Angst vor dem Verkehrsinfarkt: 46 dringliche Schienenprojekte sind auf absehbare Zeit nicht finanzierbar. Bahn-Experten überbieten sich mit Vorschlägen für eine Wende in der Verkehrspolitik.
Wegen der gewaltigen Finanzlücke bei Schienenprojekten fordern Verbraucherschützer eine komplett neue Bahn-Politik. "Jahr für Jahr werden Milliarden an Steuergeldern fehlgeleitet", sagt Holger Krawinkel, Verkehrsexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen.
Rotes Signal: Verbraucherschützer fordern eine komplett neue Bahn-Politik. (© Foto: ddp)
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Das Geld fließe nicht dahin, wo es am meisten benötigt werde, sondern dahin, wo das größte Prestige zu erwarten sei. "Das Ergebnis dieser Politik können wir täglich beobachten: Strecken sind überlastet, vor den Bahnhöfen staut sich der Verkehr, Züge verspäten sich und Kunden werden abgeschreckt."
Das Problem werde sich noch verschärfen, ist Krawinkel überzeugt: "Wenn der Güterverkehr nach der Krise wieder zunimmt, werden die Engpässe erst richtig zutage treten."
Gesamtkonzept notwendig
Die Verkehrspolitiker im Bundestag waren vergangene Woche alarmiert worden: Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte im Verkehrsausschuss eine Liste präsentiert, die alle bereits fest versprochenen Schienenprojekte enthält und deren Finanzierbarkeit darstellt. Das ernüchternde Ergebnis: Bei insgesamt 46 "vordringlichen" Schienenprojekten, die eigentlich bis 2015 fertig sein sollten, ist die Finanzierung nicht einmal gesichert, wenn man sie zehn Jahre verschieben würde.
Im Klartext: Die Politik hat eine ganze Reihe Projekte in den "vordringlichen" Verkehrswegeplan aufgenommen - und dort drohen sie nun in Vergessenheit zu geraten. Geld, um sie in Angriff zu nehmen, ist jedenfalls weit und breit nicht in Sicht.
Aus diesem Dilemma gibt es für Krawinkel nur einen Ausweg. "Das Bundesverkehrsministerium darf nicht mehr von Einzelprojekt zu Einzelprojekt planen, sondern muss ein verkehrspolitisches Gesamtkonzept entwickeln, das den Klimaschutz miteinbezieht."
Es müssten Ziele für den Güter- , den Nah- und den Fernverkehr formuliert werden. "Anschließend schaut man sich das zur Verfügung stehende Geld an und überlegt, wie es optimal eingesetzt werden kann, um die Ziele zu erreichen", sagt Krawinkel. "Das Geld muss dahin fließen, wo der Bedarf am größten ist."
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Demonstrationen in Hamburg
Die maroden Strecken sind, wie die überfüllten Züge und die technischen Ausfälle aufgrund mangelhafter Wartung, auf das Mißmanagement mit dem Ziel des Börsengangs zurück zu führen.
Es handelt sich bei der Bahn nicht um eine auf Staatskosten gezeugte Melkkuh, die jetzt reif ist, an der Börse gemolken zu werden, bis sie alt ist und ausgeschlachtet werden kann. Dieses Unternehmen ist zur kurzfristigen Gewinnmaximierung weder gedacht noch geeignet.
Es ist ein öffentliches Verkehrsmittel, und dafür soll sie auch weiterhin bestehen. Ich hatte gehofft, mit dem Rücktritt Mehdorns ließe sich diese Krankheit kurieren.
Alle Augenblick ist genug Geld da um neue Hochgeschwindikeitszuege zu entwickeln und zu bestellen, lediglich um die Fahrzeit von K nach F um 5 Min. zu verkuerzen.
Dazu passend auch gleich eine Neubaustrecke.
Sicherlich, die DB (-Behoerde) sichert damit Jobs bei TK, Siemens und Hochtief, etc., was widerum die Arbeitslosenstatistik verbessert und Waehlerstimmen sichert.
Aber warum ist auf einmal kein Geld mehr da?
Schwares Loch?
Als Monopolist kann die Bahn doch einfach die Preise um 50% anheben.
Oder Angie kann die MinOeSt um 50 c/L anheben.
Eine klassische win-win-situation fuer Bahn, Politik & Lieferanten !
Die DB-Netz wird demnächst 750 Millionen an den Konzern abführen.
Steuergelder, die für die Infrastruktur gedacht sind, weden in den Konzerngewinn gesteckt.
Überall in Europa werden Bahnen dazugekauft - selbst solche maroden wie in England.
Wenn die Bahn erst einmal privatisiert ( sprich: zerlegt ) ist, wird man Zustände wie in England haben. Einen Vorgeschmack hat man ja schon.
Geld ist schon da - nur nicht für eine Bahn, die den Kunden sicher und preiswert ans Ziel bringt.
nach über 6 Jahren als frustriertes "Transportvieh" habe ich mich letztes Jahr entschlossen mit dem Auto zur Arbeit zu fahren (über 150 km täglich).
Die Strecke ,die ich hier zurücklege, ist nun zum wiederholten Male Opfer von Kürzungen.
Da investiere ich lieber in die dt. Automobilindustrie!
Es kann eben niemand erwarten, dass man persönliche Nachteile andauernd in Kauf nimmt um die CO² Bilanz zu verbessern....