Die Telekom prescht als erstes Dax-Unternehmen vor und holt mehr Frauen in die Chefetage. Jeder dritte Führungsjob soll an eine Managerin gehen.
Die Deutsche Telekom will als erstes der im Deutschen Aktienindex Dax notierten Unternehmen eine Frauenquote für das mittlere und obere Management etablieren. Etwa jede dritte Position auf diesen Ebenen soll künftig mit Frauen besetzt werden.
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Die Niederlande haben als erstes Land im Dezember eine Frauenquote von 30 Prozent für Vorstände und Aufsichtsräte beschlossen. Nun zieht die Telekom als erstes Dax-Unternehmen nach und führt eine Frauenquote für das mittlere und obere Management ein. (© Foto: Getty Images)
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Der Konzern wird an diesem Montag ein entsprechendes Konzept vorstellen. Derzeit sind elf Prozent aller Führungskräfte der Telekom in diesen Ebenen Frauen.
Einzelheiten wollte die Telekom am Sonntag nicht bekanntgeben. Ein Sprecher sagte lediglich, dass Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger am Montag in Berlin gemeinsam mit dem Verein zur Förderung von Frauen in Aufsichtsräten (Fidar) "ein wegweisendes Programm" vorstellen werde. Darin soll es offenbar auch um die Vereinbarkeit von Karriere und Familie gehen. Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder will sich am Montag auf einem anderen Termin mit Fidar zu dem Thema äußern.
Damit bekommt die Diskussion um Frauenförderung in Deutschland neuen Schwung. Erst im Februar hatte der Vorsitzende der Regierungskommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance), Klaus-Peter Müller, angekündigt, den Anteil von Frauen in Aufsichtsräten deutscher Unternehmen deutlich erhöhen zu wollen. Voraussichtlich werde die Kommission im Mai weitergehende Empfehlungen aussprechen. Eine Frauenquote für Aufsichtsräte, wie sie Norwegen bereits hat und wie sie in Frankreich beraten wird, dürfte es allerdings in Deutschland nicht geben. Als erstes Land haben die Niederlande im Dezember eine Frauenquote von 30 Prozent für Vorstände und Aufsichtsräte beschlossen.
"Chefangelegenheit" Frauenförderung
Mit ihrem Vorstoß, dieses Instrument im Management einsetzen zu wollen, steht die Telekom unter deutschen Konzernen bislang allein da. Zwar bekennen sich viele vor allem große Unternehmen auf dem Papier zur Gleichstellung und haben entsprechende Leitlinien. Quoten sind allerdings ein hoch umstrittenes Mittel, um dieses Ziel zu erreichen. Und auch sonst werden aus den Unternehmen wenig Fortschritte auf diesem Gebiet bekannt. Erst vor kurzem hatte die für mehr Vielfalt bei Siemens zuständige Managerin Jill Lee den Konzern verlassen, offenbar unter anderem, weil sie zu wenig Unterstützung erhielt.
Sattelberger, der 2007 vom Reifenhersteller Continental in den Vorstand der Telekom gewechselt war, hatte die Förderung von Frauen in Führungspositionen schon bei seinem Amtsantritt zur "Chefangelegenheit" erklärt.
In einer Rede beim "Global Summit of Women" hatte er damals drei Gründe dafür genannt: "Chancengleichheit ist für mich erstens eine Sache der Fairness und Moral. Frauenförderung ist für mich zum Zweiten angesichts sich verschärfender Talentengpässe eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Drittens erhöhen talentierte Frauen im Management die Problemlösungsqualität", hatte er in seinem Grußwort zu der Veranstaltung gesagt, deren Hauptsponsor die Telekom war.
Nach einer jüngst veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) waren 2009 lediglich 2,5 Prozent der Vorstände in den 200 größten deutschen Unternehmen Frauen. Deutschland schneidet damit schlecht ab.
Im internationalen Durchschnitt der Industrieländer liegt der Anteil etwa doppelt so hoch, wie eine kürzlich veröffentlichte Umfrage des World Economic Forum bei 600 Unternehmen in 20 Ländern ergab. In den Aufsichtsräten der 200 größten deutschen Unternehmen war 2009 zwar etwa jedes zehnte Mitglied eine Frau, auf der Seite der Anteilseigner ist der Anteil allerdings nur etwa halb so hoch.
Klaus-Peter Müller, der auch Aufsichtsratschef bei der Commerzbank ist, hatte kürzlich in einem Interview der Financial Times Deutschland geklagt: "Ich will und kann einfach nicht akzeptieren, dass ein Land wie Deutschland es nicht schafft, einen angemessenen Anteil von Frauen in Aufsichtsräten zu haben."
Üblicherweise kämen Manager als Vorstand oder Ex-Vorstand in Aufsichtsräte. "Aber da es auf diesen Positionen in Deutschland zu wenige Frauen gibt, dauert uns das zu lange."
Das Beispiel Norwegen zeigt, dass Quoten einen solchen Wandel erheblich beschleunigen. Erst 2008 wurde dort für Aufsichtsräte ein Frauenanteil von 40 Prozent gesetzlich vorgeschrieben, schon jetzt liegt der Wert bei 42 Prozent. Der Deutsche Gewerkschaftsbund macht sich dafür stark, dass Deutschland ein ähnliches Gesetz einführt.
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(SZ vom 15.03.2010/dmo)
Mubarak-Prozess in Ägypten
ich dachte immer, daß Qualifikation für einen Job etwas mit Intellegenz, Bildung und Erfahrung zu tun hat - jetzt muß ich mich belehren lassen, daß diese Fähigkeiten nicht länger zwischen den Ohren angesiedelt sind.
"Ich will und kann einfach nicht akzeptieren, dass ein Land wie Deutschland es nicht schafft, einen angemessenen Anteil von Frauen in Aufsichtsräten zu haben."
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Genau. Frau Schaeffler for the win!
@moinho
Das hab ich mir auch gedacht. Wenn Frauen bei Besetzungen von Führungspositionen bevorzugt werden, dann wäre das ein Fall nach AGG. Und ich bin sicher, dass es da Klagen geben wird.
Zudem kann dies zu einer Abwanderungswelle männlicher Potentialkandidaten bei der Telekom führen, wenn diese keine Perspektive mehr sehen, weil auf Jahre hinaus ein Aufstieg verwehrt ist.
Dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen sollten ist m.E. klar, aber dies sollte nicht durch eine Bevorzugung von Frauen erreicht werden sondern durch eine "nicht mehr Benachteiligung". Es reicht, einfach bei neu zu besetzenden Positionen den Frauen die gleichen Chancen einzuräumen. Dann werden bislang zumeist männliche Führungskräfte paritätisch abgelöst und die Frauenquote steigt automatisch, ohne dass man eine Quote festschreiben muss.
Jetzt wissen wir es endlich, warum die Kurse von Telekom und auch Commerzbank so elendiglich sind: zu wenig Frauen da in der Führungsetage. Mit Einführung von Quoten werden die Aktienkurse explodieren, ins Ausland hauen nur noch männliche Stümper ab und es wird sein eitel Sonnenschein im Genderwunderland.
Oder habe ich jetzt geträumt?
Mein Rat an die, die noch alle Tassen im Schrank haben: schnell weg mit den Penny- Stocks dieser 'Staatsunternehmen'!
sind frauen doch bewanderter als männer. sie hängen doch wesentlich länger an der strippe.
die telekom baut auf "erfahrungswerte"
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