Finanzinvestoren haben es natürlich gerne, Prominente in ihren Reihen zu wissen. Sie können als Türöffner dienen bei neuen Geschäften. Mit dieser Absicht beschäftigt etwa in Deutschland die Private-Equity-Gesellschaft Cerberus den ehemaligen Kanzlerkandidaten Rudolf Scharping (SPD).

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Die konkreten Fragen von sueddeutsche.de zu Bonos genauer Rolle und Funktion im Vorstand beantwortete Elevation übrigens nicht en detail, sondern schickte als Pauschalantwort einen bereits veröffentlichten Artikel der Zeitschrift Bloomberg Markets. Titel: "Bonos Buyout-Firma".

Darin heißt es, die Idee zur Gründung von Elevation stamme von Bono. Einen Tag in der Woche widme der Rockstar den Geschäften - gelegentlich werbe er persönlich bei möglichen Investoren um Geld.  Undsoweiter.

Elevation Partners lebt unverblümten Kapitalismus. 1,9 Milliarden Dollar sammelte das Unternehmen bereits ein, hauptsächlich bei Pensionsfonds. Etwa eine Milliarde Dollar dürften bereits angelegt sein - fast ausschließlich in Unternehmen aus der Medienbranche. Anfang Juni sicherte sich Elevation 25 Prozent an Palm, dem Hersteller von Kleincomputern. Erstes Investment war 2005 Move.com, Betreiber einer Immobilien-Website.

Im vorigen Sommer kaufte Elevation von der Eigentümerfamilie etwa 40 Prozent am Forbes-Verlag. Darin erscheint das gleichnamige Magazin. Es gilt als "Bibel des Kapitalismus".

Fast alle Themen behandeln die sinnvolle Anlage von Geld und die Vorzüge der freien Marktwirtschaft. Im Konkurrenzblatt Business Week erklärte Elevation-Partner Roger McNamee damals, Bono befürworte das Investment ausdrücklich: "Wenn er dagegen gestimmt hätte, hätten wir es nicht gemacht."

Vom Gutmenschentum, das den Sänger umwölkt, ist bei einem anderen Elevation-Investment rein gar nichts zu erkennen. Im Gegenteil. 300 Millionen Dollar steckte Elevation in die Bioware Pandemic Studios, zwei Hersteller von Computerspielen.

Einer der Hits: "Destroy all humans", "Zerstöre alles Menschliche". Wer spielt, wandelt virtuell als Alien durch die Welt. Offizieller Werbespruch des Herstellers: "Benutze die Zündkapsel, den Gehirn-Zerschmetterer (...), um kraftlose Menschen auszurotten."

"Muss man denn ein Idiot sein, wenn man Musiker ist?"

Nicht nur die Elevation-Investments nähren Zweifel an dem öffentlichen Bild, das Bono gern von sich zeichnen lässt. Vor einem Jahr verlegte U2 seinen Steuersitz aus der Heimat Irland in die Niederlande.

Der Grund: Der Inselstaat kappte Steuerprivilegien für Künstler. "Ich kenne kein einziges Unternehmen, das mehr Steuern zahlt als es zahlen muss", rechtfertigte sich Bono. "Muss man denn ein Idiot sein, wenn man Musiker ist?"

Doch die Flucht aus Irland hat einen faden Beigeschmack: Im Jahr 2005 hatte Bono den irischen Regierungschef Ahern während eines U2-Konzertes kritisiert, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg, die Elevation ja für äußerst glaubwürdig hält.

Bonos Anklage: Ahern wolle die Staatsausgaben für Afrika nicht erhöhen. Die Konzertbesucher buhten den irischen Regierungschef aus. Dabei stammen Staatsausgaben aus Staatseinnahmen - und das sind nun einmal Steuergelder, die Herr Bono Herrn Ahern nicht mehr zahlen möchte.

Vor wenigen Tagen erschien im amerikanischen Forbes-Magazin, an dem Bono nun beteiligt ist, ein interessanter Essay. Darin wird über die "oberen fünf Prozent der Menschheit" fabuliert. Diese Gruppe lasse sich splitten: Ein Teil wolle ständig die Welt verbessern. Der andere Teil kümmere sich darum, sein Geld zu mehren.

Laut Forbes ist jedoch Geldgier angenehmer als Gutmenschentum: "Das macht die Welt einfacher." Dass es eine Gruppe gibt, die gierig ist und zugleich die Welt verbessern will, fiel unter den Tisch. Vielleicht fragen die Reporter mal bei einem ihrer Eigentümer nach, wie das alles unter einen Cowboyhut aus Stroh passt.

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  1. Die Geschäfte des Herrn Bono
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(sueddeutsche.de)