Die Bahn erhöht das Tempo: Für den Börsengang im Herbst liegen offenbar bereits wichtige Börsenprospekt-Details vor. Auch ein Name ist schon gefunden.

Die SPD streitet noch über die Details der Bahnreform, mehrere Politiker wollen einen Sonderparteitag einberufen, und auch die Union muss dem Beck-Plan noch zustimmen. Die Differenzen in der Politik stören den Staatskonzern offenbar wenig - wichtige Details des Börsenprospekts sind schon definiert.

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Die Deutsche Bahn hat nach Informationen der Financial Times Deutschland einen Datenraum für die Investoren eingerichtet und schon wesentliche Teile des Börsenprospektes erstellt. Das Unternehmen solle voraussichtlich unter dem Namen DB Mobility & Logistics an den Kapitalmarkt geführt werden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise.

Als Berater der Bahn für den Börsengang sei die Investmentbank Rothschild vorgesehen. Die Bank wollte dies nicht kommentieren. Der Bund sucht dem Bericht zufolge ebenfalls einen Berater, die Ausschreibung hierfür ende am 5. Mai.

Zugleich treibe der Bahn-Konzern seinen Expansionskurs voran. Die Logistiksparte werde in den kommenden Wochen mehrere Speditionen etwa in Italien und Großbritannien kaufen, hieß es in dem Bericht.

Widerstand der Genossen

Derweil stößt der von SPD-Chef Kurt Beck vorgelegte Kompromiss zur Bahnreform innerhalb der Partei auf Widerstand. Die SPD-Politiker Lothar Mark und Peter Conradi wollen nach einem Bericht des Mannheimer Morgens die Einberufung eines Sonderparteitags erreichen. In einem dem Blatt vorliegenden Brief an alle SPD-Parteiratsmitglieder schreiben sie, die Empfehlung der von Beck geleiteten Bahn-Arbeitsgruppe widerspreche den Forderungen des Hamburger SPD-Parteitags.

Die beiden Parlamentarier kritisieren besonders die geplante Ausgabe von Bahn-Aktien an private Investoren: "Der Bund könnte als Mehrheitsaktionär seiner Pflicht nicht nachkommen, dem Wohl der Allgemeinheit und ihren Verkehrsbedürfnissen entsprechende Verkehrsangebote zu gewährleisten", heißt es in dem Brief. Die geplante Beschränkung des privaten Aktienanteils von 24,9 Prozent sei Augenwischerei, weil dieser später durch einfache Vertragsänderung erhöht werden könne.

"Es ist nicht nachvollziehbar, was die Arbeitsgruppe erarbeitet hat", sagte Mark dem Mannheimer Morgen Wegen der vielen Bedenken gegen eine Bahnprivatisierung auch in der Bevölkerung sei das Thema ungeeignet, die SPD aus ihrem Tief herauszubringen. Er zeigte sich zuversichtlich, die nötige Mehrheit für die Einberufung eines Sonderparteitags zu erreichen.

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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/AFP/mel/tob)