Die Akteure bei Opel agieren immer planloser. Denn nicht bloß GM ist bei dem angeschlagenen Autohersteller unorganisiert - auch die deutsche Politik verhält sich kopflos.
Bei GM ist vieles in diesen Tagen eine Frage des Glaubens, nicht des Wissens. Glaubt man dem GM-Verwaltungsrat, kann der Konzern die Opel-Sanierung auch ohne Staatshilfen stemmen.
Bild vergrößern
Das Adam-Opel-Haus in Rüsselsheim: Zehntausende Opelaner wissen, dass die Zeit gegen sie läuft. (© Foto: ddp)
Anzeige
Glaubt man allerdings dem Vorstand, geht es nicht ohne Milliarden vom Staat. So genau weiß man das nicht. Es sind die inneren Widersprüche eines untereinander hochzerstrittenen Managements, die den Takt des Tagesgeschäfts vorgeben.
Das interne Chaos bei GM reicht schon aus, um die Opel-Sanierung zu erschweren und möglicherweise sogar zu verhindern. Es ist wenig hilfreich, dass nun auch die deutsche Politik ein ähnliches Bild abgibt wie der US-Konzern. Wirtschaftsminister Brüderle lehnt Staatshilfen aus Berlin ab und verweist GM auf die Länder, in denen Opel-Fabriken stehen.
Die Länderchefs wiederum sind empört - und verweisen ihrerseits auf bestehende Absprachen mit Berlin. Inzwischen ist also nicht nur fraglich, ob GM Staatshilfen haben will oder nicht. Fraglich ist auch, ob diese gewährt werden - und wenn ja, wer dafür der richtige Adressat ist. Der Bund? Die Länder? Alle? Oder vielleicht doch keiner?
Für die Zehntausenden Opelaner, die seit Monaten bangen und hoffen, ist es längst unerträglich: Sie wissen, dass die Zeit ab - und die Uhr gegen sie läuft. Daran kann auch ein Coup wie der vom Wochenende nichts ändern: GM ließ am Samstag wissen, dass man die Europa-Zentrale von Zürich nach Rüsselsheim verlegt.
Eine Entscheidung, die vor allem Opel und den Standort Deutschland aufwerten soll und bei der es um die Verlagerung von 150 Arbeitsplätzen geht. Die wirklich große Frage aber bleibt ungelöst: Wie GM Opel sanieren will und wer dafür zahlen soll.
- Staatshilfen für GM Brüderle und Länder streiten um Opel-Hilfen 15.11.2009
- GM verlegt Europa-Zentrale Triumph für Opel 14.11.2009
- Opel in der Krise Der Hauch des Todes 13.11.2009
- Opel Keine Hilfe zur Selbsthilfe 12.11.2009
- General Motors Ach, ein Gewinn! 17.05.2010
- Wirtschaft kompakt Rückrufaktion - jetzt auch bei Porsche 27.04.2010
- Opel Ampera Hier fährt die Zukunft 23.04.2010
(SZ vom 16.11.2009/pak)
Streit um Parteispitze bei der Linken
Die deutsche Politik hat doch in diesem Fall von Anfang an kopflos und in heilloser Panik reagiert. Wer kann so ein Thema auch so kurz vor der Wahl gebrauchen. Also hat man versucht, sich über den Wahlabend zu retten. Hat ja auch funktioniert. Aber jetzt benötigt man wirklich Lösungen.
richtig, die Planwirtschaft war dem Markt immer schon überlegen. Jetzt hat's zwar leider die gute DDR nicht geschafft, aber geh doch nach Kuba. Oder Nordkorea.
Die Verlagerung der Europazentrale hat natürlich den Sinn und Zweck, dass dann Deutshes Saatsmittel beantragt werden können. Hier ist wohl mehr zu holen als in der Schweiz. Das ist aber der einzige, eigenzützige Grund!!!
Dann müsste man mal nachdenken, ob Opel wirklich eigenständig ist. Die seltsame Kontruktion, bei der dei Gewinne von Opel sofort immer zu GM überwiesen werden, lässt den klaren Schluss zu: Opel ist eben NICHT eigenständig, sondern nur ein Teil des GM-Konzerns, praktisch GM (ohne den Deckmantel Opel).
Somit ist es auch kein hier ansässiges Unternehmen bzw. eines, das hier in Deutschland über die letzten Jahre Steuern bezahlt hat.
Dann wäre noch zu berücksichtigen dass GM eigentlich zu 60% dem US-Staat gehört, also keine privates Unternehmen mehr ist. Daher muss die Frage lauten: Müssen wir mit deutschen Steuergeldern den US-STaat unmittelbar finanzieren.
Im Prinzip hat sich ja nichts geändert. Man kann einem insolventen Unternehmen, was es nun mal ist, nicht einfach mal so Kohle rüberschieben. Von GM-Seite wird versucht, die Staaten zu involvieren, die dann Anteile gegen Geld erwerben. Auch ist zu bezweifeln ob es diesen sog. Milliardenfond überhaupt gibt. Wie soll das denn gehen...Nach dem INsolvenzverfahren und nach einem Milliardenverlust ist ermal keine Kohle da!!!!
Alles Augenwischerei und - wie schon so of - wird von GM-Seite geblöfft. Man muss wachsam bleiben.
..und derartige Maßnahmen beginnt man eben beim Schlusslicht der Branche!
Na sowas! Der Markt als Götze versagt also erneut? Kann man aber mal froh sein, so etwas zu lesen.... Nichts auf der Welt ist ineffizienter und unproduktiver als dieser Markt...
Paging