In diesem Jahr will die Bahn 1,39 Milliarden Euro Gewinn nach Zinsen und Steuern machen und damit das Rekordergebnis vom Vorjahr deutlich übertreffen. Jetzt will Bahnchef Mehdorn den Börsengang beschleunigen.
Die aus seiner Sicht erfreulichste Bilanzzahl hatte Hartmut Mehdorn, Vorstandschef der Deutschen Bahn (DB), mit einer hohen, roten Säule markieren lassen.
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Will mit seinem Konzern bald an die Börse: Bahnchef Hartmut Mehdorn (© Foto: AP)
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Das Staatsunternehmen hat von Januar bis Mai 2007 einen Gewinn nach Zinsen und Steuern in Höhe von 668 Millionen Euro erzielt. So steht es im Lagebericht, den Mehdorn in dieser Woche dem Aufsichtsrat vorlegte.
Der Profit fällt mehr als doppelt so hoch aus, wie in den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres (304 Millionen Euro) und fast doppelt so hoch, wie für Januar bis Mai 2007 ursprünglich kalkuliert (371 Millionen Euro).
In diesem Jahr will die Bahn 1,39 Milliarden Euro Gewinn nach Zinsen und Steuern machen und damit das Rekordergebnis vom Vorjahr (1,24 Milliarden Euro) übertreffen. Mehdorn strebt einen baldigen Börsengang an. Schon im Herbst will der Konzernchef, wie er dem Aufsichtsrat mitteilte, auf potentielle Investoren zugehen.
Profitbringer Regionalverkehr
Dann soll die sogenannte Due Diligence beginnen, also die Prüfung aller wichtigen Geschäftsunterlagen durch mögliche neue Anteilseigner. Die Vorbereitungen für die Due Diligence "laufen auf Hochtouren", notierte Mehdorn im Lagebericht.
Steigende Umsätze und Gewinne sollen den international agierenden Transport- und Logistikkonzern attraktiv für die Börse machen. Der profitabelste Unternehmensbereich ist nach wie vor der hoch bezuschusste Regionalverkehr, der fast die Hälfte des Konzerngewinns beisteuert: 319 Millionen Euro in den ersten fünf Monaten 2007.
Der Staat gibt mehrere Milliarden Euro pro Jahr für die Regionalzüge und S-Bahnen aus, das meiste Geld landet bei der DB. Mit ihren Fern- und Güterzügen, die nicht subventioniert sind, macht die Bahn weit weniger Profit. Das gilt auch für die Transport- und Logistiktochter Schenker.
Im ersten Schritt weniger als 50 Prozent der Bahn-Aktien veräußern
Konzernchef Mehdorn will mit der Bahn international weiter expandieren. Nach dem Kauf von Transportgesellschaften in Westeuropa (Spanien, Großbritannien) richtet er seinen Blick nun nach Osten. Man prüfe Beteiligungen an Staatsbahnen, erklärte Mehdorn im Aufsichtsrat. Das Unternehmen wolle sich in einer "DB Eastern Europe" mit osteuropäischen Staaten zusammentun und mit ihnen die dortigen Eisenbahnen betreiben sowie neue Logistikzentren für den Güterumschlag errichten.
Das Bundeskabinett will nach Angaben aus Koalitionskreisen am 24. Juli einen Gesetzentwurf für den Börsengang der Bahn beschließen und in das Parlament einbringen. Der Bundestag könne das Gesetz dann im Herbst verabschieden. Der Staat will im ersten Schritt weniger als 50 Prozent der DB-Aktien veräußern und einstweilen Mehrheitseigner bleiben.
Ob private Investoren bereits im nächsten Jahr bei der Bahn einsteigen können, ist offen. Die künftige Finanzierung des Schienennetzes durch den Bund muss erst noch geklärt werden.
Die Ministerien, die mit dem Börsengang befasst sind, hatten sich am Donnerstag auf einen Gesetzentwurf geeinigt. Darin ist vorgesehen, dass die DB das Schienennetz in den nächsten 15 Jahren behalten und betreiben darf, es dann aber an den Staat zurückgeben muss, falls der Bundestag nichts anderes beschließt. Die Bundesnetzagentur soll als Aufsichtsbehörde dafür sorgen, dass die DB konkurrierenden Eisenbahnen nicht die Benutzung der Trassen erschwert.
(SZ vom 30.6.2007)
Demonstrationen in Hamburg
Die Post AG hält noch das BRIEFmonopol. Und das ist sehr stark reglementiert - die Post AG muss Tariferhöhungen genehmigen lassen und Kosten nachweisen. Kostenreduktionen durch Produktivitätssteigerung müssen an die Kunden weitergegeben werden.
