Die Post verbucht zwar einen ordentlichen Gewinn, profitiert dabei aber vor allem von dem Verkauf der Postbank. Das Briefgeschäft läuft dagegen miserabel.
Die Deutsche Post hat in der Rezession im operativem Geschäft im ersten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht, sieht die Talsohle aber bald erreicht.
Post: Fast alle Bereiche schreiben schwarze Zahlen (© Foto: Reuters)
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Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) sei nur noch leicht positiv ausgefallen, teilte die Post am Dienstag vor ihrer Hauptversammlung in Frankfurt mit. In den ersten drei Monaten 2008 hatte die Kennzahl bei 539 Millionen Euro gelegen.
Ohne Sondereffekte wie den Rückzug aus dem inneramerikanischen Expressgeschäft wäre das Ebit aber um weniger als 50 Prozent gesunken. Am Wochenende war eine Kooperation mit dem Konkurrenten UPS in den USA nach monatelangen Verhandlungen gescheitert.
"Stabilisierung der Rückgangsraten"
Post-Chef Frank Appel sieht Licht am Ende des Tunnels. Die Sendungsvolumina seien im ersten Quartal zwar noch stärker zurückgegangen als Ende 2008. "Allerdings weist eine Stabilisierung der Rückgangsraten auf ein Erreichen der Talsohle bei den Sendungsströmen hin", erklärte der Logistikkonzern.
Bis auf das US-Expressgeschäft hätten alle Bereiche zwischen Januar und März schwarze Zahlen geschrieben. Verbessert habe sich das operative Ergebnis aber nur in der Sparte "Supply Chain", in der die Post Warenströme für Großkunden abwickelt.
Im deutschen Kerngeschäft mit Briefen sank das Ebit vor Einmaleffekten allerdings um rund 150 Millionen Euro. Das ist ein Rückgang um mehr als ein Viertel im Vergleich zu den vor Jahresfrist erwirtschafteten 546 Millionen Euro.
Verkaufsoption für Postbank
"Vor allem im Briefbereich schlägt der derzeitige Nachfrageeinbruch unmittelbar auf die Ergebnisse durch", räumte Appel ein. Der Konzern sei deshalb gezwungen, "noch stärker" auf die Kostenbremse zu treten.
Die komplizierte Konstruktion, mit der sich die Post über die nächsten Jahre von der Postbank trennen will, erhöhte den Nettogewinn im ersten Quartal auf fast eine Milliarde (2008: 407 Millionen) Euro.
Die Post muss die Verkaufsoptionen, die ihr die Deutsche Bank für 12,1 Prozent der Postbank-Aktien gewährt hat, stets nach dem Marktwert neu bewerten. Ihr Wert sei im abgelaufenen Quartal gestiegen.
Die Optionen können aber erst zwischen 2012 und 2013 ausgeübt werden; sie sind die dritte und letzte Stufe des Verkaufsprozesses. Die Post hat für die Optionen bereits einen Fixbetrag von 1,1 Milliarden Euro im Voraus erhalten. Nach Angaben einer Post-Sprecherin kann das Unternehmen von den Kursschwankungen letztlich kaum profitieren.
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(sueddeutsche.de/Reuters/hgn/tob)
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