Von Andreas Remien

Ob auf einem USB-Stick oder der mobilen Festplatte: Auf immer kleineren Geräten finden heute immer mehr Daten Platz. Solcher Luxus war den Anwendern in der Pionierzeit der Personalcomputer völlig fremd.

Mega-, Giga- oder doch schon Terabyte? Die Entwicklung der Speicherkapazitäten hat in den vergangenen Jahren so viel Fahrt aufgenommen, dass selbst erfahrene Computeranwender mit den Maßeinheiten zuweilen durcheinander kommen. Ob auf einem USB-Stick oder der mobilen Festplatte: Auf immer kleineren Geräten finden heute immer mehr Daten Platz. Solcher Luxus war den Anwendern in der Pionierzeit der Personalcomputer völlig fremd - sie hatten mit chronischem Speichermangel und vielen Strapazen zu kämpfen.

USB-Stick, dpa

Ob auf einem USB-Stick oder der mobilen Festplatte: Auf immer kleineren Geräten finden heute immer mehr Daten Platz. (© Foto: dpa)

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Wer vor der Jahrtausendwende Daten von einem auf einen anderen Computer überspielen wollte, griff in den meisten Fällen zu einer Diskette. 1971 von IBM auf den Markt gebracht, sollte das Speichermedium erstaunlich lang in der von kurzen Produktzyklen gehetzten IT-Welt überleben. Die Einführung der klobigen, 5,25 Zoll großen Diskette markierte in den siebzigerJahren nach dem mühseligen Arbeiten mit Lochkarten oder Bändern einen Meilenstein in der Computergeschichte. Wie bei Kassetten beruht das Speicherprinzip auf den magnetischen Eigenschaften des eingesetzten Materials. Bei der Diskette ist dies eine beschichtete Scheibe, die in einem Laufwerk rotiert und dort von einem Schreib- und Lesekopf abgetastet wird. Wegen ihrer elastischen Hülle verpassten Anwender der Diskette den Beinamen "floppy", was so viel wie "schlapp" oder "labbrig" heißt.

Die alten Datenträger machten eine Menge Ärger

Die Floppy Disk verbreitete sich nicht nur in den Büroetagen, sondern wegen des Erfolges von Heimcomputern wie dem C64 auch in vielen Kinderzimmern. Mitte der achtziger Jahre stellte Sony ein neues Diskettenformat vor, das bis heute weitgehend unverändert geblieben ist. Mit 3,5 Zoll wesentlich kleiner, in ein stabiles Kunststoffgehäuse gepackt und mit einer Speicherkapazität von meist 1,44 Megabyte gehörte der Datenträger mehr als 20 Jahre zur PC-Standardausrüstung. Doch wie ihr Vorgänger machte auch das neue Modell den Alltag der Anwender nicht immer einfach.

Die Datenträger waren zwar praktisch, machten aber auch eine Menge Ärger. Heute unvorstellbar, damals unumgänglich: Vor ihrer Verwendung mussten Disketten erstmal formatiert werden. Und wer Dokumente von den Datenträgern lesen oder kopieren wollte, kam ohne Bangen meist nicht aus - Lese- und Schreibfehler gehörten zum Alltag, viele Daten gingen unrettbar verloren. Die quälende Geräusch-Arie, die ein Laufwerk beim vergeblichen Lesen defekter Disketten anstimmen konnte, wird einer Generation von Computeranwendern in Erinnerung bleiben.

Zu geringe Speicherkapazität

Zu einem noch größeren Problem wurde Ende der 80er-Jahre jedoch die geringe Speicherkapazität. Es war der Anfang des Multimedia-Zeitalters, und Bilder oder Musik brauchten vor allem eines: viel Platz. Schon das Installieren von größeren Programm geriet daher zu einer wahren Herkulesauflage. Nicht selten waren Anwendungen oder neuere Spiele auf mehr als einem Dutzend Disketten untergebracht. Wer die Programme aufspielen wollte, musste die Datenträger fleißig wechseln und viel Zeit einkalkulieren.

Den Ausweg aus der unbefriedigenden Situation ebnete die Musikindustrie. Am 17. August 1982 wurde mit dem ABBA-Album "Visitors" die erste Audio-CD industriell gebrannt, drei Jahre später stellten Unternehmen die Silberscheibe unter dem Namen "CD-ROM" auch als Datenträger für die Computeranwendung vor. Die Informationen werden auf den Scheiben nicht mehr magnetisch, sondern optisch gespeichert. Mit einer für damalige Verhältnisse sagenhaften Speicherkapazität von 650 Megabyte bot die Compact Disc etwa 450 Mal mehr Platz als die Diskette.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wonach moderne Datenträger duften.

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