Datenschützer rügen Daimler Bewerbung? Aber bitte mit Blutprobe!

Der Autohersteller Daimler lässt angeblich von Jobinteressenten Blutproben nehmen. Datenschützer sind empört.

Daimler gerät ins Visier der Datenschützer: Der Autohersteller hat nach Medienberichten Blutproben von Stellenbewerbern eingefordert. Das Unternehmen hat diese Vorwürfe zurückgewiesen - bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern würden solche Methoden nicht angewendet.

Bei Daimler mussten Bewerber nach Medienberichten schon vor der Einstellung eine Blutprobe abgeben, um ihre gesundheitliche Eignung zu testen.

(Foto: Foto: dpa)

Jobsuchende müssten angeblich schon während des Bewerbungsverfahrens Blutproben abgeben, behauptet der Norddeutsche Rundfunk. Dem Sender NDR Info liegen eigenen Angaben zufolge Unterlagen vor, wonach Bewerbern Blut abgenommen wurde, obwohl es noch keine Zusage für eine Arbeitsstelle gab.

Eine Daimler-Sprecherin sagte, zu Beginn des Bewerbungsverfahrens - zum Beispiel im Rahmen von Assessment Centern - würden weder Blut - noch Gesundheitstests gemacht. Dies erfolge erst bei den Einstellungsuntersuchungen, die vor oder nach einer endgültigen Zusage für die Stelle gemacht würden. Dabei werde untersucht, ob der Bewerber für die Stelle geeignet sei.

Datenschützer prüfen den Fall

"Das sind die üblichen Einstellungsuntersuchungen", sagte die Sprecherin. Die Tests werden ihren Angaben zufolge beim werksärztlichen Dienst gemacht. Dieser teile der Personalabteilung anschließend mit, ob der Bewerber geeignet oder nicht geeignet sei. "Befunde und Diagnosen werden nicht weitergegeben."

Diese würden direkt mit den Jobsuchenden besprochen. Der Arbeitgeber habe aber eine Fürsorgepflicht. Wenn ein Mitarbeiter zum Beispiel Diabetes habe, müsse auf geregelte Schicht- und Arbeitszeiten geachtet werden.

Datenschützer überprüfen nun die Zulässigkeit von Bluttests bei der Einstellung neuer Mitarbeiter. "Daimler wurde umgehend von uns aufgefordert, sich zu äußern", sagte ein Sprecher der zuständigen baden-württembergischen Aufsichtsbehörde für Datenschutz. Dazu, ob solche Test grundsätzlich zulässig sind, wollte er sich nicht äußern. Die Fälle sollten einzeln geprüft werden, sagte der Sprecher.

Zudem rügten Datenschützer den Konzern, weil er Informationen von kranken Mitarbeitern unzulässig gespeichert hatte. Sie forderten den Autohersteller auf, diese Gesundheitsdaten zu löschen und aus den Personalakten zu entfernen. Betroffen seien Beschäftigte des Werkes Bremen und einiger anderer Standorte, teilte die Aufsichtsbehörde für Datenschutz mit. Die Verstöße seien "erheblich". Ein Bußgeld wurde den Angaben zufolge nur deshalb nicht verhängt, weil die dafür benötigten Beweise nicht mehr vorlagen. Zum Teil seien die Listen schon vor der Untersuchung gelöscht worden. In einzelnen Werken des Autobauers läuft die Prüfung noch.