Der Zugang der Konkurrenten der Telekom zum Netz ist ebenfalls stark reglementiert. Ein Anbieterwechsel ist im wesentlichen problemlos möglich, eben weil die Bundesnetzagentur hier eine starke Position hat.
Womit wir zum wesentlichen Unterschied kommen: Wettbewerb im öffentlichen Verkehr findet auf einer ganz anderen Ebene statt, nämlich bei der Ausschreibung der Verkehrsleistung. Der Kunde selbst kann nicht mit den Füßen abstimmen und ist auf Gedeih und Verderb dem Betreiber ausgeliefert.
Und politische Kontrolle und Zielvorgaben lassen sehr zu wünschen übrig.
Vielen der Punkte die Sie auflisten kann ich mich nur anschließen: Defizitäre Regionalflughäfen, voller Mehrwertsteuersatz für Fernverkehrsfahrscheine, Mineralölsteuer und so weiter. Und ich frage mich auch, wieso sich da keiner aufregt.
Das Netz verbleibt im Übrigen nur auf dem Papier in der Hand des Bundes. Das ist eine Konstruktion, die zum Himmel stinkt, denn die DB Netz arbeitet im Auftrag der Konzernmutter, und nicht, wie von Ihnen beschrieben, im Auftrag des Bundes.
Und selbst wenn es im Auftrag des Bundes betrieben würde: Der Bund hat offensichtlich kein Konzept. Wo in der Schweiz Milliarden geflossen sind, um landesweit Verknüpfungen zu optimieren und Umsteigezeiten zu reduzieren, fließt Geld hierzulande nur in isolierte Leuchttürme. Und die Expansionen der Bahn AG ins Ausland...
Im übrigen habe ich nie behauptet, dass die Zahlungen der Länder und Kommunen Zuschüsse wären. Es ist aber so, dass Länder und Kommunen die Leistungen bestellen müssen, WEIL sie in dieser Form nicht kostendeckend erbringbar sind. Denn sonst wäre ja ein privater Anbieter da, der die Leistung aus freien Stücken selbst anbieten würde.
Und dafür, dass die Bahn aus ihren Einnahmen ins Netz investiert, dafür hätte ich gerne Beispiele. Weichen und Überholgleise rausreißen werte ich jedenfalls nicht als Investition.
sie sprechen die post ag an? die hält bis heute ein monopol. das ändert sich offensichtlich näschstes jahr. aber gehen wir weiter: telekomm ... hat bis heute sein netz behalten und damit ein monopol. selbst firmen mit eigenem netz (arcor) ist auf die sogenannte "letzte meile" angewiesen.
wenn sie sich richtig informiert hätten, dann wüssten sie, das das netz der deutschen bahn ag im besitz des bundes verbleibt. die db netz ist im auftrag des bundes betreiber. auch ivestiert die bahn gelder aus ihren einnahmen in das netz. doch wie in jeder infrastruktur beteiligt sich auch der staat an den kosten. oder glauben sie, das die strasßen alleine von den kfz-steuern unterhalten werden können?
also, die bahn soll nur kostendeckend arbeiten und kein geld in die staatskassen spülen? der bund idt eigner der bahn. diese muss also gewinne an den eigner abführen. es kommen nicht unerhebliche steuerzahlungen der bahn hinzu. das umweltfreundlichste verkehrsmittel zahlt die vollen steuern für kraftsstoffe und die vollen ökosteuern. der flugverkehr ist von der mineralölsteuer befreit. warum regt sich da kaum einer auf? auch das viele flughäfen defizitär arbeiten und der steuerzahle drauf zahlt interessiert kaum einen? warum?
noch ein wort zu den zahlungen von länder und kommunen im öpnv. dies sind keine zuschüsse, weil sich das sonst nicht betreiben ließe, sondern vertraglich festgelegte bezahlung für erbrachte leistungen, weil länder und kommunen den öpnv ausrichten müssten! ein fliesenleger lässt sich seine leistung auch bezahlen!
Die SBB GmbH ist eine 100%ige Tochter der SBB AG in Deutschland.
Die SBB selbst sind seit 1999 ebenfalls eine AG, die sich zu 100% im Besitz der Eidgenossenschaft befindet.
Allerdings steht ein Börsengang in der Schweiz zur Zeit nicht zur Debatte. Der Verwaltungsratspräsident Thierry Lalive dEpinay der SBB dazu:
"Auf der ganzen Welt ist die Infrastruktur jeder Eisenbahn, die ein umfassendes Angebot wie die SBB anbietet, auf staatliche Gelder angewiesen. Ohne diese Subventionen läuft gar nichts."
