Nach dem Durchbruch für den Transrapid vom Münchner Flughafen in die Innenstadt machen die Grünen Front gegen Edmund Stoibers Denkmal. Auch die Haushaltssprecher von Union und SPD melden Bedenken an.
"Edmund Stoiber sollte sich nicht zu früh freuen: Noch steht sein Denkmal nicht", erklärten die Landesvorsitzenden Sepp Daxenberger und Theresa Schopper. Jetzt gehe der Widerstand erst richtig los. Bayern brauche keine "sündhaft teure Bonzenschleuder zum Flughafen", sondern einen besseren Nahverkehr in der Fläche, hieß es weiter.
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Vorwurf der Verschwendung
Für den "abgehobenen Edmund-Stoiber-Express" würden mehr als eine halbe Milliarde Euro aus Landesmitteln verschwendet.
Selbst nach Einschätzung von Haushaltspolitikern der Koalition ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Das Projekt sei "in finanzierbare Nähe gerückt", sagte Unions-Experte Steffen Kampeter (CDU) in Berlin. Das Bundesfinanz- und Verkehrsministerium müssten jetzt aber eine aktualisierte Kosten- und Finanzierungsrechnung vorlegen.
"Der Teufel steckt im Detail", sagte Kampeter und verwies vor allem auf mögliche Mehrkosten. Ähnlich äußerten sich Haushaltsexperten der SPD.
Der bayerische CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann bezeichnete den "Durchbruch bei der Finanzierung" als einen "Riesenerfolg für den Technologiestandort Bayern". Er betonte, die Magnetschwebebahn sei eminent wichtig für die weitere Entwicklung des Münchner Flughafens. Dabei sei der Transrapid keineswegs ein Prestigeobjekt Stoibers, sondern ein verkehrspolitisches und technologisches Leitprojekt von regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung.
"Nichtsdestotrotz wäre ohne den unermüdlichen Einsatz des bayerischen Ministerpräsidenten ein Durchbruch beim Transrapid nicht gelungen", sagte der CSU-Fraktionschef.
Kritik kam hingegen von der Landtags-SPD, die das Projekt ebenso ablehnt wie die Grünen-Fraktion und die rot-grüne Stadtratsmehrheit in München. SPD-Fraktionsvize Thomas Beyer sagte, bei der Realisierungsvereinbarung handle es sich um einen "Scheinvertrag".
"Der Preis ist nicht zu halten"
"Alle Beteiligten wissen, dass die Kosten von 1,85 Milliarden Euro ein politischer Preis sind, der nicht zu halten sein wird", sagte er. Die jetzt getroffene Vereinbarung sei "nichts als ein Abschiedsgeschenk" für Ministerpräsident Stoiber.
Am Montagabend hatten sich der scheidende Ministerpräsident Stoiber und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn über den Bau der Transrapid-Strecke vom Hauptbahnhof zum Flughafen geeinigt. Zuletzt hatte für die Münchner Transrapid-Trasse noch eine Finanzierungslücke von 165 Millionen Euro geklafft. Die Kosten für den Bau der 37 Kilometer langen Magnetschwebebahn werden auf 1,85 Milliarden Euro veranschlagt. Diese Zahl basiert allerdings auf einem Gutachten aus dem Jahr 2004. Kritiker fürchten, dass der Bau weitaus teurer kommen könnte.
Der Bund stellt für den Transrapid 925 Millionen Euro zur Verfügung. Der Freistaat beteiligt sich mit 475 Millionen Euro, die Bahn sagte bislang 185 Millionen Euro zu. Weitere 100 Millionen Euro sollen vom Flughafen München kommen. Die Staatsregierung setzt zudem auf Gelder aus den Fördertöpfen der EU.
(sueddeutsche.de/ddp/dpa)
Ohrenbetäubender Lärm, den so ein Zug verbreitet, ist wohl keine persönliche Ansicht
auch die Trasse durch die Landschaft wird jedermann sehen
die Erschütterungen entlang der Strecke werden sehr viele zu spüren bekommen
die Störung der Netze und das Bildschirmflimmern ebenso
und die Kosten in Milliardenhöhe, die nun auf den Staatshaushalt zukommen, sei es, für den Bau, sei es für die Unterhaltung dieses schnelleren Zuges, und damit garnichtsinnovatives, darf JEDER bezahlen, wir sowie die nachfolgende Generationen. Der Staatshaushalt wird damit in Millionenhöhe für die Dauer des Betriebes belastet sein.
Und womit kann man das finanzieren? Ich würde sagen: Steuererhöhungen. Und die kriegt auch jeder zu spüren.
Sagen Sie mir, worin denn der große Nutzen für die Allgemeinheit liegt, der diese Investition in eine Technologie rechtfertigt, die Energieverschwendung, Landschaftszerstörung, Lärmbelästigung inkludiert sowie keinen Mehrnutzen bringt, außer Leute 10 Minuten schneller von A nach B zu bringen.
Chappi, liebes masogtjanix, Chappi ist der korrekte Name
Im Übrigen könnte man mit Ihrer Argumentation so ziemlich jedes Neubauprojekt einstampfen - Argumente dagegen lassen sich wohl immer finden; auch wenn in Ihrem Kommentar wenig bis keine Argumente zu finden sind; mehr so persönliche Ansichten.
"Ihre eigenartige Logik in Ehren, aber das müssen Sie mir schon erklären: Wieso muss ICH argumentieren?
