Der Gewinn der Post ist im Geschäftsjahr 2007 wegen des unrentablen US-Expressgeschäfts deutlich zurückgegangen.
Die vier Sparten Brief, Express, Logistik und Finanzen trafen bei Umsatz und Gewinn genau die Erwartungen. Diese waren wegen der Schwierigkeiten im US-Geschäft schon nach unten gesetzt worden.
Die Post verzeichnet einen Gewinnrückgang von 30 Prozent. (© Foto: ddp)
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Der neue Unternehmenschef Frank Appel bekräftigte den neuen Fokus auf Profitabilität und kündigte an, der Schwerpunkt liege auf organischem Wachstum. "Außerdem wollen wir mehr Cash generieren und unsere Aktionäre stärker am Unternehmenserfolg teilhaben lassen."
Die Abschreibungen über 600 Millionen Euro für das defizitäre amerikanische Expressgeschäft schlugen sich auf den Gewinn nieder. Der Überschuss sank von 1,916 auf 1,389 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Sonderposten, der wichtigste Indikator für die Geschäftsentwicklung, stieg von 3,497 auf 3,762 Milliarden Euro.
Umsatz legt zu
Nach Sonderposten wie den Abschreibungen sank das EBIT von 3,872 auf 3,202 Milliarden Euro. Beim Umsatz legte die Post legte hingegen von 60,54 auf 63,512 Milliarden Euro zu.
Die Post prüft derzeit Möglichkeiten für das US-Geschäft, um die Verluste zu verringern. "Wir haben uns mittlerweile auf einige wenige Optionen konzentriert und nähern uns bereits einer Lösung", sagte Post-Finanzchef John Allan. Bereits im Mai könnte sie vorgestellt werden. Die Post wolle jedoch wegen der strategischen Bedeutung des US-Marktes an dem Geschäft festhalten.
Prognosen bekräftigt
Der neue Chef bekräftigte die Prognosen für 2008 und 2009. Die Ziellatte für den operativen Gewinn bleibt in diesem Jahr bei 4,2 Milliarden Euro und 2009 bei 4,7 Milliarden Euro.
Zudem gab die Post Ziele für den Vorsteuergewinn aus. In diesem Jahr soll er bei 3,2 Milliarden Euro liegen und sich 2009 auf 3,8 Milliarden Euro erhöhen. Die Aktie legte am Morgen in einem knapp behaupteten Gesamtmarkt leicht zu (siehe Chart unten).
Umsatz steigt
Appel hatte seinen Vorgänger und Ziehvater Klaus Zumwinkel wegen dessen vorzeitigen Rücktritts im Zuge der Untersuchungen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung früher beerbt als gedacht.
Ursprünglich war der Stabwechsel für Jahresende erwartet worden. Das Sparprogramm sieht Finanzvorstand John Allan auf gutem Weg. "Das Programm liefert bereits messbare Ergebnisse, und wir arbeiten weiterhin konzentriert an der Umsetzung."
Die Post will den operativen Gewinn mit dem Programm bis 2009 um eine Milliarde Euro stützen. Zudem erhofft sich die Post aus der Auslagerung der IT über sieben Jahre ebenfalls Einsparungen von einer Milliarde.
Sparten erfüllen operative Erwartungen
Im vergangenen Jahr erfüllten sämtliche Bereiche bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen.
Das Stammgeschäft Brief blieb dank der Reste des Monopols in Deutschland der Hauptgewinnbringer. Das EBIT blieb mit zwei Milliarden Euro nahezu konstant zum Vorjahr. Auch der Umsatz blieb nahezu unverändert, da das Auslandsgeschäft die Rückgänge im Heimatmarkt ausglich.
Die Expresssparte erlitt wegen der millionenschweren Abschreibungen einen Einbruch und rutschte in die Verluste. Ohne die Abschreibungen hätte die Sparte dagegen einen operativen Gewinn von 420 Millionen Euro ausgewiesen.
Die dank des Zukaufs von Exel größte Sparte Logistik trug 957 Millionen Euro zum EBIT bei, die Finanzsparte, hauptsächlich bestehend aus der knappen Mehrheit an der Postbank blieb konstant bei 1,1 Milliarden Euro.
(dpa/rtr/mia/pak)
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