Weil er vermögenden Amerikanern geholfen haben soll, Steuern zu hinterziehen, droht einem US-Berater nun großer Ärger. Der Fall schlägt jedoch auch Wellen über den Atlantik - bis nach Deutschland.

Eigentlich richtet sich die Anklage gegen John B. Ohle III. Der Anwalt und Finanzberater wird von amerikanischen Staatsanwälten beschuldigt, undurchsichtige Steuersparmethoden vermittelt zu haben. Sie tragen den komplizierten Namen "Hedge Option Monetization of Economic Remainder", kurz - in Anlehnung an die TV-Kultserie "Simpsons" - Homer. Es ist ein Fall, der ein Sittengemälde der Vermögenden zeichnet. Aber die Causa Homer wirft ihre Schatten auch nach Deutschland.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Wegen komplizierter Steuersparmodelle ist Deutschlands größte Privatbank ins Visier der US-Ermittler geraten. (© Foto: Reuters)

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Denn im Visier der Fahnder ist auch "Bank B". Dieses kryptisch umschriebene Geldhaus soll vermögenden Personen mit komplizierten Finanzkonstruktionen geholfen haben, 103 Millionen Dollar vorbei an der Staatskasse zu schleusen. Möglicherweise wäre der Name "Bank D" passender gewesen - denn bei dem Kreditinstitut soll es sich, das berichten informierte Kreise, um die Deutsche Bank handeln.

Komplizierte Steuersparmodelle

Einem Bericht der New York Times zufolge soll die Deutsche Bank Finanztransaktionen à la Homer von den späten 90er Jahren bis zum Jahr 2001 angeboten haben. Seit mindestens vier Jahren beobachten die Ermittler bereits die Rolle Deutschlands größter Privatbank bei fragwürdigen Steuersparmodellen.

Der Anklageschrift zufolge sollen Dutzende vermögende Anleger von "Bank B" Optionen gekauft und Kredite erhalten haben. Die komplexe Struktur der Anlageinstrumente habe es ermöglicht, dass insgesamt Verluste in Höhe von 430 Millionen Dollar gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden konnten - dem amerikanischen Staat entgingen Steuereinnahmen in Höhe von rund 103 Millionen Dollar.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Manhattan wollte zu dem Fall keine Stellung beziehen. Auch die Deutsche Bank wollte sich auf Anfrage von sueddeutsche.de nicht äußern.

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(sueddeutsche.de/tob/mel/pak)