Seit Montagabend stehen die meisten Londoner U-Bahnen still. Gewerkschaften fürchten um ihre Jobs - die Wirtschaft kostet der Stillstand mehrere 100 Millionen Euro.
In der Londoner U-Bahn ist aufgrund eines Streiks des Bahnpersonals am Montagabend Chaos ausgebrochen. Etwa 2.300 Mitglieder der Gewerkschaft RMT legten um 18.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr deutscher Zeit) für voraussichtlich drei Tage ihre Arbeit nieder und stellten Streikposten vor den Metrostationen auf.
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Mit der Londoner U-Bahn fahren pro Jahr etwa eine Milliarde Fahrgäste. (© Foto: dpa)
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RMT-Chef Bob Crow sagte, dass die Gewerkschaft Job- und Pensionsgarantien für die Mitarbeiter verlange, diese aber bislang nicht erhalten habe. Die Mitarbeiter der sogenannten Tube fürchten um Jobs und Renten, nachdem mit Metronet das Privatkonsortium zur Modernisierung der Londoner U-Bahn wegen Zahlungsunfähigkeit unter gerichtliche Verwaltung gestellt wurde.
Ein Sprecher des Betreibers des öffentlichen Nahverkehrssystems "Transport for London" (TfL), der Metronet ein Übernahmeangebot gemacht hatte, sagte, dass die Gewerkschaften bereits Garantien erhalten hätten. Schätzungen zufolge wird der Streik Londons Wirtschaft rund 50 Millionen Pfund (74 Millionen Euro) am Tag kosten.
Er betrifft neun der zwölf U-Bahn-Linien in London, lediglich die drei Linien des zweiten Konsortiums "Tube Line" waren nicht vom Streik betroffen. Londons U-Bahn-Netz ist eines der meist genutzten der Welt mit mehr als einer Milliarde Fahrgäste im Jahr.
Die Gewerkschaft RMT hat für den kommenden Montag einen weiteren dreitägigen Streik angekündigt, sofern kein Kompromiss gefunden werde. Im Juli hatte das Konsortium Metronet mitgeteilt, seinen Verpflichtungen bei der Modernisierung des U-Bahn-Netzes wegen finanzieller Probleme nicht nachkommen zu können.
Das Konsortium, an dem auch französische Energiekonzern EDF beteiligt ist, sollte im Rahmen einer privat-öffentlichen Partnerschaft (PPP) neun der zwölf U-Bahn-Linien in London modernisieren.
(sueddeutsche.de/AFP)
Und bei uns herrscht großes Gejammer, wenn mal zwei Stunden lang die Züge nicht fahren.
Wer mal zur Rush Hour in London U-Bahn gefahren ist, der hat eine milde Ahnung, wie es dort jetzt zugeht, wenn nichts mehr geht.
In D wäre bei so einer Lage schon längst der Notstand ausgerufen und die Bundeswehr in die Stadt gerufen worden, um die "Ordnung" aufrecht zu erhalten (und den Streik auf Staatskosten zu unterlaufen ...)