Lange wird Bahn-Aufsichtsrat Garber wohl nicht mehr auf der Gehaltsliste des Unternehmens stehen. Mit ihm scheidet Mehdorns letzter Vertrauter aus.
Noch steht Stefan Garber auf der offiziellen Gehaltsliste der Deutschen Bahn, aber wohl nicht mehr lange. In der nächsten Woche will der Aufsichtsrat des Staatsunternehmens eine bereits ausgehandelte Abfindung in Höhe von 1,85 Millionen Euro absegnen.
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Mit Aufsichtsrat Stefan Garber scheidet der letzte Vertraute von Ex-Bahnchef Mehdorn aus. (© Foto: dpa)
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Garbers Vorstandsvertrag, der noch bis Mai 2013 liefe, kann anschließend aufgelöst werden. Dann verlässt der letzte enge Vertraute des ehemaligen Konzernchefs Hartmut Mehdorn die Bahn. Zu sagen hat der 55 Jahre alte Manager mit dem markanten Vollbart schon seit Monaten nichts mehr. Er war Ende 2009 aus dem Vorstand abberufen worden, wo er als Verantwortlicher für Schienennetz, Bahnhöfe und weitere Infrastrukturbereiche eine Schlüsselposition eingenommen hatte.
Ihm wurde damals angelastet, er habe neue, strengere Regeln für das Management nicht unterschreiben wollen und er habe die Kosten für das Milliardenprojekt Stuttgart 21 unterschätzt. Es ging aber wohl auch um etwas anderes. Mehdorns Nachfolger Rüdiger Grube habe "mit Garber nicht gekonnt", sagt ein Aufsichtsrat.
Garber zählte fast zehn Jahre zum Spitzenmanagement bei der Bahn - länger noch als Mehdorn, dem er von Heidelberger Druck zum Staatsunternehmen gefolgt war. Die beiden hatten den Maschinenbauer an die Börse gebracht, sie galten dort ebenso wie später bei der Bahn als eingespieltes Team. Garber und Mehdorn wollten auch Bahn-Aktien verkaufen, dazwischen kam ihnen erst die Politik, später die Wirtschaftskrise.
Das Vorhaben ist auf unbestimmte Zeit verschoben, und der neue Bahn-Chef Grube hat inzwischen nahezu den gesamten Vorstand umbesetzt. Das war nach der Datenaffäre notwendig gewesen, um das Vertrauen der Belegschaft in die Konzernspitze zurückzugewinnen. Billig ist das nicht. Mehdorn und andere Ex-Manager bekamen oder bekommen noch Millionen, weil ihre Verträge noch jahrelang gelaufen wären - ebenso wie bei Garber.
Der hätte für seine noch ausstehenden drei Vertragsjahre mehr als drei Millionen Euro geltend machen können, sagt ein Aufsichtsrat. Man habe dann zwei Jahresgehälter und einen Jahresbonus als Maßstab genommen und so die 1,85 Millionen Euro vereinbart. Das Bundesverkehrsministerium hat zwar erklärt, das Ergebnis werde kritisch geprüft. Im Aufsichtsrat ist man aber sicher, dass da nichts mehr dazwischen kommt. Verabschiedet werden soll im Kontrollgremium auch eine Altersgrenze von 65 Jahren für Vorstandsmitglieder, die man nachträglich in alle bestehenden Verträge einfügen will. Mehdorn wäre laut seinem Vertrag eigentlich erst mit knapp 69 Jahren ausgeschieden. Künftig soll so etwas nicht mehr möglich sein.
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(SZ vom 20.3.2010/wolf)
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