Die Verpflichtungen der 110 Unternehmen aus DAX, MDAX und TecDAX gegenüber heutigen und künftigen Ruheständlern summieren sich derzeit auf 218 Milliarden Euro.
Allein die 30 im Dax notierten Großkonzerne schleppten 194 Milliarden Euro Pensionsverpflichtungen mit sich herum, heißt es in einer Studie der Münchner Unternehmensberatung Stern Stewart & Co für das Wirtschaftsmagazin Capital zeigt. Dies entspreche 37 Prozent des aktuellen Börsenwerts von 527 Milliarden Euro.
Anzeige
Die höchste Verpflichtung im Verhältnis zum Börsenwert stehen den Angaben zufolge beim angeschlagenen Handelsriesen KarstadtQuelle und dem Stahlproduzenten Salzgitter zu Buche mit mehr als dem Doppelten ihrer Marktkapitalisierung (225 beziehungsweise 208 Prozent).
DaimlerChrysler hat Pensionsverpflichtungen von 32 Milliarden Euro
Auch bei VW (116 Prozent), der Rüstungsschmiede Rheinmetall (110 Prozent), der Deutschen Lufthansa (107 Prozent) und ThyssenKrupp (103 Prozent) überträfen die Zahlungen, die laut Geschäftsbericht jetzt und in Zukunft zu leisten sind, den Wert sämtlicher Aktien, hieß es weiter.
In absoluten Zahlen halte DaimlerChrysler mit Pensionsverpflichtungen von rund 32 Milliarden Euro den Rekord.
Fünf weitere Unternehmen - Siemens, RWE, E.ON, VW und Allianz - weisen laut Studie Verpflichtungen von mindestens zehn Milliarden Euro aus. 25 weitere Firmen bringen es auf mehr als eine Milliarde Euro.
Darüber hinaus gebe es eine Deckungslücke, weil Unternehmen ihre Pensionsverpflichtungen auf Grund der Bilanzierungsregeln nicht zum Marktwert bewerten könnten, sagte Stefan Heppelmann von Stern Stewart dem Magazin zufolge.
Die versteckten Risiken könnten bis zu einem Viertel der ausgewiesenen Verpflichtungen ausmachen - allein bei den DAX-Konzernen wären dies beinahe 50 Milliarden Euro.
(sueddeutsche.de/dpa)
Gysi gegen Lafontaine