Die Liaisonen mit Mitsubishi, Chrysler und Hyundai sind gescheitert - doch Daimler gibt nicht auf. Jetzt ist der Autohersteller in Frankreich auf Brautschau.
Mit seinen Partnern hat es der Stuttgarter Daimler-Konzern wahrlich nicht leicht. Die Zusammenarbeit mit Hyundai wurde nach einigen Jahren schnell wieder beendet, aus der Allianz mit dem japanischen Mitsubishi-Konzern blieb vor allem der inzwischen eingestellte Kleinwagen Smart Forfour in Erinnerung.
Ein Renault Twingo (rechts) und eine A-Klasse von Mercedes. Arbeiten Daimler und Renault bald enger zusammen? (© Foto: oh)
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Und das größte Abenteuer, die Übernahme des amerikanischen Autoherstellers Chrysler geriet zum Milliardenfiasko für die Stuttgarter. Inzwischen ist auch dieses Abenteuer Geschichte.
Doch weil ein Autokonzern wie Daimler nicht ohne Partner bestehen kann, suchen die Schwaben weiter. Die Zusammenarbeit mit dem bayerischen Rivalen BMW kommt bislang nicht recht voran - nun schielt Konzernchef Dieter Zetsche nach Frankreich.
Langfristige Partnerschaft
Die neue Auserwählte der Stuttgarter Edelauto-Schmiede heißt Renault - ein Unternehmen, das eher für Zweckmäßigkeit und Mittelmaß bekannt ist und nicht für Luxus und Premium.
Doch das scheint die Konzernoberen von Daimler nicht weiter zu stören. Einem Bericht der Financial Times zufolge verhandeln Daimler und Renault gar über eine gegenseitige Beteiligung.
Die beiden Konkurrenten wollten damit eine langfristige Partnerschaft einleiten, berichtete das Blatt unter Berufung auf zwei nicht näher genannte Informanten, die mit den Gesprächen vertraut seien. Die Allianz solle die Zusammenarbeit über das Kleinwagengeschäft hinaus erweitern. Der jeweilige Anteil werde wahrscheinlich unter zehn Prozent bleiben. Daimler lehnte eine Stellungnahme ab. Bei Renault war zunächst niemand erreichbar.
Die Renault-Aktie lag im frühen Handel 1,6 Prozent im Plus, die Papiere von Daimler legten rund ein Prozent zu. "Diese Spekulationen gingen schon gestern rum und basieren auf einer Kurzstudie von Sanford Bernstein", sagte ein Händler in Frankfurt. "Wir glauben allerdings nicht, dass im Vorfeld einer Partnerschaft eine Verbindung des Anteilskapitals auf bedingungslose Begeisterung stoßen würde."
Zu klein, um alleine zu bleiben
Die Gespräche laufen der Zeitung zufolge seit langem und dauern an. Daimler ist an der Börse 37 Milliarden Euro wert, Renault nach Reuters-Daten 9,7 Milliarden Euro. Im Dezember hat der französische Konzern Gespräche mit Daimler und anderen Konkurrenten bestätigt. Er will über Partnerschaften seine Kosten bei der Entwicklung und Produktion von Motoren reduzieren und seinen Zugang zu neuen Technologien erleichtern.
Daimler ist seinerseits auf Brautschau und sucht einen Partner für Entwicklung, Produktion und Einkauf bei Klein- und Kompaktwagen. Dem Stuttgarter Konzern drohen in den kommenden Jahren hohe Strafen, sollte es ihm nicht gelingen, die CO2-Bilanz seiner Flotte zu verbessern.
Zuletzt hatte Konzernchef Zetsche angekündigt, im ersten Halbjahr Details zur Kooperation mit einem Hersteller bekanntzugeben. Mit knapp über zwei Millionen Fahrzeugen pro Jahr halten Experten den Premiumhersteller für zu klein, um in Zukunft alleine zu bestehen. Besonders die Modelle unterhalb der C-Klasse fahren Kennern zufolge Verluste ein. Renault-Chef Carlos Goshn hatte zuletzt immer wieder betont, dass der französische Autohersteller nicht unbedingt auf Kooperationen angewiesen ist.
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(sueddeutsche.de/dpa-AFX/Reuters/tob/hgn)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Mercedes war qualitativ und technisch die Nr. 1 im Automobilbau. Kunden haben das geschätzt und gerne etwas tiefer in die Tasche gegriffen. Vor 25 Jahren haben 500.000 Mercedes gereicht, um profitabel zu sein!
Dieses erwirtschaftete Geld hat die damalige Führung in einen niemals profitablen Technologiekonzern namens "Welt-AG" gesteckt und später Chryslers alte Fabrik in USA für mindestens 50 Mrd. Dollar saniert. Um sie dann wegen Erfolgslosigkeit an einen Fond zu verschenken, der anschließend Pleite ging.
Sind die Stuttgarter jetzt mit Ihrem Latein, ich meine "Schwäbisch" am Ende oder ist das der Kniefall vor den internationalen Aktienbesitzern?
Letztes Jahr war Opel monatelang im Angebot. Ein Schnäppchen mit viel Erfahrung und Knowhow im Kleinwagensegment. Aber wo war Herr Zetsche?
Nochne Hochzeit im Himmel
wie damals der anschließend geschaßte Chef Schrempp hinausposaunte beim Jointventure mit Chrysler. Mir macht es Angst, wie schlecht muss es Daimler gehen, mit schon wieder einem Kapitalvernichter in direkter Folge an der Spitze, dass sie sich vom Zusammengehen mit Europas unterster Autokategorie, bis hinunter zum rumänischen Dacia, finanzielle Vorteile erhoffen. Wer ist denn dann noch bereit Mercedes-Preise zu zahlen?
...damit ich auch in Zukunft bezahlbare, zuverlässige und praktische Autos kaufen kann. Von den Franzosen!
...sollten sich die Franzosen eine Kooperation. Damit ihnen die gemasterten Daimler-BWL-Strategen nicht ihr Geschäftsmodell kaputtmachen nämlich: Bezahlbare, zuverlässige, praktische Autos zu bauen.
Erst Reuther, dann Schremp und jetzt Zetsche. Auf ein neues. Bin mal gespannt, wieviel Milliarden jetzt wieder versenkt werden. Statt ständig neue Beteiligungen und Fusionen einzugehen, sollten die Milliarden lieber den Daimler - Beschäftigten gegeben werden. Das hätte wenigstens noch für den Binnenmarkr einen Nährwert.
Paging