Bahn-Chef Mehdorn und der Sparzwang: Weil höhere Managergehälter in Krisenzeiten nicht zu vermitteln sind, ordnet der Konzernchef eine Nullrunde an. Für die höhere Löhne fordernde Transnet findet er nur mahnende Worte.

Bahnchef Hartmut Mehdorn und die anderen Vorstandsmitglieder verzichten kommendes Jahr auf jede Gehalterhöhung. "Die Gesamtvergütung des Vorstands wird im Jahr 2009 nicht steigen. Das heißt: Es wird eine Nullrunde für den Vorstand der Deutschen Bahn geben", sagte Mehdorn der Bild am Sonntag. Dies habe das Leitungsgremium auf einer Sondersitzung in Berlin beschlossen.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn will den Konzern so schnell wie möglich an die Börse bringen, verzichtet im kommenden Jahr aber erst einmal auf eine Gehaltserhöhung. (© Foto: ddp)

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Zur Begründung sagte der Bahnchef: "Deutschland steht vor schwierigen Zeiten. In dieser Situation sind höhere Einkommen für Manager schwer zu vermitteln, auch wenn die Deutsche Bahn 2008 wiederum außergewöhnlich erfolgreich sein wird." Die Bezüge des DB-Vorstandes lägen damit weiterhin unter dem Durchschnitt der Dax-Unternehmen.

Mahnende Worte an die Transnet

In den vergangenen Wochen hatten Bonus-Zusagen für den Bahnvorstand im Falle eines erfolgreichen Börsengangs für Streit gesorgt, der einen Staatssekretär den Job kostete und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) einen Abwahlantrag der Opposition einbrachte.

Mit Blick auf den Gewerkschaftstag der Transnet am Sonntag in Berlin sagte Mehdorn: "Es ist völlig legitim, wenn die Beschäftigten am Erfolg des Unternehmens teilhaben wollen. Allerdings ist jetzt ein besonderes Augenmaß gefordert, da unser Land gerade in eine Rezession abrutscht. Die Transnet-Forderung von zehn Prozent mehr Lohn hat daher mit der Realität rein gar nichts mehr zu tun."

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(sueddeutsche.de/AP/dpa/Reuters/mel)