Die IKK-Direkt möchte ihren Satz von 12,9 auf 11,9 Prozent zurücknehmen. Doch das Bundesversicherungsamt sagt Nein.
Vor zwei Wochen habe die IKK-Direkt gemeldet, sie wolle ihren Beitrag zum 1. Januar von 12,9 auf 11,9 % senken, berichtet das Handelsblatt. Doch das Bundesversicherungsamt in Bonn wolle den Haushalt der Kasse mit einem so niedrigen Satz nicht genehmigen.
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Zwar nehme das Amt mit Rücksicht auf das von den Zahntechniker-Innungen Bremen und Schleswig-Holstein gegründete Unternehmen offiziell keine Stellung. Doch halte die Aufsichtsbehörde der Sozialversicherungsträger den Etat der Kasse für unseriös und wolle keinem unlauteren Wettbewerb mit künstlich niedrig gehaltenen Beiträgen Vorschub leisten, meldet die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Kassenkreisen.
In den letzten Tagen hatten mehrere Krankenversicherungen darauf hingewiesen, dass trotz Leistungskürzungen und höherer Zuzahlungen die Krankenkassenbeiträge 2004 kaum so gesenkt werden könnten wie versprochen.
Gewaltige Defizite
Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums erklärte am Dienstag, eine Umfrage bei den einzelnen Krankenkassen "hat uns bedenklich gemacht". Eine Reihe von Kassen stünden vor einer finanziell schwierigen Situation.
Auch 2003 würde die gesetzliche Krankenversicherung Schulden zwischen zwei bis drei Milliarden Euro machen. Nur wenn die Konjunktur 2004 "außerordentlich gut läuft", könnten die Versicherten auf den anvisierten Beitragssatz von im Schnitt 13,6 Prozent hoffen.
Ansonsten verschiebe sich dieses Beitragsziel um einige Monate. Der Durchschnittssatz der Kassen liegt momentan bei 14,3 Prozent des Bruttolohnes.
Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland ist das Kassendefizit in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits auf mehr als 2,2 Milliarden Euro angewachsen.
Allein die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) haben demnach in den ersten drei Quartalen ein Minus von rund 900 Millionen Euro angehäuft. Bei den Angestellten-Ersatzkassen habe das Defizit 700 Millionen Euro und bei den Betriebskrankenkassen 600 Millionen Euro erreicht.
(sueddeutsche.de)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak