Das BayernLB-Desaster lässt sich nicht allein mit der Finanzkrise begründen. Fehler von Politik und Management führten zu dieser Situation - die Steuerzahler müssen jetzt dafür aufkommen.
So eine Nachricht ist für alle Beschäftigten bitter. Fast 6000 Stellen streicht die Bayerische Landesbank, das sind drei von zehn Arbeitsplätzen. Wie viele Jobs sich halbwegs sozialverträglich abbauen lassen, weiß niemand so genau. Eines aber ist sicher: Für diesen Kahlschlag lässt sich keine anonyme Macht in Haftung nehmen und selbst die Finanzkrise nur zum Teil. Die BayernLB stürzt ab, weil es ihr an entscheidenden Dingen fehlt: An einem Geschäftsmodell, an Kunden und an einer Perspektive.
Das Desaster um die BayernLB kann nicht nur mit der Finanzkrise begründet werden - auch Fehler von Management und Politik haben zu dieser Situation geführt. (© Foto: dpa)
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Wer sich (wie viele Steuerzahler) mit den Aktivitäten der Bank eher weniger beschäftigte, dem müssen bei den Sanierungsdetails die Ohren klingen. Die Bank, so heißt es bedauernd, gibt ihr Geschäft in Asien auf. Sie macht Mailand dicht und reduziert Osteuropa. Asien? Mailand? Osteuropa? Und wie viele Filialen gibt es auf den Cayman Islands? Was da unter dem Deckmantel einer Landesbank angeschwollen ist, übersteigt die Phantasie der meisten Bürger.
Spätestens als die EU-Kommission Anfang des Jahrzehnts die günstige Finanzierung durch Staatsgarantien stoppte, hätte sich die BayernLB besinnen müssen: Auf ihre eigentliche Aufgabe, den Sparkassen und dem Mittelstand zu dienen. Stattdessen stürzte sie sich in die Fluten des internationalen Kapitalmarkts und ging darin unter. Die Bank mit dem regionalen Zweck wollte in die internationale Hochfinanz und spekulieren wie ein Hedgefonds. Diese Strategie scheiterte grandios. Die BayernLB hat nun kein Geschäftsmodell mehr, aber sie beschäftigt so viele Angestellte wie Europas größter Zuckerhersteller oder Europas größter Druckmaschinenproduzent. Deshalb bleibt ihr kein anderer Weg, als zu schrumpfen.
Fehler von Management und Politik
Wenn die Sanierung von privaten Aktionären finanziert würde, wäre dies ein normaler Vorgang des Geschäftslebens. Stattdessen müssen nun die Steuerzahler bezahlen, obwohl sie nie gefragt wurden, was sie von der Expansion der BayernLB halten. Kapitalspritze und Garantien von 30 Milliarden Euro sind kaum vorstellbare Summen, die die Verärgerung der Menschen über Irrwege des Kapitalismus nur steigern können.
Wobei in diesem Fall fein zu unterscheiden ist: Es ist ein Irrweg, den nicht nur die Manager zu verantworten haben, sondern auch Politiker. Sie haben das Desaster als Eigentümer mitverursacht und mitverschwiegen. Diese Politiker sind gerade dabei, die nächsten teuren Fehler zu begehen. Nicht nur bei der BayernLB, sondern auch bei etlichen anderen Landesbanken - und sie bürden damit den Steuerzahlern weitere Milliardenkosten auf.
Politiker dilettieren als Unternehmer
Nachdem sich die Institute vom Spekulieren verabschieden müssen, wäre jetzt die Zeit für die große Reform. Ein Blick in einen anderen Bankensektor, die Genossenschaften, zeigt die Dimensionen. Dort gibt es eine zentrale Bank, die mit relativ wenigen Mitarbeitern mehr regionale Institute betreut als alle Landesbanken - und die haben zudem meist mehr Mitarbeiter. Sinnvoll wäre es also, die Landesbanken zu schrumpfen und zusammenzulegen. Doch das scheint, siehe BayernLB, nicht zu geschehen.
Ministerpräsident Horst Seehofer blockiert Fusionen etwa mit der baden-württembergischen LBBW. Er fürchtet wohl, dass die Zentrale eines neuen Instituts nicht in seiner Landeshauptstadt liegen würde. Er will die BayernLB mit Milliarden sanieren und verkaufen. Doch wer kauft eine Bank, die kein Geschäftsmodell hat? Diese Frage wird auch durch den nun beschlossenen Schrumpfungsprozess nicht beantwortet. Die halbwegs erfolgreichen unter den Landesbanken haben ein besseres Netz privater Kunden als die BayernLB.
