Digitalisierung Warum Sportfirmen auf Fitness-Apps setzen

Für die Digitalisierung ist der Laufsport prädestiniert.

(Foto: )
  • Sportartikelhersteller setzen auf die Digitalisierung. Auch die japanische Firma Asics hat nun eine Fitness-App eingekauft.
  • Sportmarketing-Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage der Kunden groß sein wird. Allerdings dürfte es Verlierer geben.
Von Jan Schmidbauer

Es war wohl kein Zufall, dass die Premium-Version der App Runtastic zwischen dem 1. und 3. Januar, dem jährlichenden Höhepunkt schlechten Gewissens, kostenfrei zum Download bereitstand. Die Software eines österreichischen Start-ups ist eine bekannte Fitness-App für Smartphones. Sie erfasst die Bewegungsdaten beim Rennen und Radeln und gibt so Auskunft über die Kondition und auch über einen der wichtigsten Parameter der Wohlstandsgesellschaft: die verbrannten Kalorien.

Die meisten Fitness-Apps wurden von Start-ups entwickelt. Zunehmend interessieren sich aber auch die großen Sportartikelhersteller für das Geschäftsmodell. Runtastic, die in Deutschland am weitesten verbreitete Anwendung, ging im vergangenen Jahr für 220 Millionen Euro an Adidas. Das fränkische Unternehmen folgte damit dem weltgrößten Sportartikelhersteller Nike. Mit einem eigenen Fitness-Armband und der zugehörigen App "Nike+" galt Nike einst als Pionier bei den Fitness-Apps. Das Unternehmen aus Oregon bietet Schuhe an, in denen Sensoren verbaut sind, die mit dem Fitnessarmband kommunizieren.

Nach Adidas und Nike zieht nun auch der japanische Hersteller Asics nach, der bei Laufschuhen einen vergleichsweise hohen Marktanteil hat. Asics übernimmt die Fitness-App Runkeeper des Entwicklers Fitnesskeeper. Das Unternehmen wurde 2008 in Boston gegründet. Details über den Kaufpreis, den Asics bezahlt hat, sind bislang nicht bekannt. Runkeeper-Geschäftsführer Jason Jacobs schreibt auf seinem Blog, dass die Partnerschaft mit Asics ein logischer Schritt war. "Wir haben beide unsere Wurzeln im Laufsport", schreibt Jacobs. Außerdem wisse man, dass bei den eigenen Kunden die Schuhe von Asics am meisten verbreitet seien.

McDonald's verabschiedet sich schon wieder vom Bio-Burger

Der Schnellimbiss wollte so cool sein wie die neue Konkurrenz. Aber Geld verdient der Konzern woanders. Von Bastian Brinkmann mehr ...

Nicht alle werden profitieren

Nach der jüngsten Übernahme haben nun alle großen Sportartikelhersteller eine Fitness-App. Gerd Nufer, Professor für Sportmarketing an der Hochschule Reutlingen, bezeichnet solche Anwendungen als "Megatrend". Wie andere Branchen auch steckten die Sportartikelhersteller derzeit große Summen in die Digitalisierung. "Die Unternehmen stehen vor der Frage: Wie erreiche ich die jugendliche Zielgruppe?" Nur durch Testimonials, also berühmte Sportler, und Werbung alleine, könne man sich als Hersteller nicht mehr auszeichnen, sagt Nufer.

Adidas hat einem Bericht der Welt zufolge nun sogar eine eigene Unternehmenssparte für Start-ups gegründet: Adidas Anticipation GmbH heißt die Firma, die für das fränkische Unternehmen neue Geschäftsmodelle aufspüren soll.

Gerd Nufer ist skeptisch, ob wirklich alle Hersteller von der Digitalisierung profitieren. Er glaubt zwar, dass auch in Zukunft viele Kunden Apps wie Runtastic und Runkeeper nutzen. Aber dass alle Hersteller gleichzeitig Erfolg mit ihren Apps haben, hält Nufer für ziemlich unwahrscheinlich. "Das ist ja wie bei anderen Apps auch", sagt er. "Als Facebook kam, wollte auch niemand mehr StudiVZ haben." Der Laufsport sei für die Einbindung von Apps zwar prädestiniert, sagt Nufer. Die Hersteller müssten nun aber erst mal analysieren, ob sie damit auch Geld verdienen können.

Marderhund am Hinterkopf

Das Fell des Tieres findet sich an vielen Kapuzen, aber ein Hinweis auf dem Etikett fehlt oft. Denn Echtfell ist in der Herstellung billiger als Kunstfell. Von Michael Kläsgen mehr ...