Der öPNV wird von den Ländern bestellt und zum Teil auch bezahlt, weil er eben landesweit nicht kostendeckend erbringbar ist. Ein anderer Teil wird durch die Fahrgeldeinnahmen erwirtschaftet.
Werfen Sie mal einen Blick in die Schweiz, die ja über jeden Zweifel eine sozialistische Planwirtschaft zu sein, erhaben sein dürfte.
Dort werden Sie sehen, dass die SBB eine GmbH ist, die zu 100% in staatlichem Besitz ist und eben nicht dem Zwang unterworfen wird, Gewinne abzuwerfen, sondern lediglich wirtschaftlich zu arbeiten. Und außerdem hat die SBB eine Reihe von Zielvorgaben, die die nicht in Geldbeträgen messbaren Leistungen abdeckt (Kundenzufriedenheit, Netzabdeckung, Pünktlichkeit u.a.).
Ich kann bis heute keinen triftigen Grund dafür erkennen, dass es nötig wäre, die Deutsche Bahn (zumal mit dem nicht beliebig teilbaren Schienennetz) zu einem Gewinnbringer umzufunktionieren. Und ich wiederhole noch einmal: Die "Gewinne" stammen aus Steuerzahlerhand!
Im übrigen fließen diese Gelder nicht in die Netze hierzulande. Die lässt man sich nämlich weiterhin teuer aus Steuergeldern bezahlen, obwohl man sich jede politische Einflussnahme verbittet.
Mit Verlaub, das stinkt.
Wenn schon Bahnprivatisierung, dann doch bitte wnigstens ohne Netz und Bahnhöfe. Es ist doch ein Witz, dass der größte Wettbewerber Trassenvergabe und Fahrplangestaltung in der Hand behält und damit jedes Werkzeug zur Benachteiligung anderer Anbieter bekommt.
Angemerkt sei auch noch, dass die Privatisierung der Post erheblich reglementiert stattgefunden hat. So wie die Bahnprivatisierung im Moment angelegt ist, züchtet man sich einen entfesselten Monopolisten, der am Tropf des Steuerzahlers hängt und damit eine Welt AG aufbaut.
Der Fahrbetrieb der Deutschen Bahn, um den es doch eigentliche gehen sollte tritt dabei bis zur Unsichtbarkeit in den Hintergrund, wie man Tag um Tag aufs neue erfahren kann, wenn man sich mit dem Zug mal abseits der Rennstrecken bewegt.
ich wundere mich immer wieder, wie leichtgläubig menschen doch sind und vor allem, wie medien berichten. jedes verkehrsunternehmen, welches einen öpnv anbietet wird "bezuschusst". dazu gibt es ausschreibungen und es werden verträge geschlossen. denn der öpnv ist sache der kommunen/länder. die sind per gesetz dazu verpflichten einen öpnv anzubieten. das sie das in den seltensten fällen selber können, werden eben diese leistungen ausgeschrieben. es werden dann mit den verkehrsunternehmen verkehrsverträge geschlossen. es ist nur mehr als normal, das eine firma, die leistungen für jemanden anderes erbringt sich diese leistung auch bezahlen lässt. das sit nun einmal so in einer marktwirtschaft!
früher wurde über die bahn geschimpft, weil sie defizitär arbeitete. heute schimpft man über die bahn, weil sie gewinne macht. im übrigen bringt der konzern deutsche bahn ag auch eine menge steuern ein! erstens einmal muss auch die bahn ihre gewinne versteuern, und dann kommt hinzu, das das umweltfreundlichste verkehrsunternehmen die die vollen mineralöl- , strom- und ökosteuern zahlen muss!
ich eiß nicht, warum in diesem land millionen von bahnexperten leben, die ständig etwas zu meckern haben. fragt man genauer nach, oder sieht sie die argumentation dieser "bahnexperten" an, so kommt man zu dem schluß, das diese sich nicht im geringsten auskennen! und das angefangen bei den medien, die über die bahn berichten. das sicherste indiez dafür ist, das sich keum ein redakteur oder journalist einmal gedanken über die verschiedenen berufe und deren bezeichnungen bei der machen machen. in fast allen medien muss man immer wieder bei einem unfall (z.b. an einem bahnübergang) davon lesen, das der zugführer keine schuld hat, oder das der zugführer nicht mehr bremsen konnte, oder das der zugführer nur leicht verletzt sei, oder, oder, oder ... dabei handelt es sich in dem fall um den triebfahrzeugführer. der zugführer ist gar nicht auf der lok, sondern im zug und kontrolliert die fahrkahrten!
um es einmal mit dieter nuhr zu sagen: wenn man keine ahnung hat, einfach mal ....
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