Freilich ist vieles erst in der Startphase, und auch erste spürbare Erfolge entbinden einen Mann wie den Staatssekretär Albert Hettrich, vormals Vorstandsmitglied der Dillinger Hütte, nicht von der schwierigen Aufgabe, jetzt den Beschäftigten des Kohlebergbaus, die von ihrer Firma am Donnerstag zur Kurzarbeit angemeldet wurden, bei der Suche nach einer neuen Bleibe in der saarländischen Wirtschaft zu helfen. Albert Hettrich sitzt derzeit täglich in mehreren Konferenzen, in denen Daten eingeholt und Modellrechnungen aktualisiert werden. Unter seiner Federführung wird ein "Solidarpakt Saarland" geschmiedet, bei dem verschiedene Unternehmer, Gewerkschaften, Arbeitsagenturen und andere Behörden gefragt sind.

Anzeige

Beim Gespräch in seinem lichtdurchfluteten Büro im obersten Stock des Wirtschaftsministeriums gebraucht Hettrich mehr als einmal das Wort "sozialverträglich" und äußert die Überzeugung: "Das ist eine enorme Herausforderung für dieses Land, aber es ist nicht so, dass das nicht leistbar wäre, wenn alle mitmachen." Hettrich war schon vor dem großen Knall in der Primsmulde damit befasst, die ausscheidenden Bergleute neu einzugliedern, und er sagt, bei derzeit ja kräftig wachsendem Arbeitsplatzangebot seien auch schon bisher jedes Jahr 400 bis 600 Personen vermittelt worden.

Im Betriebsratsbüro der Anlage Nordschacht bei Falscheid sieht man die Sache eher skeptisch. Gerd Schäfer, Bereichsleiter Abbau im Bergwerk Saar, misstraut den jetzt häufig geführten Reden, die Bergleute seien doch gut ausgebildete Facharbeiter, deren Qualifikation auch anderswo gefragt sei. Das gilt für Schlosser, Elektriker oder manche Ingenieure, wie Schäfer meint, aber nicht für un- und angelernte Arbeiter. Und auch die klassischen Kumpels sind zwar Facharbeiter, aber für das Fach "unter Tage". Und das ist derzeit und wohl auch in Zukunft kaum noch gefragt.

Sie sind jetzt auf Seite 4 von 4

  1. Der letzte Schlag
  2. Der letzte Schlag
  3. Der letzte Schlag
  4. Sie lesen jetzt Der letzte Schlag
Leser empfehlen 

(SZ vom 29.02.2008/mel)