Die deutschen Zulieferer haben auf dem Weltmarkt eine starke Position. Sie bewahren sie durch permanente Produktverbesserungen und die Entwicklung neuer Technologien bewahren.
Kein Hersteller könnte ohne sie ein Auto bauen. Doch meist bekommen die Automobilzulieferer neben den großen Autokonzernen kaum Aufmerksamkeit.
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Mit dem Verkauf von Siemens VDO an Continental sind die Unternehmen nun ins Scheinwerferlicht gerückt. Das "end game (Endspiel) der Autozulieferindustrie" hat der Chef des Autozulieferers Continental, Manfred Wennemer, prophezeit. Nur die Großen der Branche würden überleben. Und auch der Chef des weltweit größten Autozulieferers Bosch, Franz Fehrenbach, erwartet weiteren Druck.
"Der Konzentrationsprozess geht weiter", sagte er der Welt, fügte aber hinzu: "Größe allein ist kein Wert an sich." An erster Stelle müssten Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft stehen.
1100 Unternehmen in Deutschland
Etwa 1100 Unternehmen gehören in Deutschland zur Autozuliefererbranche. Die Großen sind Bosch, Continental, ZF Friedrichshafen, Mahle, Knorr Bremse oder auch VDO.
Mehr als die Hälfte der 750.000 Menschen, die in der deutschen Automobilindustrie arbeiten, sind bei den Zulieferern beschäftigt.
"Es gibt noch immer viele gut laufende mittelständische Betriebe und Familienbetriebe bei den Zulieferern", sagt der Autoindustrie-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Den Zusammenschluss zu größeren Konzernen findet Dudenhöffer grundsätzlich nicht falsch.
"Ein Traumpaar"
Für ihn sind VDO und Conti "ein Traumpaar", wie er sagt. "Durch einen Zusammenschluss könnten beide ihren Innovationsschub erhöhen", erklärt der Professor. Und für Marktführer Bosch gebe es einen ernsthaften Gegenspieler, was dem Wettbewerb gut tue.
"Die Zulieferer sind die heimlichen Helden unserer Autos", sagt Dudenhöffer. Über 60 Prozent des Produktionswertes eines Autos liege bei den Zulieferern. Lenkrad, Tacho, Airbag, Fensterheber, Klimaanlage, Katalysatoren sind nur einige der Teile, die die Hersteller sich liefern lassen.
Bei den Umsatzrenditen hängen die Zulieferer die Hersteller regelmäßig ab: Sie erreichten in den vergangenen Jahren Zuwächse um etwa 10 Prozent und damit fast doppelt so viel wie die Hersteller.
US-Wettbewerber in schwierigem Fahrwasser
Hohe Rohstoffpreise und Kostendruck in der Autobranche machen aber auch den Zulieferern zu schaffen. Besonders in den USA seien sie wegen der dortigen Krise der Hersteller in ein schwieriges Fahrwasser geraten, meint Dudenhöffer. Hinter den USA und Japan liegen die deutschen Zulieferer derzeit auf Rang 3 beim Umsatz.
Bosch-Chef Fehrenbach glaubt, dass vor allem japanische Unternehmen mit kostengünstigen Komponenten auftrumpfen werden. Hinter Bosch belegt schon jetzt mit Denso ein japanischer Zulieferer weltweit Platz 2 in der Branche, gefolgt von dem kanadischen Konzern Magna.
Unter den Top 12 weltweit sind auch die deutschen Konzerne VDO und Continental.
Permanente Verbesserungen
Die deutschen Zulieferer könnten ihre starke Position nur durch permanente Produktverbesserungen und die Entwicklung neuer Technologien bewahren, sagte Fehrenbach und forderte auch die Hersteller zu einem fairen Umgang mit den Zulieferern auf.
Autoindustrie-Experte Dudenhöffer sieht ebenfalls die Innovationskraft der deutschen Konzerne gefragt. VDO etwa gelte als Spezialist für Navigationssysteme und bei der Einspritztechnik für Motoren. Conti habe sich mit Bremssystemen einen Namen gemacht.
"Beide sind sehr innovativ", meint der Autoexperte. Durch einen Zusammenschluss könnten die Unternehmen nun ihre Kräfte bündeln Hinter dem Gebot von Conti für VDO steckt möglicherweise auch die Angst, selbst ein Übernahmekandidat zu werden.
Vom Sanierungsfall zum Musterknaben
In den vergangenen Jahren trimmte Conti-Chef Wennemer den Konzern vom Sanierungsfall zum Musterknaben mit einem Börsenwert von etwa 15,5 Milliarden Euro. Eigentlich kein Schnäppchen für Investoren, die gerne billig einkaufen und teuer verkaufen, meint Experte Dudenhöffer.
Zwar seien inzwischen an einigen deutschen Unternehmen Finanzinvestoren beteiligt, doch "ein Ausverkauf der deutschen Zuliefererbetriebe findet nicht statt", sagt der Professor. "Das Geschäft ist nicht einfach", meint er. "Aber es lässt sich gutes Geld verdienen."
(Maria Marquart/AP)
Machtkampf in der Linken
Hmmmmm... da ist dann wohl der Wunsch der Vater des Gedankens (und Unkenntnis die Mutter!)