Die Länder pochen auf Konsequenzen aus dem Winterchaos: Der Bund soll Gewinne der Bahn wieder ins Unternehmen stecken, bis "Normalbetrieb" möglich ist. Damit gerät ein wichtiges Ziel der Regierung in Gefahr.
Als Konsequenz aus dem Winterchaos bei der Deutschen Bahn fordern die Länder höhere Investitionen in den Schienenverkehr. Der Bund solle notfalls darauf verzichten, Gewinne der Bahn einzustreichen, und diese stattdessen in die Infrastruktur stecken, forderten die Verkehrsminister der Länder bei einer Sonderkonferenz in Berlin. Der Bund müsse dem Unternehmen die "für einen Normalbetrieb" nötigen Mittel zur Verfügung stellen - und sei es aus den Gewinnen, die der Konzern abführen soll.
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Die Länder fordern, dass der Bund der Bahn mehr Geld zur Verfügung stehen soll. (© dpa)
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Damit greifen die Länder auch das Sparpaket des Bundes an. Die schwarz-gelbe Koalition hatte darin für die Jahre 2011 bis 2014 jährlich eine halbe Milliarde Euro Dividende von der Bahn fest eingeplant. Das Geld soll helfen, den Haushalt zu konsolidieren. Das Bundesfinanzministerium pocht auf diese Mittel. "Die stehen nicht zur Disposition", sagte ein Ministeriumssprecher am Montag.
Nach Auffassung einiger Länder allerdings führt kein Weg an einer Umwidmung vorbei. Allein für die Infrastruktur seien jährlich 600 bis 700 Millionen Euro mehr nötig, sagte der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) nach dem Ministertreffen. "Da ist es nicht angezeigt, von der Bahn 500 Millionen Euro für die Haushaltssanierung zu nehmen." Es sei unwahrscheinlich, dass sich die Gewinne der Bahn "über einen langen Zeitraum anders verwenden" ließen, sagte Hering. Bislang hatte der Bund stets auf eine Dividende bei der Bahn verzichtet, das Unternehmen konnte die Gewinne wieder investieren.
Allerdings fand sich unter den Ländern keine Mehrheit für eine weiterreichende Forderung. Mehrere Länder hatten vorgeschlagen, vom Bund den völligen Verzicht auf die Dividende zu fordern. Mit der Kompromissformel müsste der Bund nun nur einspringen, wenn der Normalbetrieb oder der Betrieb in "Extremsituationen" nicht mehr gewährleistet ist. Wann dies der Fall ist, blieb offen.
Auch Bahnverbände verlangten mehr Investitionen in die Schiene. "Die Schieneninfrastruktur in Deutschland ist chronisch unterfinanziert", sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Fünf Milliarden Euro im Jahr seien nötig, der Bund stelle aber nur 3,9 Milliarden Euro bereit.
"Auf Verschleiß" gefahren
Die Grünen verlangten eine Kehrtwende in der Bahnpolitik. Nur einen Teil ihrer Erlöse habe die Bahn in der Vergangenheit in den Schienenverkehr gesteckt, kritisierte Grünen-Verkehrspolitiker Anton Hofreiter. Der Rest sei in das Auslandsgeschäft geflossen. "Das alles hat mit dem Brot- und Buttergeschäft der Bahn nichts zu tun", sagte Hofreiter.
So weit gingen die Verkehrsminister der Länder nicht. Sie forderten die Bahn zu mehr Vorsorge auf. So müsse das Unternehmen mehr in Reservezüge investieren, die in Notfällen aushelfen könnten, sie müsse mehr Überholstellen schaffen und die Kapazitäten der Werkstätten erhöhen.
"Es ist deutlich geworden, dass solche Situationen nicht mehr tolerierbar sind", sagte der Vorsitzende der Ministerkonferenz, Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD). Zuvor hatte Bahn-Chef Rüdiger Grube vor dem Gremium selbst eingeräumt, das Unternehmen sei zu lange "auf Verschleiß" gefahren. Auch das Bundesverkehrsministerium beklagte "zu viele Mängel im rollenden Material". Bis April werde nun ausgewertet, was zu dem Chaos geführt habe.
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(SZ vom 11.01.2011/aum)
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- Vertriebsingenieur (m/w)– Universal-Job Süd GmbH, Südliches Baden-Württemberg
- Steuerfachangestellter / Steuerfachwirt (m/w)– Wirtschaftsprüfer-Sozietät Bohn, Dollenmayer, Dambeck, Großhauser, Förster, München
Gysi gegen Lafontaine
wie der Unfähigkeit der Politiker, ein Unternehmen wirtschaftlich und funktional zu führen bleibt mir nur: "dank der wirtschaftlichen und politischen Elite Schland´s mutiert die BRD sukzessive zur Bananenrepublik" bravo D, mir reichts.
wirklich den Vorsitz in einem überaus heruntergewirtschafteten Unternehmen übernommen. Darum braucht ihn bestimmt niemand zu beneiden.
Die Frage ist nicht, ob die Bahn ihre Gewinne weiterhin reinvestieren kann, sondern wie.
Hatte sie bisher wohl die Freiheit, das mit ihren Gewinnen zu tun, was nach ihrem Geschmack nötig ist, um das Unternehmen Bahn auf die Börse vorzubereiten, könnte man der Bahn doch die 500 Mio Dividende lassen, aber mit Zweckbindung. Nicht nur, dass sie damit angehalten wird, diese 500 Mios in Strecken und Fahrzeuge zu investieren, sondern auch, dass die Bahn diese 500 Mios nur bekommt, wenn sie einen weiteren, mindestens gleich großen Betrag ebenfalls in die gleichen Investitionen steckt. Irgendwie so.
Es ist durchaus nicht verkehrt, wenn die Bahn versucht, einen Logistik-Welt-Unternehmen zu werden und mit einer Fa. Schenker dabei riesige Gewinne macht, aber es darf nicht so weiter gehen, wie bisher, dass beim eigentlichen Kerngeschäft radikal zu Lasten der Sicherheit und Zuverlässigkeit gespart wird.
madamef; der Arriva-Kauf fand doch grade mal im Herbst 2010 statt!!!
Wieso hat die Bundesregierung als Geldgeber das überhaupt zugelassen?
Keine Sau erklärt uns was.
Und außerdem gehört der DB noch der dänische Bus-Nahverkehr in Jütland, die Pan-Busse.
Wer weiß das schon?
dem größten Bahnprivatisierer aller Zeiten und seinem Club der toten Dichter (FDP) Herr Ramsauer kommt auch nicht vor, warum?
Es ist ein echtes Trauerspiel. Erst groß auf AG machen (Kohl, Kinkel und Konsoreten anno 93) und sich dann aus dem Staub machen, wenn die Bude zusammenkracht.
Und das, meine geneigten Mitdiskutanten, passiert auf beinahe jedem Politikfeld. Es wird schlicht eine Wüste hinterlassen, sich achselzuckend umgedreht und weitergewurschtelt.
Die Wirtschaft freuts und legt noch einen Zahn zu.
Paging