Merkel und Steinmeier verschwenden Milliarden, doch die Zukunft von Opel ist offen wie zuvor: Die Bundesregierung hat sich blamiert - und sollte weitere Hilfegesuche abwehren.
Es ist erst gut eine Woche her, dass die Bundesregierung behauptete, sie hätte in zermürbenden Verhandlungen Opel gerettet. Ein Investor sei gefunden, die Zukunft des Autoherstellers sei gesichert. Doch inzwischen ist klar, dass die vermeintlichen Retter in Berlin nicht viel zustande gebracht haben. Die Zukunft von Opel ist wieder offen wie zuvor. Allerdings hat die Bundesregierung mit ihrer leichtsinnigen Zusage, Opel zu helfen, Begehrlichkeiten anderer geweckt, die auch am Rande der Pleite stehen. Wie soll die Regierung jetzt dem Kaufhauskonzern Arcandor die Hilfe verweigern, der auch von der Pleite bedroht ist?
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Amateurhaft sind CDU-Kanzlerin Angela Merkel und ihr SPD-Kanzler-Gegenkandidat Frank-Walter Steinmeier das Problem Opel angegangen. (© Foto: AP)
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Die Bundesregierung hat ein Problem, weil sie den Eindruck vermittelte, sie könne einem kranken Unternehmen mit Bürgschaften oder ein paar Milliarden Kredit aus der Patsche helfen. Die Bürger nehmen stattdessen staunend zur Kenntnis, wie amateurhaft die CDU-Kanzlerin Angela Merkel und ihr SPD-Kanzler-Gegenkandidat Frank-Walter Steinmeier das Problem angegangen sind. Die beiden wollen im September die Bundestagswahl gewinnen. Dafür tun sie offenbar alles und verschwenden Milliarden aus dem Staatshaushalt, ohne damit auch nur einen Arbeitsplatz sicherer zu machen.
Es beginnt mit der Auswahl des Investors, von dem es vorher hieß, er müsse ein klares Konzept vorlegen, wenn er den Zuschlag erhalten wolle. Das von der Bundesregierung, vor allem von Steinmeier, favorisierte Investoren-Konsortium, das aus dem kanadischen Zulieferer Magna und zwei russischen Staatsunternehmen besteht, hat noch immer nicht verraten, was es mit Opel vorhat und was aus den Arbeitsplätzen werden soll. Keiner dieser undurchsichtigen Retter hat seine Ziele bisher offengelegt, geschweige denn ist klar, welcher der Partner Opel führen wird. Ist es die russische Regierung, die über ihren Autohersteller Gaz und die Sberbank 35 Prozent an Opel übernehmen will, oder ist es das Privatunternehmen Magna, das sich nur zu 20 Prozent beteiligen will? Unklar ist auch, wie die Rüsselsheimer mit ihren Autos in Russland auf den reichlich unrealistisch anmutenden Marktanteil von 20 Prozent kommen wollen, von denen mancher bei Opel träumt.
Es ist peinlich, dass jeden Tag neue Details aus den Verhandlungen mit der bisherigen Opel-Mutter General Motors auf den Tisch kommen, die die Bundesregierung der Öffentlichkeit bisher offenbar verschwiegen hat. Der US-Konzern, dem selbst das Wasser bis zum Halse steht, stellt für die Freigabe von Opel offenbar so hohe Forderungen, dass es der Regierung offenbar peinlich war, sie zu nennen. Die Chose wird für den Steuerzahler wahrscheinlich viel teurer als erwartet.
Der Gipfel aber ist, dass auch die Bundesregierung inzwischen erklärt, es sei noch völlig offen, wer am Ende den Zuschlag für Opel erhalte. Auch andere Investoren könnten noch zum Zuge kommen. Erst vor einer Woche hatten die Berliner Politiker dem italienischen Interessenten Fiat zu verstehen gegeben, er sei bei der Rettung von Opel nicht mehr gefragt. Ratlosigkeit ist für dieses Maß an politischer Hektik und Inkompetenz noch eine vornehme Umschreibung.
Die wahlkämpfende Kanzlerin hat mit dem Hilfeversprechen an Opel ihre politische Handlungsfähigkeit geopfert. Als kluge Politikerin hätte sie wissen müssen, dass sie danach jedem am Rande der Pleite stehenden Unternehmen die Hand reichen muss. Das allerdings würde für den Steuerzahler teuer, zumal sich inzwischen selbst gutgehende Unternehmen wie Porsche um Staatskredite bemühen.
Will die Kanzlerin weiteren Blamagen à la Opel entgehen, muss sie zügig Farbe bekennen und sich jedem weiteren Hilfegesuch von Krisenunternehmen entgegenstellen. Sie muss aus ihrem OpelDesaster lernen und die bittere Wahrheit zur Kenntnis nehmen, dass auch Regierungen kein Unternehmen vor der Pleite bewahren können.
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(SZ vom 08.06.2009/segi/mel)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
außer aneinandergereihten leeren Worthülsen bringt dieser Beitrag nicht wirklich erhellendes. Damit rückt die SZ wieder einmal in die Nähe der zu Recht kritisierten Politik sowie der maroden Betriebe um die es hier jeden Tag aufs neue geht.
Alle Beteiligten haben eine gemein: Sie tragen nicht wirklich etwas zum Brutoosozialprodukt bei, kosten aber einen Haufen Geld und bemühen sich nicht im geringsten, dem jeweiligen "Kundenkreis" einen Nachweis für ihre Existenzberechtigung zu bringen.
Wetten, das hier unser Steuergeld abgegriffen wird aber nicht zum Nutze der Opelaner.
kurz danach fordert GM mehrere Milliarden für Patente, dies ist erst der Anffang.
Fachleute der SPD und die Kanzlerin sind der Taktik der US - Strategen nicht gewachsen.
Hinzu kommen zwei russische Partner , die offenbar das Licht des Tages scheuen.
Opel wir somit zum Massengrab, die Salamitaktik des Abzockens ist aufgegangen.
WEr stoppt sie???
Mit Ihrem letzten Kommentar liegen sie falsch.
Die Insolvenz hätte einen grossen Unterschied gemacht.
Ein Insolvenzverwalter kann sich leichter von unrentablem Balast befreien, ohne z.B. auf den Betriebsrat Rücksicht nehmen zu müssen. Das Resultat wäre das Verschwinden des Unrentablen und event. der Marke Opel. So what? Wer braucht den Astra?
Und jetzt: Zahlen die deutschen Steuerzahler für Patente für Autos die hier keiner braucht, zum Wohle der russischen Automobilindustrie, die sich von Ihnen finanziert das know how abgreift. Und was bekommen Sie? Eine für ein Jahr geschönte Arbeitslosenstatistik, die das Papier nicht wert ist auf dem sie erscheinen wird. Aber für den Wahlkampf ist das natürlich ein präsentierfähiges Zeichen "man hat ja was getan", "die Politik hat ja nicht einfach weggesehen" oder "man hat den kaltherzigen Kapitalisten die Stirn geboten".
Viel Spass beim Abtragen der Schuldenlast kann ich Ihren Enkeln da nur wünschen... meine werden das zum Glück nicht mittragen müssen.
Duke wird schon halten...
Die Frage ist, wie lange es dein Astra noch macht. Ich gehe mal davon aus, du fährst nen Opel - sonst bist du ja Teil des eigentlichen Problems von Opel - zu wenige Verbraucher wollen deren Produkte...
Paging