Drogeriekette Müller Wer schnüffelt, muss zahlen

Weil es die Drogeriekette Müller mit dem Datenschutz nicht so genau genommen hat, wurde das Unternehmen nun zu einem Bußgeld verdonnert.

Die Drogeriekette Müller muss wegen Verstößen gegen den Datenschutz insgesamt 137.500 Euro zahlen. Die Bußgeldbescheide gegen zwei Einzelfirmen der Ulmer Unternehmensgruppe seien rechtskräftig, teilte die baden-württembergische Datenschutzbehörde auf Anfrage von sueddeutsche.de mit. Müller habe innerhalb einer bestimmten Frist keinen Widerspruch eingelegt und bereits angekündigt, den Betrag zu zahlen.

Das Drogerie-Unternehmen Müller muss wegen Verstößen gegen den Datenschutz eine Geldbuße von 137.500 Euro zahlen

(Foto: Foto: dpa)

Mitarbeiter der Drogeriekette seien mehrere Jahre lang unzulässigerweise nach den Gründen für krankheitsbedingte Arbeitsausfälle befragt worden, monierten die Datenschützer. Die Angaben der Beschäftigten seien rechtswidrig für längere Zeit gespeichert und an die Personalabteilung weitergeleitet worden. Auch sei kein Datenschutzbeauftragter bestellt worden. Nach mehrmonatigen Ermittlungen habe das Unternehmen inzwischen zugesagt, sich künftig an den Datenschutz zu halten und die zu Unrecht gespeicherten Daten in den Personalakten zu löschen.

Im vergangenen Jahr hatten mehrere Unternehmen Versäumnisse und Verstöße gegen den Datenschutz eingeräumt. Der Lebensmittel-Discounter Lidl hatte Anfang April zugegeben, entgegen dem Datenschutz Informationen über Krankheiten von Mitarbeitern festgehalten zu haben. Beim Autobauer Daimler waren illegal Krankendaten von Mitarbeitern gespeichert worden. Seit Jahren verlangt das Unternehmen zudem von Bewerbern Blutproben und Gesundheitstests Die Datenschutzbehörde prüft seit Herbst, ob solche Tests zulässig sind.