Die Staatsanwaltschaft geht einem weiteren Verdacht auf Betrügereien im Management des Daimler-Konzerns nach.

Bei den Korruptionsermittlungen gegen zwei frühere Geschäftsführer einer Düsseldorfer Werbeagentur sind nun auch Mitarbeiter des Stuttgarter Daimler-Konzerns ins Visier der Strafverfolger geraten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte am Mittwoch einen Bericht des Fachmagazins Horizont, dass sie möglichen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aufträgen an Dienstleistern nachgehe.

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Die Ermittler beobachten seit Dezember zwei Mitarbeiter aus dem Marketing des Daimler-Konzerns. "In einem Fall geht es um einen freien Mitarbeiter bei Daimler in Berlin, der inzwischen in Österreich weilt und sicherlich nicht freiwillig nach Deutschland kommen wird", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt. "Bei der zweiten Person geht es um einen Angestellten bei Daimler in Stuttgart." Die Beschuldigten hätten Scheinaufträge abgerechnet. Zur Höhe des Schadens wollte die Ermittlungsbehörde keine Angaben machen.

Dem Bericht zufolge ist der Untreue-Verdacht durch Ermittlungen gegen eine Werbeagentur aus Düsseldorf aufgekommen. Die Agentur stehe nach einer Anzeige eines Versicherungsunternehmens im Verdacht, sich Aufträge durch Schmiergelder beschafft zu haben.

Erst in der vergangenen Woche war ein ehemaliger Finanzmanager von Daimler wegen Scheinrechnungen zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Der 42-Jährige hatte das Unternehmen über Jahre hinweg um gut 22 Millionen Euro gebracht. Der Controller hatte unter anderem für EDV-Leistungen Rechnungen an von ihm gegründete Scheinfirmen und an Unternehmen von Geschäftspartnern in Deutschland und der Schweiz gestellt. Notwendige Unterschriften fälschte er. Der Betrug war erst durch die Steuerfahndung aufgeflogen, der Konzernrevision waren die Taten verborgen geblieben.

In den vergangenen Jahren sind im Stuttgarter Autokonzern zahlreiche Fälle von Untreue, Bestechung, Schmiergeldzahlungen, Steuervergehen und persönlicher Bereicherung im In- und Ausland bekanntgeworden. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand der Vertrieb.

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(Reuters/dpa/beu/mako)