Deutsche-Bank-Chef Jain verzichtet auf zwei Millionen Euro

Die Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain (rechts) und Jürgen Fitschen haben im vergangenen Jahr jeweils 4,8 Millionen Euro verdient.

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Beide Co-Chefs der Deutschen Bank sind gleich viel wert, daran will Deutschlands größtes Geldhaus keine Zweifel aufkommen lassen. Deshalb sollen Jürgen Fitschen und Anshu Jain auch gleich viel verdienen. Auch wenn der Investmentbanker dafür auf seinen Bonus verzichten muss.

Von Andrea Rexer

Es geht ums Symbol: Die Doppelspitze ist gleich viel wert, lautet die Botschaft hinter der Nachricht, dass beide Co-Vorstandschefs der Deutschen Bank exakt gleich viel Gehalt für 2012 bekommen. Anshu Jain und Jürgen Fitschen erhielten jeweils 4,8 Millionen Euro, wie die Bank bereits am Freitag mitteilte. "Beide werden gemeinsam beurteilt, daher bekommen sie auch gleich viel Gehalt", hatte Aufsichtsratschef Paul Achleitner betont.

Doch dabei stellte sich ein Problem. Fitschen und Jain haben erst im Juni 2012 den Vorstandsvorsitz übernommen - in den ersten fünf Monaten des Jahres fielen die Gehälter der beiden noch völlig unterschiedlich aus. Während Jain damals als oberster Investmentbanker einer der bestbezahlten Manager des Hauses war, lag Fitschen als Vorstand für das Regionalmanagement bestenfalls im Mittelfeld der Vorstände. Folglich ergab sich die Frage, wie die beiden unter dem Strich die gleiche Summe kassieren können.

Die Lösung: Jain verzichtet auf den Bonus, der ihm für 2012 zustehen würde. Nach Informationen aus dem Umfeld der Bank machte das rund zwei Millionen Euro aus. Schon Anfang des Jahres soll Jain den Aufsichtsrat darüber informiert haben.

Gewinneinbruch im vergangenen Jahr

Fitschen nähert sich den 4,8 Millionen Euro indes von der anderen Seite. Er bekommt rund eine halbe Million Euro mehr als zuvor. Die Botschaft des gleichen Gehalts ist wichtig, denn viel war öffentlich darüber spekuliert worden, ob Jain innerhalb der Doppelspitze die eigentliche Macht habe. Die Bank bemüht sich, nicht den Eindruck entstehen zu lassen, dass die Investmentbanker jetzt das Sagen hätten.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund, warum Jain auf seinen Bonus verzichtet haben dürfte: Die Deutsche Bank hat für 2012 einen erheblichen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Unter dem Strich waren nur noch 300 Millionen Euro nach Steuern übrig geblieben. Angesichts dieser Entwicklung hätte es Fragen innerhalb der Bank und in der Öffentlichkeit aufgeworfen, wenn Jain den Bonus dennoch angenommen hätte.

Der Deutsche-Bank-Chef steht mit seinem Verzicht auf die Sonderzahlung in der Bankenlandschaft nicht allein da. Auch Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte auf seinen Bonus in der Höhe von 700 000 Euro verzichtet, wie er im Februar mitgeteilt hatte. Das Institut hatte für 2012 nur einen Mini-Gewinn ausgewiesen.