Nach der Entdeckung eines Radrisses muss die Deutsche Bahn mit Auflagen für ihre Doppelstockwagen rechnen.
Auf Bahnkunden kommen womöglich bald weitere Einschränkungen zu, diesmal im Regionalverkehr. Nachdem es zuletzt die Vorgaben für die Sicherheit Berliner S-Bahnen drastisch verschärft hat, überprüft das Eisenbahn-Bundesamt nun auch Doppelstockwagen der Deutschen Bahn.
Das Eisenbahnbundesamt überprüft nun auch doppelstöckige Regionalzüge der Deutschen Bahn. (© Foto: dpa)
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Hintergrund sei ein Riss in einem Rad, der in einem der doppelstöckigen Züge Ende vergangener Woche festgestellt worden sei, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes am Mittwoch. Ein Verwaltungsverfahren sei bereits eingeleitet. "Wir sind jetzt in der Sachverhaltsprüfung", erklärte die Sprecherin. Ob und wann die Behörde Auflagen erlasse, sei noch unklar. "Auch Ausweitungen sind nicht ausgeschlossen", sagte die Sprecherin.
Betroffen sind bisher die Doppelstockwagen der Baureihe 747.3. Nach Angaben der Bahn war an einem der Züge bei einer Routinekontrolle im brandenburgischen Bahnhof Wünsdorf der Riss im Rad aufgefallen. Daraufhin habe man die Eisenbahn-Aufsicht informiert.
Anhörung in Bonn
Die Züge, die ursprünglich über die DDR-eigene Deutsche Reichsbahn in den Besitz der Bahn gelangten, waren in den neunziger Jahren aufwendig umgebaut und saniert worden. Sie sind bundesweit im Einsatz. Ende 2011 sollen die Züge ausgemustert werden. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung berief die Bahn für Freitag eine Aufsichtsratssitzung der Tochterfirma DB Regio ein. Sie betreibt die Regionalzüge.
Sollte die Bahn Auflagen für den Betrieb ihrer Regionalzüge bekommen, könnte das bundesweit den Regionalverkehr beeinträchtigen. Bislang reichen Auflagen des Bundesamtes, etwa für ICEs und S-Bahnen, von einer deutlich häufigeren Überprüfung der Achsen und Räder bis zum Austausch der Räder. In Berlin ist seit Montag nur noch jede dritte S-Bahn unterwegs. Alle anderen Züge werden derzeit überprüft und mit neuen Rädern ausgestattet.
Im Streit um Auflagen für Güterzüge kommen die betroffenen Bahnen an diesem Donnerstag in Bonn zu einer Anhörung zusammen. Sie soll klären, inwieweit das Eisenbahn-Bundesamt im Alleingang Auflagen für den Güterverkehr in Deutschland machen kann. Die Behörde hatte dies infolge von Achsbrüchen bei Güterwaggons - wie zuletzt im italienischen Viareggio - angekündigt. Auf Umwegen könnte auch dies den Regionalverkehr betreffen. In einigen älteren Wagen, den so genannten Silberlingen, finden sich die gleichen Radsatzwellen wie in den meisten Güterwaggons.
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(SZ vom 23.07.2009/tob)
Linke mit neuer Führung
Ich frage mich, wielange es noch bei der DB dauert, bis es zu einem richtig großen Unfall kommt.
Offenbar wird hier massiv das Material auf Verschleiß gefahren, wenn bei jeder Entdeckung gleich massenweise Züge und Wagen aus dem Verkehr gezogen werden.