Schatten über dem Weltwirtschaftsforum in Davos: Der Sicherheitschef des Spitzentreffs hat sich das Leben genommen - die Schweiz rätselt über die Gründe.
Gleich zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos wird die Veranstaltung von einer Tragödie erschüttert: Markus Reinhardt, der für die Sicherheit des Großereignisses zuständige Polizeieinsatzleiter, ist tot in seinem Hotel aufgefunden worden. "Alle Hinweise deuten auf einen Suizid hin", teilte die Kantonspolizei Graubünden mit.
Der Prozess wegen vorsätzlicher Tötung zog viel Aufmerksamkeit auf sich: Der Graubündner Polizeikommandant Markus Reinhardt im Jahr 2002 vor dem Churer Rathaus. (© Foto: AP)
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Die Bestürzung in der Schweiz über den Freitod des Polizeikommandanten ist groß. "Wir hatten keinerlei Anzeichen, die auf ein solches Ereignis hätten hindeuten können", sagte der Graubündner Regierungspräsident Claudio Lardi Schweizer Medien. Auch die unmittelbar Vorgesetzte Reinhardts, Justizregierungsrätin Barbara Janom-Steiner reagierte mit tiefer Betroffenheit: "Was sich hier ereignet hat, ist eine menschliche Tragödie. Sie können sich nicht vorstellen, wie mich die Meldung über den Tod von Markus Reinhardt getroffen hat."
Keine Angaben zu Abschiedsbrief
Aus Pietät vor ihrem Chef verhängte die Graubündner Polizei eine Informationssperre zu dem Fall. Ob ein Abschiedsbrief gefunden wurde, ist daher nicht bekannt.
Weniger Rücksichtnahme übten Medien der Eidgenossenschaft und spekulierten über Alkoholprobleme des Spitzenpolizisten. Die Boulevardzeitung Blick berichtete unter Berufung auf einen ungenannten Informanten, Reinhardt sei vor kurzem betrunken hinter dem Steuer in eine Polizeikontrolle geraten.
Der 61-Jährige soll es zudem nie verwunden haben, bei einem Einsatz im Jahr 2000 den Befehl für einen finalen Rettungsschuss auf einen Amokschützen gegeben zu haben.
"Seither gewisse Sorgen"
Der Fall zog damals einen vielbeachteten Prozess nach sich, bei dem sich der Kommandant dem Verdacht der vorsätzlichen Tötung stellen musste. Reinhardt wurde in dem Verfahren zwar freigesprochen, doch die Sache soll ihm schwer zugesetzt haben. Seine Ehe ging in die Brüche und er zog von Graubündens Hauptstadt Chur in die Zweitausend-Seelen Gemeinde Malans, wo er ein sehr zurückgezogenes Leben geführt haben soll.
Der finale Rettungsschuss habe ihn nicht losgelassen, sagte der langjährige Freund und Nationalrat Pius Segmüller dem Blick. "Er hatte seither gewisse Sorgen. Am Ende war wohl alles zu viel für ihn."
Reinhardt, der das Kommando der Kantonspolizei Graubünden im Jahr 1984 übernommen hatte, war am Dienstag leblos in seinem Zimmer im Davoser Kongresshotel aufgefunden worden.
Bis Sonntag treffen sich rund 2500 Experten, darunter Staats-, Regierungs- und Konzernchefs, zum 40. Jubiläum des Weltwirtschaftsforums unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Der Suizid Reinhardts soll nach einem Bericht des Schweizer Fernsehens aber nichts mit der Veranstaltung zu tun haben. Die Kantonsregierung von Graubünden ernannte einen neuen Sicherheitschef.
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(sueddeutsche.de/Reuters/pak/tob)
Streit um Parteispitze bei der Linken
das größte Manko bei vielen Polizisten im Dienst ist die mentale Überforderung,die nicht vorhandene Stressresitenz, leider werden viele Beamte diesbezüglich wenig oder besser gesagt garnicht aus -und weitergebildet,das gilt für die Schweiz als auch für die BRD