- nicht ICH erzähle Märchen von 1000undeiner Finanzierung des TR...
- nicht ICH will fremdes Geld für eine Todgeburt ausgeben...
- nicht ICH bin von der Fähigkeit der bayr. Staatsregierung und des TR überzeugt...
- nicht ICH erzähle fasle dauernd was von einer Rendite des TR..."
Sie fragen ernsthaft, warum TR-Gegner ihre Vor- und Einwände begründen sollen?
Weil hier ohne wirkliche Argumente gegen eine Investition / Technologie gezetert wird, deren Nutzen / Funktion mehr als deutlich dafür sprechen. Was den Schluß nahelegt, dass hier eher ideologische Gründe / persönliche Abneigungen (sprich: prinzipielles Dagegensein, weils von der pösen CSU kommt, und dem doofen Edi ist obendrein, da muss man einfach dagegen sein).
- Sie haben ganz recht, Projekte in dieser Größenordnung kosten i.d.R. mehr, als anfangs geplant. Ach Gottchen aber auch, so was gemeines. Mit diesem "Argument" lässt sich dan im Endeffekt so ziemlich jedes Großprojekt der gesamten Menschheit ablehnen, und wir würden immer noch auf Bäumen rumturnen. Entscheidend ist doch neben dem Aufwand, was unter dem Strich herauskommt, und nicht die Kosten allein.
- Totgeburt ist ja mal eine recht gewagte Bezeichnung, oder wollen sie ernsthaft bestreiten, dass der Flughafen dringend eine bessere Verkahrsanbindung braucht (insbesondere, wenn die 3. Startbahn da ist)? Der Witz dabei ist, dass sämtliche Negativargumente auf die Express S-Bahn ebenso zutreffen, nur dass hier dann alle Vorteile des TR wegfallen.
- Damit sind Sie offensichtlich in der Minderheit, und trotzdem stellen Sie die Frage, warum Sie dies nun argumentativ begründen sollen? Ein bisschen seltsam, unter diesem Gesichtspunkt müsste natürlich niemand etwas begründen, jede dahingerotzte Behauptung würde völlig genügen.
- Fakt ist, dass eine Express S-Bahn mit ihrer doch immerhin noch 28min Fahrzeit ein jährliches Defizit von rund 20Mio verursacht (ohne die Fahrzeit nennenswert zu verkürzen), während der TR aufgrund seiner höheren Fahrintervalle (alle 10min) dies nicht tut - ob und wie hoch nun die Rendite des TR tatsächlich ausfällt, sei dahingestellt, er verursacht zumindest kein derartiges Defizit. Eine kleine, aber entscheidende Tatsach
es gibt wohl immer noch leute, die ihre technologischen visionen aus den arkadisch schönen zukunftsfibeln der 50er jahre beziehen. auch dort bewegte sich immer ein von magischer (magnetischer?) hand in der schwebe gehaltener wunderzug durch ein von allen irdischen zwängen losgelöstes kleinparadis unter einer glaskuppel, respektive käseglocke. klein edi und klein erwin werden heute noch gänsehaut bekommen, wenn sie an diese schönen bilder denken. leider ist die zukunft anders geworden, als man sich das in den technikgläubigen nachkriegsjahren erträumt hatte: statt im weltraum zu leben, müssen wir uns immer noch mit unserer terrestrischen existenz herumplagen. statt in einmann-kabinenscootern bewegen wir uns immer noch meistens in grossen blechkisten, die ganz archaisch mit fossilem brennstoff befeuert werden. und wenn wir abheben, dann nicht in supragleitern, sondern in monströsen aludosen, die wiederum nur verflüssigtes sediment durch ihre triebwerke blasen. und in diese verschwenderische und dem zwangsläufigen ende durch rohstoffknappheit nahe technikwelt setzen wir jetzt den transrapid, der wirklich keines unserer verkehrsprobleme löst. alle welt redet vom klimaschutz und wir hübschen das unvernünftige fliegen mit dieser rohrpost auf stelzen auf. lächerlich!
Bei Projekte dieser Größenordnung darf man getrost 30 bis 50 Prozent Budgetüberziehung erwarten. Das zeigt die Erfahrung.
Sobald die Piste zur Hälfte steht, wird es heißen: äh, leider, wegen, weil - also wenn wir nicht mehr Geld bekommen, werden wohl am Ende ein paar Pfeiler fehlen ...
Sobald die Piste fertig ist, wird es heißen: Ja, äh, leider, wegen, weil - also ohne die Sicherheits- und Steuereinrichtungen (und sonstiger elektronischer "Kleinkram", der im überschwange des großen Wurfs gern mal vergessen wird) wird hier wohl nie ein ZUg fahren; tut uns leid, XX Millionen extra!
Da gibt es doch jede Menge Druckmittel für die beteiligten Unternehmen. Und das Vorhaben LKW-Maut (bei dem nach wie vor Milliarden vertraglich vereinbarter Entschädigungszahlungen der stümperten Unternehmen an den Staat ausstehen und wohl nie ernsthaft eingefordert werden - warum wohl?) zeigt, dass diese Druckmittel auch genutzt werden und die Politik nichts dagegenzusetzen hat (oder dagegen setzen will - schließlich will man sich keine Blöße geben und nach Ende der Amtsperiode auch einen Vorstandsposten).
Dies ist keine Bananenrepublik, sondern eine Unternehmenrepublik. Die Früchte sind größer, das Prinzip ist das gleiche.
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