Datenleck bei US-Finanzagentur Private Daten von Bloomberg für jedermann

Kaum hat sich Bloomberg für den Missbrauch von Daten entschuldigt, folgt die nächste Panne: Der Finanzdienstleister hat über mehrere Jahre hinweg private Daten seiner Kunden online gestellt. Um sie zu finden, reichte eine einfache Google-Suche.

Weitere Datenpanne bei Bloomberg: Wie die Financial Times berichtet, hatte der Finanzdienstleister zehntausend private Nachrichten online gestellt, die sich Nutzer der Computerterminals geschickt hatten.

Auf zwei Listen seien online über mehrere Jahre vollständige Namen und Mailadressen von Händlern mehrerer großer Banken online verfügbar, genauso wie vertrauliche Finanzinformationen und Handelsaktivitäten. Auf Anfrage der Financial Times entfernte Bloomberg die Dokumente, die durch eine einfache Google-Suche zu finden waren.

An den Computerterminals von Bloomberg können Händler von Banken und Hedgefonds live Daten zum Börsengeschehen abrufen und handeln. Mit ihnen bewegen Börsenhändler Milliarden. Die von ihnen verschickten Nachrichten wollte Bloomberg nutzen, um Preise für Finanzprodukte extrahieren zu können. Dies geschah im Einverständnis mit den Kunden, wie ein Firmen-Sprecher erklärt:

"This work was done with client consent, where emails were explicitly forwarded to us to a dedicated email account and released by the person responsible for the email so that we could conduct internal testing to improve our technology for the client."

Nach Interpretation der Financial Times handelt es sich bei dem Daten-Leck um einen Unfall. Doch der dürfte die Bloomberg-Kunden weiter verunsichern. Denn erst am Montag musste sich der Finanzdienstleister dafür entschuldigen, Kundendaten an Journalisten weitergegeben zu haben.

Zu der Firma gehört eine Nachrichtenagentur mit gleichem Namen, die sich auf Börsennachrichten spezialisiert hat. Journalisten von Bloomberg News hatten eine Zeit lang einige Kundendaten von Terminal-Nutzern mitlesen können. Die US-Notenbank und das US-Finanzministerium kündigten Untersuchungen an, inwieweit vertrauliche Informationen verletzt wurden.