamen viele Verspätungen.

Nach Angaben von Verdi befinden sich etwa 400 Fluggastkontrolleure im Streik. Sie fordern eine Lohnerhöhung von 30 Prozent auf einen Stundenlohn von einheitlich 16 Euro. Derzeit liege der Stundenlohn bei höchstens 12,36 Euro. Verdi erklärte: "Wir wollen diesen gesamten Bereich aus dem Niedriglohnsektor herausholen." Eine Schlichtung lehnt die Gewerkschaft ab, weil die Positionen zu weit auseinander liegen - die Arbeitgeber haben gut neun Prozent mehr Lohn angeboten.

Flughafenbetreiber und Fluggesellschaften fordern eine Rückkehr von Verdi an den Verhandlungstisch. Der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), Michael Engel, bezeichnete es als "maßlos, dafür die Passagiere in Geiselhaft zu nehmen und Flüge ausfallen zu lassen". Er forderte den Bund auf, zu prüfen, ob einzelne Aufgaben im Luftverkehr weiter durch private Unternehmen durchgeführt werden können.

Der Flughafenverband ADV bezeichnete die Streiks als inakzeptabel. Geschäftsführer Ralph Beisel forderte die Bundespolizei auf, als eigentlich für die Kontrollen zuständige Behörde notfalls mehr eigenes Personal bereitzustellen.