Im internationalen Vergleich fallen deutsche Medienkonzerne immer weiter zurück, nur Bertelsmann kann noch mit den großen Playern mithalten. Die Hauptrolle in der weltweiten Medienlandschaft spielt nicht mehr Walt Disney, sondern ein anderer US-Konzern.
Wer ist der größte Medienkonzern der Welt? Jedes Jahr vergleicht das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) internationale Medienunternehmen miteinander - und Deutschland fällt bei dem Ranking immer weiter zurück. Das größte deutsche Unternehmen, Bertelsmann, liegt zwar auf Platz sieben, aber beim ersten Vergleich im Jahr 1995 war der Konzern aus Gütersloh noch auf Platz zwei zu finden.
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(© SZ-Graphik: Ilona Burgarth)
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Auch Springer rutschte ab, von Rang 28 auf Rang 42; von der pleitegegangenen Kirch-Gruppe blieb nur Pro Sieben Sat 1 übrig, Rang 40 im aktuellen Ranking. Ebenfalls im Abwärtstrend: die öffentlich-rechtliche ARD. 1995 noch der siebtgrößte Medienverbund der Welt, heute nur auf Rang 17.
Eine Besonderheit leistet sich Deutschland mit zwei milliardenschweren öffentlich-rechtlichen Subsystemen: ARD und ZDF. Gemeinsam bilden ARD und ZDF mit zusammen 8,5 Milliarden Euro Budget den reichsten öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Welt. Deutsche Medienkonzerne mit Fokus auf Zeitungen und Zeitschriften wie Bauer, WAZ oder Holtzbrinck finden sich heute nicht mehr unter den Top 50.
Zurückstecken mussten die deutschen Unternehmen vor allem wegen der Marktdynamik in den USA bei Entertainment, Telekommunikation und Internet. Entsprechend liegen auch nur US-Konzerne an der Spitze. Der größte Medienkonzern der Welt ist Comcast mit umgerechnet 40 Milliarden Euro Umsatz. Im Januar 2011 übernahm Comcast den Film- und Fernsehkonzerns NBC Universal und löste damit Walt Disney als größten Medienkonzern an der Spitze ab.
Das IfM-Ranking ist ständig aktualisiert für jedermann einsehbar. Definiert als Medienkonzerne sind Unternehmen, die vor allem Inhalte produzieren für Print, TV, Film und Internet. Apple und Google passen demnach nicht zu diesen Vorgaben. Die IfM-Datenbank führt aber eine gesonderte Sparte für Online-Konzerne.
Bezogen auf die reine Kapitalmacht sind Medienkonzerne übrigens nicht sonderlich bedeutend: Kein Medienkonzern schafft es unter die Top 100 der umsatzstärksten Weltunternehmen.
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(SZ vom 11.07.2011/lom)
Machtkampf in der Linken
Wenn ich mir das heutige Fernsehprogramm von Pro 7 oder "Das 4." anschaue, denke ich, dass ich in Amerika bin! Warum werden die amerikanischen Sender (billiger) nicht einfach direkt bei uns ausgestrahlt? Dann müßten wir die Programme nicht so teuer kaufen.
Und was sagt das über Reichweite und Impact aus? Nichts.
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... ich bin gegen öffentlich-rechtlichen Musikantenstadl, öffentlich-rechtliches Boxen, öffentlich-rechtliche Soaps (die noch schlechter gemacht sind als privatrechtlich gemachte Soaps), öffentlich-rechtliche Internet-Angebote usw. usw. Dazu kommt: Die wenigen Momente von öffentlich-rechtlichem Investigativjournalismus werden immer seltener und auf immer späteren Sendeplätzen versteckt. Fazit: Die öffentlich-rechtlichen Sender sollten sich auf ihren Grundauftrag konzentrieren. Selbst der beste öffentlich-rechtliche Investigativjournalismus benötigt kein Jahresbudget von 8,5 Milliarden Euro.
So große Konzerne gehören zerschlagen. Sie haben einfach zu viel Macht.
Zumindest muss man sie streng kontrollieren. Aber in Wirklichkeit haben sie die Regierungen unter Kontrolle.
Paging