Als eine Regierung in Deutschland letztmals eine Bank teuer sanierte, war das die IKB. Der Verkauf brachte kaum einen Erlös. Das widerspricht Seehofers Kalkulation, die neuen Schulden für die BayernLB später durch den Verkaufserlös auszugleichen. Landesfürsten wie Seehofer sind wieder einmal dabei, als Unternehmer zu dilettieren. Das könnte die Steuerzahler noch mehr Geld kosten, als sie schon heute in die Landesbanken pumpen müssen.
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(SZ vom 02.12.2008/tob)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Dieses schrittchenweise Eingestehen von Wahrheiten, lässt sich nicht einmal mehr mit vollständiger Unfähigkeit und Leistungsverweigerung erklären. Einen Hauch von Vorsatz anzunehmen, rettet zumindest den Glauben an das letzte bischen Hirn der ach so unwissenden und unschuldigen "Verantwortlichen".
Wenn man sich in der Rückschau die eingestandene Lage vor der bayerischen Landtagswahl vor Augen führt, muss man sich ernsthaft fragen, was nach der Bundestagswahl passieren wird.
Alles Gute
Kai Hamann
Also um das Desaster der Landesbanken darzustellen bedarf es aber einiger Zeilen mehr.
Die Verknüpfung von Politik ohne Sachverstand und ihre Einflussnahme auf die Entscheidungen der Geschäftsführung der Landesbanken ist der wesentlich Grund für dieses Desaster. Dagegen stehen Banker in der Geschäftsführung der Banken die sich nur durch eines auszeichnen, den Willen ihren Job zu behalten, couragiertes Eintreten für das eigene Unternehmen war da nicht angesagt.
Und weiter werden die Politiker die öffentlichen Banken und Sparkassen beeinflussen um mehr Geld in ihre Haushalte zu spülen.Die Volks- und Genossenschaftsbanken hat es deshalb nicht getroffen, weil die Einflussnahme der Politik entweder gering oder aber gar nicht vorhanden war.
Ich denke mir, dass Stoiber und Huber hinter verschlossener Tür die Anweisung ausgegeben haben, wir zocken auch und keiner ihnen widersprochen hat. Man wollte ja den gut dotierten Job behalten.
aber trotzdem Stellenabbau. Dafür haben also die Mitarbeiter ihre Steuern berappt, dafür , dass man jetzt mit teilweise ihrem Geld Politikern und sogenannten Premiumführungskräften, auch Manager genannt erlaubt , sich möglichst stuill und leise aus der Affähre zu ziehen. Die Verantworlichen bleiben bestens alimentiert im Hintergrund, alldieweil die Leute, die ihre Stelle verlieren nach nur ein bis zwei Jahren dann Hartz IV beantragen dürfen, denn verhungert ist hier ja noch keiner , angeblich.
Gerechtigkeit auf gut deutsch ! Wie zu den " guten alten Zeiten " !
Was tun uns diese dillettantischen Politiker und LB-Manager da an? Leider hat die CSU ("Wir sind Bayern" - würg) diese Bank als ihr Eigentum angesehen und mit dem ihr nahestehenden Mangement Gelder verzockt, die sie gar nicht haben. Ja, man hat nicht nur dem Parteifreund Kirch und der CSU Kredite gegeben, die sie woanders so nicht bekommen hätten, nein, man ist auch noch ins Weltcasino gegangen und hat beim Zocken leider den eigenen Kontostand "ein bisschen" aus dem Blick verloren. Und dann sind sie, diese "Herren" Stoiber" und Co. noch nicht mal Manns genug, für ihre Verfehlungen einzustehen und weisen die Schuld von sich - "so genau haben wir gar nicht geschaut, was wir - äh die - da gemacht haben in der LB". Haben diese Herren nicht unser Bayernland verraten?
Es ist einfach unglaublich. 30 Milliarden Euro - davon könnten man all den (viel zu) vielen Landesbank Mitarbeitern und z.B. noch 25 000 Lehrern dazu, für 20 Jahre ihre Gehälter zahlen.
"Vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun"?? - Jetzt decken diese Unwissenden den Mantel des Schweigens über ihre Taten und spannen riesige Schirme auf, gestern für Banken, heute für die Autofirmen, morgen senken sie die Steuern.
Wer soll denn da wen beschirmen? Die Schirme sind doch wir, das Volk. Wo werden in den kommenden Jahren die Staatsausgaben aufgrund der Steuersenkungen gekürzt? Bestimmt zunächst mal bei der Bildung und dem Sozialen. Wir alle müssen das bezahlen. Die Auswirkungen werden wir erst noch spüren - bis zur Bundestagswahl 2009 muss der Karren wohl aber erstmal noch weiter laufen, koste es was es wolle und egal wohin.
Man spricht von fast 6.000 Arbeitsplätzen, die entfallen sollen.
Was haben denn diese 6.000 Menschen bis jetzt gearbeitet, wenn es dann auch ohne sie gehen soll ???
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